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GBP/USD: Britischer Arbeitsmarkt sendet starkes positives Signal

GBP/USD: Britischer Arbeitsmarkt sendet starkes positives Signal

2014-01-22 15:42:00
Niall Delventhal, Marktanalyst
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Deutlich unter der Erwartung fiel die Kennzahl der britischen Arbeitslosenquote heute aus. War im Dezember noch eine Arbeitslosenquote von 7,4% angegeben worden, lag die Erwartung an die heutige Veröffentlichung bei 7,3%. Für den bullishen Impuls im Britischen Pfund in den FX-Märkten, sorgte die stark gefallene Arbeitslosenquote von 7,1% für den Zeitraum Sep. bis Nov. 2013, welche nach den positiven Einzelhandelsumsätzen ins Bild einer stärkeren konjunkturellen Entwicklung passt.

22.01.2014_-_UK_Arbeitsmarkt_body_Picture_3.png, GBP/USD: Britischer Arbeitsmarkt sendet starkes positives Signal

Auch das Sitzungsprotokoll der Bank of England konnte überzeugen. Die heimische Konjunktur sehen die britischen Währungshüter als robust an, vor allem da die Arbeitslosenquote sich stärker als prognostiziert rückläufig entwickelt. Der brachenübergreifende Beschäftigungsanstieg, allen vorran im Baugewerbe und im Immobiliengeschäft, deutet auch eine Nachhaltigkeit der Entwicklung. Zudem melden Unternehmen zunehmend freie Positionen oder äußern Absichten zeitnah verstärkt einzustellen.

Märkte preisen baldige restriktivere Geldpolitik ein

Nach Umfragen von Reuters rechneten Ökonomen damit, dass die Arbeitslosenquote von 7%, welche die Notenbank als relevante Schwelle für ein Einschlagen eines restriktiveren Kurses nannte, erst im Februar 2015 erreicht wird. Die jüngste Entwicklung am Arbeitsmarkt wird zu einem Umstoßen dieser Erwartungshaltung führen und eröffnet Potenzial für das Pfund. Nährboden für verstärkte Spekulationen, die auf eine „hawkishe“ Bank of England setzen. Der Anstieg der britischen Overnight Interest Swap Rates, deutet darauf, dass an den Märkten bereits zunehmend mit einer strafferen Geldpolitik gerechnet wird. Diese Entwicklung könnte sich fortsetzen und verleiht dem Sterling einen positiven Ausblick. Im letzten Jahre nannte die BoE das Erreichen der Arbeitslosigkeit von 7% als Bedingung für eine Leitzinserhöhung auf 0,5%. Doch die britischen Währungshüter hielten erneut fest, ein Erreichen dieser Arbeitslosenquote sei keineswegs als eine Garantie für ein Zinserhöhung zu sehen. Aktuell sehe die Bank of England noch nicht ausreichende Gründe für eine Zinserhöhung. Sollte die britische Wirtschaftsleistung weiterhin überzeugen, werden der Notenbank jedoch die Argumente für eine Beibehaltung niedriger Zinsen ausgehen.

Die deutlich unter den Prognosewerten ausgefallene Arbeitslosenquote deutet darauf, dass die konjunkturelle Genesung der britischen Wirtschaft schneller vorranschreitet als gedacht. Doch eben vor diesen Gedanken warnt die Notenbank, neben dem relativen Erfolg der Arbeitmarkdaten seien noch freie wirtschaftliche Kapazitäten verfügbar und ein alleiniger Blick auf den Arbeitsmarkt sei irreführend.

Steigende Inflation würde den Druck auf die Bank of England erhöhen

Auch die Inflation kurbelte schneller als erwartet zurück. Die jährliche Teuerungsrate auf der Insel fiel im Dezember das erste Mal seit über 4 Jahren wieder auf 2%. Aus dieser Entwicklung heraus, wird die Notenbank sich nicht unter Druck gesetzt fühlen, den Zins zeitnah höher setzen zu müssen. Hierfür würde einen Anstieg der Teuerungsrate benötigt werden. Während einzelne volatilere Abweichungen von Monat zu Monat ausgehend vom aktuellen Niveau zu erwarten seien, sollte die Inflation sich jedoch übergeordnet in den kommenden Monaten auf dem Level der 2% stabiliseren.

Mit dem Blick auf den europäischen Nachbarn sehen die Währungshüter übergeordet eine Verbesserung des wirtschaftlichen Lage. Der Spread auf Zinsen spanischer, italienischer und portuguesischer Staatsanleihen sei zuletzt zu gleichwertigen deutschen Staatsanleihen im Schnitt um 50 Basispunkte gefallen. Die 4-fache Überzeichnung der ersten Anleiheemission des irischen Staats, nach dem Ausstieg des Landes ausEU-Rettungsprogramm in Höhe von 3,75 Mrd. USD listete die Bank als positive Entwicklung mit Blick auf den nahen Nachbarn.

Weltweit scheinen Wirtschaftsrisiken zunehmend ausgeglichener auszufallen, Wachstumsaussichten hätten sich verbessert, gerade mit Hinblick auf die US-Wirtschaft.

Konjunkturumfragen der britischen Wirtschaft blieben als stark einzuschätzen. Diese deuten auf einen Plus der Wirtschaftsleistung im letzten Quartal des Jahres 2013 auf 1,25% und auch für das erster Quartal in 2014.

Das Britische Pfund stieg infolge der überraschend starken Arbeitsmarkten und der Veröffentlichung der „Minutes“ der Bank of England gegen den USD um 0,54% und den EUR um 0,45%.

Aussicht für das Pfund: chancenreich

Auch wenn die Bank of England sich noch Zeit lassen wird, um an ihrer Geldpolitik zu schrauben, Markteilnehmer antizipieren bereits künftige Leitzinserhöhung. Die Aussicht für das Britische Pfund bleibt demnach gegen den US-Dollar oberhalb der 1,63 als bullish zu bewerten. Sollte das Jahreshoch um 1,66 brechen, könnte der Kurs in den kommenden Monaten das Jahreshoch 2011 von 1,674 anvisieren, anschließend das Jahreshoch 2009 von 1,704. An der CME zeigt sich anhand des Commitments of Traders Report institutionelle Spekulanten wie Vermögensverwalter, Banken, Fonds und Hedgefonds setzen bereits seit 8 Wochen mehrheitlich auf Pfund-Stärke, zurzeit mit 11.160 Kontrakten (das entspricht einer Größe von 1,15 Mrd. USD).

Seit 8 Wochen setzten mehrheitlich Fonds, Hedgefonds, Banken, Vermögensverwalter mehrheitlich auf Pfund-Stärke

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Analyse geschrieben von Niall Delventhal, Marktanalyst von DailyFX.de

Um Niall Delventhal zu kontaktieren, sende man eine E-Mail an instructor@dailyfx.com

Folgen Sie Niall Delventhal auf Twitter: @NiallDelventhal

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