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Chinesische Wirtschaftsdaten deuten auf Wachstumsschwäche - PBoC als Unsicherheitsfaktor

Chinesische Wirtschaftsdaten deuten auf Wachstumsschwäche - PBoC als Unsicherheitsfaktor

2014-01-07 12:43:00
Erik Welne, Junior Marktanalyst
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(DailyFX.de) – Diese Woche bietet eine Vielzahl an wichtigen Kennzahlen zur Konjunktur Chinas. Für einen Ausblick auf 2014 wird das Gebaren der chinesischen Zentralbank (PBoC) von zentraler Wichtigkeit.

Den Auftakt bot der von HSBC veröffentlichte Einkaufsmanagerindex, der mit 50,9 nur knapp eine expandierende Stimmung signalisierte. Wichtige Anhaltspunkte zur wirtschaftlichen Lage in China sind diese Woche außerdem in den Kennzahlen zur Handelsbilanz und den Verbraucherpreisen zu sehen:

Chinesische_Wirtschaftsdaten_deuten_auf_Wachstumsschwaeche_-_PBoC_als_Unsicherheitsfaktor__body_Chinadata.png, Chinesische Wirtschaftsdaten deuten auf Wachstumsschwäche - PBoC als Unsicherheitsfaktor

Das mit Abstand wichtigste Thema, seitdem im Dezember ein erneuter „Cash und Credit Crunch“ am Interbankenmarkt einsetzte, der zweite in weniger als einem Jahr, wird die Veröffentlichung des neu ausgegebenen Kreditvolumens am Freitag sein. Wie an dieser Stelle immer wieder vermitteln worden ist, befindet sich China in der Transformationsphase von einer investitionsgetriebenen Exportwirtschaft hinzu einer modernen Konsum- und Dienstleistungsgesellschaft. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat dabei erheblichen Einfluss auf das globale Wirtschaftswachstum.

Die Wachstumsbeschleunigung im 3. und 4. Quartal 2013, nach der Delle in der ersten Jahreshälfte, wird sich schneller wieder eintrüben als viele annehmen. Der neue politische Kurs Pekings (Stichwort 3. Plenum) wird auf lange Sicht geringere Wachstumsraten induzieren. Selbst die weithin angenommenen 7,5% im Jahr sehe ich mittlerweile skeptisch, Wachstumsraten zwischen 6,5% und 7% könnten bald die Norm werden.

Woraus speist sich meine Einschätzung? Zum einen sind viele Wirtschaftskennzahlen nicht viel mehr als „Noise“ zur Beurteilung der tatsächlichen Lage in China. Die Wahrheit ist, dass China noch mehr als jedes andere große Industrieland von reibungsloser, kurzfristiger Kreditvergabe abhängig ist und sich die Verschuldung aller Sektoren zusammengenommen mittlerweile auf 218% des BIP summiert. Einem Anstieg von 87 Prozentpunkten in den letzten Jahren. Während also in den meisten westlichen Ländern seit Ende der Finanzkrise private Schuldner ihre Verschuldung - unterstützt durch lockere Geldmarktpolitik der jeweiligen Notenbanken - zurückfuhren, wurde der private Sektor in China zu höherer Kreditaufnahme angehalten, was zu unprofitablen Investitionen und Kreditausfällen führte.

Genau darin liegt die Crux: Chinesische Banken müssen diese „non-performing loans“ in ihren Büchern nicht ausweisen. Eine Bilanzierung nach westlichen Standards, z.B. nach dem Mark-to-Market Prinzip, wird nicht durchgeführt. Das führt dazu, dass die meisten am chinesischen Interbankenmarkt agierenden Geldhändler keine fundierte Einschätzung zur Stabilität ihrer Kontrahenten leisten können. Somit ist die chinesische Zentralbank (Peoples Bank of China: PboC) der wichtigse Faktor im Geldmarkt. Andere Geldquellen stehen den nach Liquidität dürstenden Banken aufgrund des (zurecht) herrschenden Misstrauens nicht zur Verfügung.

Damit nicht genug, die PboC erwächst in diesem System immer öfter als ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor. Die chinesische Führung gab als Ziel unter anderem aus, die Verschuldung zurückfahren, beziehungsweise Anreize schaffen zu wollen, das Kreditwachstum zu bremsen, insbesondere mit Blick auf öffentliche Haushalte in den Provinzen. Es steht also zu erwarten, dass die PBoC diesem politischen Auftrag nachkommt, und über die künstliche Verknappung der Liquidität zu vorsichtigerer Kreditvergabe der Banken beiträgt. Dies ist sicherlich gerechtfertigt, nur zeigt die Reaktion an den Märkten, dass ein solches Vorgehen sofort in einem Credit Crunch mit verherrenden Folgen für die Realwirtschaft resultiert. Der erste große Crash in diesem Zusammenhang fand im Juni 2013 statt, als die PBoC die Folgen ihres Handels mit Schrecken feststellen musste. Auch der „Credit Crunch Light“ im Dezember trug nicht gerade zu einer Beruhigung der Marktteilnehmer bei.

Für potenzielle Investoren birgt China somit große Risiken. Die größten öffentlich gehandelten Firmen in China verloren 2013 im Schnitt 13,2% an Wert. Vergleicht man dazu die Rallyes an den westlichen Aktienmärkten, erscheint China als Anlageziel momentan äußerst unattraktiv:

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Der Schlüsselfaktor für höhere Interbankenzinsen ist dabei der Plan der Regierung, demFinanzsektor eine größere Freiheit beim Finden von marktkonformen Zinsraten (insbesondere kurzfristigen) zu gewähren. Bislang gibt es eine Vielzahl an Gesetzen, die de facto den Bankensektor und dessen Kreditvergabe subventionieren, zum Beispiel ein Deckel auf zu zahlende Einlagezinsen an Anleger und Bankkunden.

Fazit: In den nächsten Jahre muss mit einem aggressiven Deleverging des chinesischen Bankensektors gerechnet werden. Das chinesische Wirtschaftswachstum wird sich dabei auf einem deutlich geringeren Niveau einpendeln.

Analyse geschrieben von Erik Welne, Junior Marktanalyst von DailyFX.de

Um Erik Welne zu kontaktieren, senden Sie eine E-Mail an instructor@dailyfx.com

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