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Wo können wir höhere Zinssätze finden? Eine Weltübersicht

Wo können wir höhere Zinssätze finden? Eine Weltübersicht

David Rodriguez, Head of Product

Zusammenfassung des Artikels: Die Zinssätze schwanken um Null Prozent in den Vereinigten Staaten, während ähnlich tiefe Renditen in der Eurozone, Großbritannien, Japan und anderen Ländern die Investoren um Erträge rangeln lassen. Gibt es irgendwo einen Ort in der Welt, der reale Erträge fürs Kapital bietet?

Eine Studie von allen liquiden und frei handelbaren Hauptwährungen zeigt, dass der Südafrikanische Rand den höchsten Jahresertrag mit ansehnlichen 5,8 Prozent bietet, während der US Dollar nur gerade bei 0,7 Prozent steht.

Jahreszinssätze aller liquid gehandelten Hauptwährungen weltweit

Hauptwährungen

Jährlicher Ertrag

Südafrikanischer Rand

ZAR

5,78%

Mexikanischer Peso

MXN

4,41%

New Zealand Dollar

NZD

3,42%

Australischer Dollar

AUD

3,07%

Südkoreanischer Won

KRW

1,86%

Norwegische Krone

NOK

1,76%

Kanadischer Dollar

CAD

1,63%

Schwedische Krone

SEK

1,45%

Taiwanischer Dollar

TWD

1,27%

Britisches Pfund

GBP

0,83%

United States Dollar

USD

0,67%

Singapur Dollar

SGD

0,50%

Euro

EUR

0,44%

Japanischer Yen

JPY

0,31%

Dänische Krone

DKK

0,28%

Schweizer Franken

CHF

0,18%

Datenquelle: Bloomberg

Theoretisch könnten Sie einen Kredit in US Dollar aufnehmen, um den Südafrikanischen Rand zu kaufen (Verkauf USD/ZAR) und ungefähr 5 Prozent annualisierte Erträge einnehmen— kein schlechter Vorschlag, wenn der USD/ZAR perfekt stabil bleibt oder fällt (der Südafrikanische Rand steigt gegenüber dem US Dollar an Wert).

Das Problem ist einfach: 5 Prozent ist nicht genug, um eine außerordentliche Leistung seit Jahresbeginn beim Südafrikanischen Rand und anderen ertragreichen Währungen zu bringen. Einige der leistungsschwächsten Währungen weltweit in 2013 waren diejenigen mit den höchsten Zinssätzen.

Rangliste der globalen Währungen nach Jahresrendite und Gesamtertrag seit Jahresbeginn

forex_chasing_high_yields_south_africa_us_dollar_body_Picture_3.png, Wo können wir höhere Zinssätze finden? Eine Weltübersicht

Datenquelle: Bloomberg

Mit der klaren Ausnahme starker Leistungen des Mexikanischen Peso und der schwachen Leistung des Japanischen Yen, entsprechen die Währungserträge seit Jahresbeginn dem Gegenteil der Jahresrenditen. In anderen Worten: Der Kauf der ertragreicheren Währungen und der Verkauf der tiefsten Währungen zu Beginn des Jahres hätte in beiden Fällen wahrscheinlich zu bedeutenden Verlusten geführt. Können wir jedoch künftig mit Vernunft Ähnliches erwarten?

Eine ertragreiche Währung gegenüber einer ertragsschwachen zu kaufen kann rentabel sein, falls der Wechselkurs unverändert bleibt oder sich zu unseren Gunsten verändert.

Konkret bedeutet das, dass uns der Verkauf des US Dollars gegenüber dem Südafrikanischen Rand (Short USD/ZAR) theoretisch über 5 Prozent bringen könnte, falls der USD/ZAR im Jahresverlauf flat bleibt oder zurückgeht.

Das Problem ist einfach: Unsere potentielle 5 Prozent Jahresrate an Ertrag könnte ausgelöscht worden sein, als der USD/ZAR Ende Mai um denselben Betrag in nur 4 Tagen anstieg. Ist es möglich, dass wir eine ähnlich hohe Volatilität vom USD/ZAR und anderen ertragreichen Währungspaaren im restlichen Jahr sehen werden?

Dazu schauen wir uns die Volatilitätskurse an, die sich durch die Optionsmärkte abzeichnen. Wir möchten hohe Renditen, aber wir möchten uns auch vor Kapitalverlust schützen. Schauen wir uns die Währungen an, die kleinere Bewegungen versprechen und dennoch hohe Zinssätze anbieten:

Hauptwährungen, sortiert nach Jahreszinssatz und Volatilitätserwartung

forex_chasing_high_yields_south_africa_us_dollar_body_Picture_4.png, Wo können wir höhere Zinssätze finden? Eine Weltübersicht

Datenquelle: Bloomberg

Wir erreichen eine Sackgasse. Der Jahreszinssatz von Südafrika bietet einen ziemlichen Vorteil gegenüber den Null-Zinssätzen in einem Großteil der industrialisierten Welt, aber die Trader befürchten, dass der Wechselkurs des US Dollar/Südafrikanischen Rand (USD/ZAR) im nächsten Jahr um mehr als 17+ Prozent steigen oder fallen könnte. (Mit einer sehr ungenauen Interpretation der implizierten Volatilität.)

Falls die Trends seit Jahresbeginn einen Hinweis dahingehend bieten sollten, was wir erwarten können, so könnte der USD/ZAR im kommenden Kalenderjahr um weitere 17% höher abschließen—fast genau dreimal soviel wie der Unterschied des Jahresertrags, womit wir einen bedeutenden Trade-Verlust erleiden würden.

Die Renditen in den G7 sind eigentlich auf einer auf Risiko angepassten Basis schlechter: Australien bietet 3 Prozent und mehr Ertrag an, aber die Trader sagen voraus, dass der Australische Dollar in derselben Zeitspanne um 12 Prozent ansteigen kann. In anderen Worten: Sie können ganze 4 Prozent riskieren, um 1 Prozent zu gewinnen — und das klingt nicht nach einem guten Trade.

Wir halten daran fest, dass der ertragsschwache US Dollar in 2013 weiterhin gut arbeiten könnte, nachdem die größte “Bond-Blase” einer Generation geplatzt ist. Hohe Volatilitätserwartungen begünstigen die US Währung als sichere Anlage, nicht wegen ihres tiefen Zinssatzes, aber die Tatsache, dass viele Renditejäger ihre spekulativen Wetten abschließen, kann den Dollar allgemein in die Höhe treiben.

Bedeutet dies, dass wir die Zinssatzunterschiede in unseren Trades vollkommen ignorieren? Nicht ganz. Es kann uns teuer zu stehen kommen, beim ZAR in Short-Position zu bleiben, und vor allem gegenüber dem US Dollar. Aber wenn etwas zu schön ist, um wahr zu sein, so ist es meistens auch so; 5 Prozent und mehr via dem ZAR in einer Welt von Null-Zinssätzen wäre einfach nur zu schön, um wahr zu sein.

Einige der Trades mit besten Renditen könnten diejenigen sein, bei denen wir ertragreiche Währungen gegeneinander kaufen. Beim USD/ZAR und gleichzeitig beim AUD/USD short zu gehen würde immer noch positives Carry erzeugen, während die USD-Aussetzung viel beschränkter wäre.

DailyFX stellt Neuigkeiten zu Forex und technische Analysen, die sich auf Trends beziehen, die die globalen Währungsmärkte beeinflussen, zur Verfügung.