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Euro-Ton verändert, während EZB wieder einmal die Muskeln spielt

Euro-Ton verändert, während EZB wieder einmal die Muskeln spielt

Christopher Vecchio, CFA, Senior Strategist
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Euro-Ton verändert, während EZB wieder einmal die Muskeln spielt

Fundamentaler Ausblick für den Euro: Neutral

  • Euro rutscht ab, erlebt dann Rebound während Pressekonferenz von EZB Präsident Draghi
  • Eurozone Einzelhandelsumsätze im Februar gesunken
  • Starke EUR/USD Wende ändert Ausblick nach NFPs zu bullisch

Der Euro endete die Woche stark und verzeichnete einen massiven Anstieg von +4,70% gegen den Japanischen Yen, während er einen kleineren aber immer noch lobenswerten +1,32% Anstieg gegen den US Dollar notierte. Merkwürdigerweise wurde der Euro immer noch von dem ehemaligen liquiden Safe-Haven, dem Schweizer Franken, trotz einer anscheinenden weiteren Spitze im Ton der europäischen Zentralbank, um -0,25% übertroffen. Die Daten der vergangenen Woche waren eher gemischt, und die deutschen Inflationsdaten für März fielen höher als erwartet aus, während die italienische Defizit-zu-BIP Rate in 4Q’12 fiel. Allgemein bleibt der Ton wirtschaftlich betrachtet jedoch negativ, da die Region sich der schlimmsten Rezession seit den Tiefen der globalen Finanzkrise, die in 2007 ihren Anfang nahm, gegenübersieht.

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Trotz dem Getöse um Zypern und möglicherweise Slowenien, und selbst wenn man das italienische politische Durcheinander, das in den nächsten Monaten kaum gelöst werden wird, nicht beachtet, sieht der Euro ganz plötzlich eher bullisch aus - aus fundamentaler und technischer Perspektive. Ich denke sogar, dass beide Punkte einer analytischen Interpretation gültige Reflexionen der jeweils anderen sind. Auf der technischen Seite hat sich ein bullisches Falling Wedge Pattern vom Hoch am 1. Februar entwickelt, was eine Erholungs-Wende im Trend zur Oberseite andeutet. Fundamental gesprochen wäre ein starker positiver Katalysator nötig, um jene technische Wende auszulösen. EZB Präsident Mario Draghis Pressekonferenz bewies, dass solch ein dynamisches Input notwendig ist.

Präsident Draghis Pressekonferenz hat zwei Seiten. Einerseits konzentrierte sich die erste Hälfte der Pressekonferenz größtenteils auf den trostlosen Wirtschaftsausblick für die Region, den die EZB ebenso gut offiziell abwerten hätte können, da der Ton offensichtlich besorgt klang. Doch die zweite Hälfte der Pressekonferenz wurde von dem Ausdruck es gibt "keinen Plan B" für den Euro beherrscht. Dieser zweite Teil hatte vor dem ersten Vorrang, und daher wurde der Euro mit einem weiteren Ultimatum - das erste war Präsident Draghis Aussage "Was immer nötig ist" im Juli, die zu dem 2012 Boden bei 1,2041 führte - angetrieben.

Der EUR/USD verzeichnete zwischen dem Start der EZB-Pressekonferenz am Donnerstag und dem Marktschluss am Freitag eine Rallye von circa +200 Pips, einschließlich eines Auftriebs früher in der Handelszeit, nach den fürchterlichen US Arbeitsmarktwerten. Ähnlich kletterte in dieser Woche der EUR/JPY um +800 Pips von Tief zu Hoch, da die Bank of Japan das QE in Höhe von $200 Mrd./Monat begann, was die eher zurückhaltenden $85 Mrd./Monat der Federal Reserve mit Leichtigkeit übertrumpft.

Nun, da die EZB ihr Vertrauen in den Euro wieder bestätigt und für eine kurzfristige bullische Beschleunigung sorgt, während die anderen Hauptzentralbanken ihre expansiven Einstellungsmuster beibehalten oder sogar ihre Lockerungsprogramme ausweiten, gibt es sicherlich Raum für eine Ausweitung der Gewinne des Euros. Doch die Tatsache, dass die Region wirtschaftlich gesehen ein absolutes Desaster bleibt, verhindert einen rein bullischen Ausblick des Euros zu einer gemäßigten Tendenz. Falls keine neuen geldpolitischen Maßnahmen eingeführt werden und die Steuerpolitik weiterhin zu Sparen wechselt, dann wird die Eurozone sich in 2013 weiter zusammenziehen, ohne Rücksicht auf die Hoffnungen der EZB für einen "späteren Zeitpunkt dieses Jahres". Dementsprechend übernehmen wir eine neutrale Haltung, doch mit einer klaren Tendenz in Richtung bullisch in den nächsten fünf Tagen. –CV

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