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Euro wird sich nicht beruhigen, nur weil Zypern nicht kollabiert ist...

Euro wird sich nicht beruhigen, nur weil Zypern nicht kollabiert ist...

2013-03-29 22:51:00
John Kicklighter, Chef-Währungsstratege
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Euro wird sich nicht beruhigen, nur weil Zypern nicht kollabiert ist...

Fundamentale Prognose für den Euro: Bärisch

  • Zypern schließt große Bank, führt Kapitalkontrollen ein und erhält Bailout
  • Kopf der Eurogruppe Dijsselbloem schlägt zukünftige Bankenabgaben vor
  • EUR/USD ist in 7 von 8 Wochen gefallen, werden wir 1,2675 wieder erreichen?

Der Euro wurde in den vergangenen Trading-Wochen ernsthaft fundamental geschüttelt als sich die Zypern-Krise entwickelte. Nun, das strenge Kapitalkontrollen eingeführt sind und eine drohender finanzieller Zusammenbruch (oder Austritt eines Euromitglieds) abgewendet wurde, erwarten einige industrielle Trader, dass die Einheitswährung den verlorenen Boden sofort wieder wett macht. Solch opportunistischer Optimismus könnte jedoch ein wenig voreilig sein. Die Situation mit Zypern pikierte die Ängste der Investoren besonders aufgrund des Schadens, den sie der monetären und finanziellen Einheit der Region zufügen könnte – die Basis für die Beibehaltung einer gemeinsamen Währung. Während das Land funktionsfähig ist, bleibt eine Aura mit Ängsten. Außerdem stehen neue, große Probleme an.

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Zunächst ist es wichtig anzuerkennen, welch einen Makel die Zypern-Situation auf der fundamentalen Struktur des Euro hinterlassen hat. Dies war das fünfte Land, das einen Bailout forderte (Spanien war das vierte, doch der Bailout war direkt für den Bankensektor), doch es gibt noch einiges glatt zu bügeln. Die €10 Milliarden Hilfe, die von der Troika im Austausch für die Fähigkeit der Regierung circa €5,8 Milliarden selbst aufzubringen und den Bankensektor zu verkleinern, versprochen wurden, müssen noch ausgezahlt werden, während wir auf eine offizielle Einschätzung warten. Es gibt immer noch ein messbares Risiko, dass das Land bei weiteren Komplikationen die Eurozone verlassen könnte – ein Risiko, dass von Moody’s bemerkt wurde – doch das direkte Euro-Risiko entwickelt sich woanders.

Mit ein paar Möglichkeiten das nötige Kapital aufzubringen, um die Bedingungen der Troika für Hilfe zu erfüllen, unternahm Zypern den nie zuvor gesehenen Schritt einen "Bankeneinbehalt" auf nicht versicherte Einlagen über €100.000, die sich bei den größten Kreditinstituten des Landes befinden, einzuführen. Dies ist ein Schritt, der von Offiziellen innerhalb des Landes und von der Eurozone befürwortet wird. Für den Fall, dass irgendjemandem die ernsten Auswirkungen dieses Schrittes nicht bewusst sein sollten, machte der Präsident der Eurogruppe, Dijsselbloem, es klar: Zukünftige Bailout Anträge könnten einem ähnlichen Weg folgen, bei dem die Bankkonten der Bürger angezapft werden könnten, um das allgemeine System wieder in Ordnung zu bringen. Es gibt Argumente für diesen Eingriff, da die Alternative möglicherweise verheerend sein könnte. Doch die Logik verliert sich zusammen mit den Investoren, die ihr Kapital frühzeitig aus der Eurozone bringen. - Ein möglicher Kapital-Exodus.

Wo zuvor bei den Rettungsoptionen eine Erleichterung zu spüren war, existiert nun ein Gefühl von Angst. Falls die Investoren versuchen werden, sich von einem möglichen Bailout-Kandidaten zurückzuziehen (mehr als zuvor), wird es eine steigende Sensibilität der Zinsen für Staatsanleihen, Liquiditätsprobleme, Rezessionsanzeichen und weitere, kürzlich gelegentlich ignorierte, Faktoren geben. Also, welches Land ist nach Zypern als nächstes an der Reihe?

Obwohl sie bereits Hilfe erhalten haben, stellen Griechenland und Spanien für die Zukunft wichtige Bedenken dar. Selbst nachdem Griechenland seine zweite Schuldenumstrukturierung und eine weitere Hilferunde erhalten hatte, war man sich einig darüber, dass das Land angesichts des Schuldenlevels und der Tiefe der Rezession noch mehr fordern müsse. Nachdem bereits so viel Hilfe absorbiert wurde, könnte ziemlich leicht eine dramatischere Option aufgestellt werden. Spanien befindet sich einer anderen Klasse. Die Größe des Landes könnte die traditionellen Stimulus-Optionen wesentlich überfordern. Die Problematik des Landes liegt auf der Hand: Immobilienverluste, die noch nicht komplett realisiert wurden, Rekord-Arbeitslosigkeit, regionale, aus den Kapitalmärkten ausgeschlossene Regierungen und eine Regierung, die ihr Ziel zur Einhaltung des Schulden:BIP Verhältnisses überschreitet.

Während beide der oben erwähnten Bedrohungen sehr real sind, könnte es in der kommenden Woche noch dringendere Probleme geben. Ein weiteres übersehenes Mitglied der Eurozone, Slowenien, könnte in die Schlagzeilen geworfen werden, nachdem die Zinsen für 9-Jahres Staatsanleihen in den vergangenen zwei Wochen um mehr als 40 Prozent stiegen. Wie Zypern hat das Land einen übergroßen Bankensektor, und die Regierung ist sehr jung (nur mehr als eine Woche im Amt). Auf der anderen Seite der Waagschale haben wir Italien. Nur vor einem Monat endete die Wahl des Landes in einem vollständigen Fristablauf – kein guter Zustand bei einer starken Rezession und den größten Staatsschulden der Region. Es gibt immer noch keine klare Machtstruktur, welche nötig ist, um die Veränderungen, die das Land benötigt, umsetzen zu können.

Jede Münze hat zwei Seiten. - Bei dem Euro sollten wir den elementaren Risiko-Rendite Faktor bedenken. Falls die systematischen Krisenängste der Eurozone nicht aufflackern, könnte der Fokus sich auf den "Rendite" Aspekt der Währung verschieben. Auf dem Level ist die EZB dabei, und es wird erwartet, dass sie ihre feste Haltung gegen einen Ruf nach Stimulus, um Sparmaßnahmen auszugleichen, beibehält. Ein Halten bedeutet eine schrumpfende Bilanz (und somit höhere Marktsätze) aufgrund von LTRO Rückzahlungen. Das ist ein ernstzunehmender Fed und BoJ Gegensatz… – JK

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