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Yen Stärke hängt von amerikanischen und italienischen politischen Risiken ab

Yen Stärke hängt von amerikanischen und italienischen politischen Risiken ab

2013-03-02 00:32:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Währungsstratege
Teile:
Yen_Strength_Contingent_on_American_and_Italian_Political_Risks_body_Picture_1.png, Yen Stärke hängt von amerikanischen und italienischen politischen Risiken ab

Fundamentale Prognose für den Japanischen Yen: Neutral

  • Hier kommt die Sequestration: US Dollar steigt, da die Sparsamkeit kommt
  • Euro Sell-Off, Yen Rallye pausiert, da Investoren die italienischen Wahlergebnisse verdauen
  • Japanische Yen Wende bereits auf dem Weg

Der Japanische Yen war der zweitbeste Performer dieser Woche, er verlor nur gegenüber dem US Dollar um -0,18%, während er "Abprall"-Gewinne gegen die restlichen Hauptwährungen verbuchte, vor allem gegenüber dem Australischen und New Zealand Dollar sowie dem Euro. Diese Woche war so etwas wie eine nostalgische Erinnerung an vergangene Zeiten, als die allgemeine Besorgnis und Angst die Marktteilnehmer noch in die Niedrigzinswährungen trieb – die sicheren Häfen – ungeachtet der Politik, die von den Zentralbanken hinter diesen Währungen angewandt wurde.

Diese Woche war ungefähr so: Shinzo Abe nominierte den Präsidenten der Asian Development Bank, Haruhiko Kuroda, als den nächsten Gouverneur der Bank of Japan – Herr Kuroda sagte zuvor, dass der USD/JPY Wechselkurs bei ¥120 zu schwach sein, was bedeutet, dass er vielleicht eine ähnliche Meinung vertritt, nun da der USD/JPY nahe ¥93 tradet. Sein Potential und sicherlich auch seine Bestätigung sollten die nächste Runde von Yen-Schwäche auslösen, doch diese Reaktion auf seine Nominierung fehlte diese Woche, allein aufgrund der steigenden politischen Bedenken in Europa und den Vereinigen Staaten. Während der Wirtschaftskalender einige wichtige Ereignisse bietet, entschlossen wir uns diese größtenteils zu missachten, da die Weltmärkte höhere Volatilitätslevel erleben, und der FX Markt passt sich den "Risk-On/Risk-Off" Gegebenheiten, wie wir sie hauptsächlich in den in den letzten Jahren vorfanden, an.

Ein schneller Blick auf die kommenden Daten, von denen die wichtigsten am Donnerstag anstehen: Es gibt einen Zinsentscheid der Bank of Japan, doch zur Zeit werden kaum neue Maßnahmen angekündigt werden, bis Masaaki Shirakawa als Gouverneur zurücktritt und Herr Kuroda seinen Platz einnimmt. Der vorläufige Leitindex für Januar sollte einen leichten Anstieg auf 96,1 von 93,4 zeigen und verbesserte Wirtschaftserwartungen reflektieren, was angesichts des expansiven monetären und steuerlichen Stimulus, der aktuell in den Markt gepumpt wird, kaum eine Überraschung ist. Die revidierten 4Q’12 BIP-Zahlen werden kaum verändert erwartet, und werden daher von weniger Bedeutung sein. Die Januar Handelsbilanz (auf Basis der Zahlungsbilanz) sollte ein signifikantes Defizit von -¥1,512 Bil. von -¥567,6 Mrd. im Dezember zeigen, ein Beweis der negativen Auswirkungen einer schwachen Währung – hohe Energieimport-Kosten. Die Handelsdaten werden wahrscheinlich wohl die größte Reaktion hervorrufen, doch trotzdem ist der Kalender insgesamt leicht.

Wahrhaft wird das Sentiment um die italienischen Wahlen und die US Budget Sequestration (nur wenige Stunden entfernt, während dieser Artikel verfasst wird) diktieren, ob der Japanische Yen seinen mäßigen Rebound fortsetzen wird. Die Italien-Situation benötigt keine Erklärung, sobald man den EUR/JPY Chart untersucht. – Das Paar fiel um sechs (!) große Zahlen am Montag, sobald klar wurde, dass das italienische Parlament geschieden war oder "hing". Der Grund warum dies jetzt auf dem Investoren-Sentiment lastet ist entweder: Eine weitere Verwaltungsregierung unter Mario Monti, der zunehmend unbeliebter wurde, inmitten von erhöhter Sparsamkeit und Rekordarbeitslosigkeit, oder neue Wahlen in ein paar Monaten (eine nationale Einheitsregierung wäre sehr schwach). Der einzige Unterschied zwischen der Reaktion auf die italienischen Wahlen und die französischen und griechischen Wahlen im letzten Mai ist, dass die Europäische Zentralbank nun über ihr OMT Sicherheitsnetz verfügt, um fallende italienische und spanische Anleihen aufzufangen. Fortgesetzte politische Unsicherheit könnte Italien dazu zwingen die OMT Bedingungen zu akzeptieren, um Investoren zu beruhigen. Entsprechend wird ein eventueller EUR/JPY Pullback wohl eher gleichmäßig ablaufen, da es zunehmend offensichtlicher wird, dass die Regierung gelähmt ist.

Die US Budget Sequestration ist ein wenig komplizierter. Die US Aktienmärkte schweben immer noch in der Nähe von Allzeithochs, und die US Staatsanleihenrenditen bleiben relativ erhöht von ihren tieferen Levels im letzten Jahr. Da die $85 Mrd. Kürzung wortwörtlich vor der Türe steht, kann man deren Existenz kaum glauben, wenn man auf die Charts schaut. - Niemanden – nicht in FX, nicht in den Anleihen, nicht in den Aktien – scheint es zu kümmern. Wir sind etwas vorsichtiger. Der USD/JPY hat den 2s10s Treasury Spread seit dem 15. November ziemlich nahe nachgezeichnet, was Sinn macht – steigende US Zinsen stützen den US Dollar, besonders gegen jene, deren Zentralbank ZIRP einsetzt. Doch der 2s10s Spread ist gefallen, trotz fortgesetzter Rallye in den Aktienmärkten, und dem Anstieg im USD/JPY – wie die Geschichte uns zuvor bewiesen hat, deutet diese Divergenz auf Risikoaversion am Horizont. Da es schwierig ist das Investoren-Sentiment hinsichtlich dieser Hauptfaktoren zu bewerten, müssen wir diese Woche eine neutrale Tendenz für den Yen einnehmen. -CV

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