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FOREX: Euro-Fundamentale zunehmend negativ, aber abhängig von Spanien

FOREX: Euro-Fundamentale zunehmend negativ, aber abhängig von Spanien

2012-10-27 04:02:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Strategist
Teile:
Euro_Fundamentals_Increasingly_Negative_but_Outlook_Hinges_on_Spain_body_Picture_1.png,  FOREX: Euro-Fundamentale zunehmend negativ, aber abhängig von Spanien

Fundamentaler Ausblick für den Euro: Neutral

  • Euro bleibt schwerfällig nach schwachen Daten, spanische Erträge steigen
  • Sentiment gibt unter trägem Euro nach spanischen Herabstufungen nach
  • US BIP steigt, Yen fällt, Rallye der Rohstoffwährung

Der Euro gab in dieser Woche stark nach und fiel gegenüber fast allen anderen größeren Währungen. Der EUR/USD fiel inmitten der steigenden Renditen der italienischen und spanischen Anleihen unter 1,3000. Tatsächlich gewann der Euro nur gerade gegen den stark manipulierten Schweizer Franken, aber nur um +0,03%. Größtenteils hatte die Schwäche des Euros wenig mit der vorherrschenden Schuldenkrise selber zu tun, dafür eher mit den veröffentlichten Wirtschaftsdaten.

Da die meisten der wichtigen Kennzahlen letzte Woche publiziert wurden - einschließlich PMIs der Euro-Zone und die Publikation der spanischen Beschäftigungszahlen des dritten Quartals - wird man sich wieder auf die vorherrschende Schuldenkrise konzentrieren, und darauf, welche nächsten Schritte unternommen werden: Wann wird die Europäische Zentralbank formell mit ihrem OMT-Programm in den Anleihenmarkt einsteigen? Und wegen dieser Beziehungsdynamik - der negative Einfluss der wirtschaftlichen Fundamentalen und der positive Einfluss der Erwartungen auf Stimulus - wird der Euro in der nächsten Woche zweifellos auf einem neutralen Punkt bleiben. Aber dies ist ein sehr schwacher neutraler Ausblick: Es braucht nur wenig, um den EUR/USD zu neuen Hochs über 1,3170/75 (September-Hoch) zu bringen; oder unterhalb eines neuen Tiefs unter 1,2800/05 (Oktober-Tief).

Es gibt zwei negative Einflüsse, die den Euro wahrscheinlich treffen könnten: Die Wirtschaftszahlen sind schwach; und falls sich keine neuen Entwicklungen beim spanischen Bailout zeigen, wird der Euro noch mehr unter Druck geraten (mehr darüber unten). In Bezug auf Kennzahlen, so gibt es zwei Hauptsorgen: Deutsche Inflationszahlen und die spanischen Wachstumszahlen.

Am Montag ist die Veröffentlichung des vorläufigen deutschen Verbraucherpreisindex für Oktober fällig und sollte aufzeigen, dass trotz der lockereren Finanzpolitik der EZB, die Inflation außerordentlich stabil blieb. Gemäß einer Umfrage von Bloomberg News werden die monatlichen Daten gleich wie im September ausfallen, während die jährlichen Daten einen Preisdruck von +1,9% gegenüber +2,0% im Jahresvergleich im September aufzeigen werden. Die Veröffentlichung des EU-harmonisierten VPI ist fast identisch, mit dem einzigen Unterschied, dass die Jahreszahlen voraussichtlich von +2,1% auf +2,0% im Jahresvergleich sinken werden. Ein gemäßigter Preisdruck ist für Deutschland mit seiner kulturellen und wirtschaftlichen Haltung wichtig; und falls die Inflation begrenzt ist, wird Deutschland nicht so besorgt über weitere Erleichterungen der EZB sein. Also, je tiefer die Kennzahl, desto höher die Vorteile.

Am Dienstag stehen die Daten des dritten Quartals für das spanische Bruttoinlandsprodukt an, und wie für andere Nationen der kämpfenden Euro-Zone, wird eine erhöhte Kontraktion erwartet. Laut einer Bloomberg News Umfrage hielt sich die vierteljährliche Wachstumsrate bei -0,4%, doch die jährliche Rate fiel von -1,3% auf -1,7% im Jahresvergleich. Dies könnte die wichtigste Datenveröffentlichung der gesamten Woche sein, neben den amerikanischen Beschäftigungsdaten am Freitag. Warum? Der Druck auf dem spanischen Premierminister Mariano Rajoy, ein Bailout zu beantragen, ist nicht so stark. Obwohl die wirtschaftlichen Bedingungen schlecht sind, würde er vorziehen, keine weiteren unbeliebten Budgetreformen (Sparpläne oder Steuererhöhungen und geringere Staatsausgaben) einzuführen, was die soziale Unruhe steigern würde. Die Bond-Renditen bleiben deutlich unter ihren Juli-Hochs, seitdem die EZB versprach alles zu geben, um die Krise zu bekämpfen.

In erster Linie, wie zuvor kurz angeschnitten, warten die Marktteilnehmer auf Neuigkeiten hinsichtlich des spanischen Bailout. Mit jedem Tag, der ohne eine entsprechende Beantragung verstreicht, werden die umliegenden Renditen langsam steigen, und die Risikoneigung wird noch mehr geschädigt. Der Schlüssel liegt in der spanischen BIP-Statistik. - Daten nahe oder unterhalb der Schätzungen werden Spekulationen auslösen, dass ein Bailout zunehmend wahrscheinlicher wird. Kurzum: Umso negativer, umso besser. Doch angesichts der Unsicherheiten der kommenden Ereignisse dieser Woche (und wohl Volatilität), nehmen wir eine besonders vorsichtige Haltung ein, denn es bestehen signifikante Risiken für bullische und bärische Ergebnisse. – CV

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