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Euro erreicht 1,3000 im stärksten Trend seit Jahren, doch das Umkehrrisiko ist hoch

Euro erreicht 1,3000 im stärksten Trend seit Jahren, doch das Umkehrrisiko ist hoch

John Kicklighter, Chef-Stratege
Euro_Clears_13000_on_Strongest_Trend_in_Years_but_Reversal_Risk_High_body_Picture_1.png, Euro erreicht 1,3000 im stärksten Trend seit Jahren, doch das Umkehrrisiko ist hoch

Fundamentaler Ausblick für den Euro: Neutral

  • Der Euro nutzt den Optimismus, der durch die Fed-Stimulus Ankündigung angespornt wurde, zu seinem Vorteil
  • Nach Ankündigung des EZB-Anleihenkaufprogramms und der ESM-Genehmigung Deutschlands sagt Spanien, dass diese nicht nötig seien
  • EUR/USD steigt auf viermonatiges Hoch im überzeugendsten Bullen-Trend seit der ersten Hälfte von 2011

Es hat seinen Vorteil Technicals wie auch Fundamentals zu beobachten und in unser Trading einzubeziehen. Wenn ich beide kombiniere, sehe ich den Antrieb für den konsequentesten und überzeugendsten Bullen-Trend seit April 2011 - als wir uns noch in einer zyklischen Bullen-Welle befanden. Wirtschaftliche Ereignisse und Marktereignisse haben diese Bewegung mit Sicherheit unterstützt, aber es gibt eine temporäre Qualität für die großen Entwicklungen, die andeutet, dass solch eine abrupte höhere Bewegung den Euro sich bald im überkauften Bereich wiederfinden lässt. Festzulegen, wann die Massen ihren optimistischen Antrieb verlieren, ist selten zu einer genauen Zeit und zu einem exakten Preislevel möglich. Wir müssen Momentum messen und die Verschiebung im Sentiment beobachten.

Bevor ich meiner Skepsis Beachtung schenke, ist es wichtig den Euro für das, was er zustande gebracht hat, zu schätzen. Der EUR/USD schloss zum fünften Mal in Folge mit einem Kursgewinn (die längste Serie seit Oktober 2010), mit einem 2,4 Prozent Anstieg allein in der letzten Woche. Vom Swing-Tief im Juli sind wir um 1000 Pips höher gestürmt. Kurzum, das ist "unglaublich".

Um für die Zukunft eine bessere Handhabung unseres Verhaltens zu gewinnen, müssen wir auf die Katalysatoren schauen, die uns an diesen Punkt gebracht haben. Die Erholung im August wurde weitgehend durch ein Höherdriften des marktweiten Investoren-Sentiments ermutigt, welches sich wiederum auf einer sehr glanzlosen Beteiligung begründete. Ein Markt, der positive Anzeichen selektiert und nachsichtiger mit enttäuschendem Event-Risiko umgeht, ist genau das, was der Euro brauchte. – Und genau das traf ein, als die Währung sich auf mehrjährigen oder Rekord-Tiefständen gegen verschiedene Paare (die plötzlich überkauft aussahen) befand.

In jüngerer Zeit sind die Entwicklungen greifbarer. Die EZB-Ankündigung des Outright Monetary Transactions (OMT) Programms und ein starker Rückgang in den Wertpapieren der mediterranen Eurozonen-Regierung, nahm unmittelbaren den Druck aus der Nähe der Krise. Und natürlich hilft das offene Stimulus-Programm der Fed dabei, das globale Bild des Finanzsystems zu polstern. Allerdings trägt die Ermutigung zur Risikoneigung eine schwindende Rendite mit sich. Darüber hinaus ist die Lösung der Krise in der Euro-Zone nicht annähernd so überzeugend, wie sie auf den ersten Blick zu sein scheint.

Das neue Programm der europäischen Zentralbank unbegrenzte Mengen von Anleihen von Regierungen zu kaufen, die einen vollen Bail-out beantragen und die jeweiligen Kriterien erfüllen, ist ein beachtlicher Schritt, doch er beinhaltet ein Stigma. Darüber hinaus sind diese Regeln belastender als viele sie einschätzen (Griechenland zum Beispiel würde es nicht schaffen). Italien und Spanien haben gesagt, dass sie keine Notwendigkeit für das Unterstützungsangebot sehen (sie können der Gutmütigkeit des Marktes danken), aber dies ist wahrscheinlich eine temporäre Erleichterung. Die letzte Bemühungsrunde schindet Zeit, wie so viele andere Troika-Maßnahmen zuvor auch. Sollte die allgemeine Stimmung wieder nachlassen, wird sich Spanien erneut in Schwierigkeiten finden. Dann wäre das Stigma, das Programm unter diesen Bedingungen in Anspruch zu nehmen, sogar noch belastender.

Wir werden am Wochenende mehr darüber was getan wird, um Fortschritte in der anhaltenden Finanz- und Schuldenkrise der Region zu erzielen, erfahren, während der am Samstag stattfindende EU Gipfel zweifellos die Themen Spanien, Griechenland und andere Probleme umfasst. Die Märkte sind sich über den fragwürdigen Versuch, nur "Zeit zu schinden" (statt die Lösung der ursprünglichen Probleme zu fördern) sehr bewusst, aber gilt das auch für die politischen Entscheidungsträger? Darüber hinaus gibt es offene Risiken im Zusammenhang mit dem späteren spanischen Stresstest, der griechischen Budget-Vereinbarung und vor allem der Stimmung der Anleger selbst. Am Ende ist ein Zusammenbruch der Risikotrends, der die die Zukunft des Euro untergräbt, am wahrscheinlichsten. – JK

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