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Inflationszahlen aus Europa und USA werden die Hoffnungen auf Lockerung der EZB und Fed leiten

Inflationszahlen aus Europa und USA werden die Hoffnungen auf Lockerung der EZB und Fed leiten

2012-08-13 16:00:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Strategist
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In der kommenden Woche stehen wenige Zahlen an. Weltweit gibt es kaum Zahlen, die einen nachhaltig großen Einfluss auf die Kursbewegung irgendeines Hauptwährungspaares haben dürften. In Anbetracht der jüngsten Entwicklungen – hauptsächlich die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank und/oder die Federal Reserve in den kommenden Wochen eine umfassende Policy vorstellen wird – gibt es jedoch einige anstehende Zahlen, die im weiteren Verlauf bei der Debatte zwischen den Policy-Verantwortlichen von enormer Bedeutung sein könnten.

In den kommenden Tagen werden wir uns hauptsächlich das europäische Wachstum und die Inflationsdaten aus Kanada und den Vereinigten Staaten anschauen. Angesichts des seichten Datenflusses und noch seichterem Trading-Volumen in den globalen Märkten (der S&P 500 erlebte gerade seinen schwächsten 5-Tage Volumendurchschnitt seit Ende Dezember / Anfang), könnten neue Schlagzeilen den Markt mit mehr Volatilität als gewöhnlich aufmischen.

14.08. Dienstag // 08:30 GMT: GBP Verbraucherpreisindex (JUL)

Der Preisdruck im Vereinigten Königreich klang im Juli weiter ab, laut Aussage einer Bloomberg News Umfrage. Die Verbraucherpreis-Indexrate im Jahresvergleich fiel auf +2.3% von +2.4% im letzten Monat, während die VPI Kernrate stabil bei +2.1% im Jahresvergleich blieb. Dies kennzeichnet zweieinhalbjährige Tiefs für den Preisdruck in der britischen Wirtschaft. Dennoch stellt dies einen Messwert dar, der über dem mittelfristigen Ziel der Bank of England von +2.0% liegt.

Allgemein gesehen, solange die Inflation über der Zielsetzung bleibt, ist es es wahrscheinlich, dass die Entscheidungsträger in Bezug auf weitere Maßnahmen zurückhaltend reagieren werden. Dennoch, mit einer monatlichen Basis, die eine Deflation von -0.1% bis -0.4% im Juni zeigt, könnte eine weiteres Nachlassen des Preisdrucks weitere Erleichterungsmaßnahmen schüren, was dem britischen Pfunden schaden würde. Die folgenden Schlüsselpaare sollten beobachtet werden: EUR/GBP, GBP/JPY und GBP/USD.

14.08. Dienstag // 09:00 GMT: EUR Euro-Zone Bruttoinlandsprodukt (2Q A)

Die europäische Staatsschuldenkrise dämpft weiterhin die Wachstumsaussichten im weltgrößten Gemeinschaftsmarkt, während von Deutschland verlangte Sparmaßnahmen die Staatsausgaben kürzen und das verfügbare Konsumenteneinkommen schmälern. Laut einer Bloomberg News Umfrage, kontrahierte das Wachstum der Euro-Zone im zweiten Quartal um -0.4%, ein weitaus steilerer Fall als die -0.1% Messung des ersten Quartals. Dies würde die schwächsten Werte seit dem vierten Quartal 2009 darstellen, als die Euro-Zonen Region sich um -2.3% im Jahresvergleich zusammenzog.

Ebenso fällig sind die deutschen BIP Daten des zweiten Quartals, die allgemein mit einem mäßigen Zuwachs von (+0.2% im Quartalsvergleich geschätzt von +0.5% im Quartalsvergleich, +1.1% im Jahresvergleich geschätzt von +1.2% im Jahresvergleich) prognostiziert sind. Wir vermuten, dass ein steilerer Fall des deutschen Wachstums nötig sein wird, um die Position der Bundesbank gegen weitere expansive Politik der Europäischen Zentralbank zu ändern. In diesem Fall würde eine starke deutsche BIP-Zahl und eine schwache Euro-Zonen BIP-Zahl wohl den bärischte Fall darstellen, während jegliche schwache deutsche BIP Lesung sich als bullisch erweisen könnte. Unser Basisfall ist nach diesen Veröffentlichungen auf eine Euro-Schwäche ausgerichtet. Diese Schlüsselpaare sollten beobachtet werden: EUR/JPY und EUR/USD.

14.08. Dienstag // 12:30 GMT: USD Vorläufige Einzelhandelsumsatzzahlen (JUL)

Die US Wirtschaft hat in den letzten Wochen ein Beschleunigen der Wirtschaftsdaten gesehen, und der vorläufige Einzelhandelsumsatzzahlenreport sollte diesem Trend folgen. Die Prognosen zeigen eine übereinstimmende Erwartung für eine mäßige Wachstumszunahme von +0.3% im letzten Monat, nachdem der Umsatz im Juni um -0.5% gefallen war. Allgemein gesehen haben die Umsätze bisher im Jahr 2012 um +0.79% zugenommen, und wenn die Tatsachen den Erwartungen entsprechen, werden die Umsätze in diesem Jahr insgesamt um +1.10% gestiegen sein. Wenn man die unterdrückten Erwartungen auf weiteren Stimulus der Federal Reserve betrachtet, ist es wahrscheinlich, dass eine enttäuschende Statistik ein gewisses Maß an Risikoappetit schüren wird, was nachfolgend in einem Sell-off des Dollars resultieren würde. Wenn die Statistik passt, können wir erwarten, dass der US Dollar stabil bleibt oder steigt. Das zu beobachtende Schlüsselpaar ist der USD/JPY.

15.08. Mittwoch // 12:30 GMT: USD Verbraucherpreisindex (JUL)

Als genau betrachtete Statistik stellt der Juli US Verbraucherpreisindex diese Woche den US Dollar als Bedrohung "unterm Radar" dar. Während die Entscheidungsträger der Federal Reserve die Verdienste einer dritten Runden quantitativen Easings öffentlich diskutieren, sind die Doves (Pro Quantitative Easing) der Ansicht, das die Inflation gezähmt ist und keine Bedrohung für die US Wirtschaft darstellt, und die Hawks (Contra Quantitative Easing) sind der Meinung, dass die Inflation der Wirtschaft bereits genügend Schaden zugefügt hat.

Beide Seiten haben ihre Berechtigung: Die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) ist ziemlich standhaft, aber das Lohnwachstum hat mit der Inflation nicht standgehalten, daher hat die Kaufkraft der Konsumenten stetig abgenommen. Übereinstimmende Prognosen zeigen, dass die Inflationsrate im Juli zu +0.2% im Monatsvergleich abgeprallt ist von 0.0% im Juni im Montasvergleich. Auf einer jährlichen Basis fiel die gemessene Inflation auf +1.6% von +1.7%. Die VPI-Kerndaten sind mit einer Steigerung um +2.2% im Jahresvergleich prognostiziert. Das würde jedoch bedeuten, dass die Hawks weiterhin in dieser Debatte die Oberhand behalten (die Federal Reserve Zielsetzung liegt mittelfristig bei +2.0%). Stärkere Werte erweisen sich als bullisch für den US Dollar, schwächere Daten sind bärisch. Die zu beobachtenden Schlüsselpaare sind der EUR/USD und der USD/JPY.

16.08. Donnerstag // 09:00 GMT: EUR Euro-Zone Verbraucherpreisindex (JUL)

Der Preisdruck in Europa nimmt nicht ab. Das jedenfalls ist laut der Prognostiker im Juli passiert. Die übereinstimmte Prognose der Bloomberg News Umfrage zeigt, dass sich der Verbraucherpreisindex im Juli um -0,5% zusammengezogen hat, auf einer monatlichen Basis, obwohl der Haupt-Preisdruck konstant bei +2,4% im Jahresvergleich verblieb. Die VPI-Kerndaten, dies ist vielleicht noch wichtiger, werden schätzungsweise knapp von +1,6% im Juni auf +1,7% im letzten Monat steigen.

Dies ist von besonderer Wichtigkeit, weil es vermuten lässt, dass die immensen Liquiditätssummen, die die europäische Zentralbank seit 2011 ins System geschüttet hat, ca. €1,1 Trillionen, ihren Weg in die reale Wirtschaft finden. Falls dies der Fall ist, erwarten wir, dass die deutsche Opposition gegen weitere expansive Geldpolitik der europäischen Zentralbank sich stillt. Starke Messungen sind Euro-bärisch, wogegen schwache Werte wahrscheinlich Euro-bullisch sein werden. Die zu beobachtenden Schlüsselpaare sind: EUR/GBP, EUR/JPY und EUR/USD.

Tariferhöhungswahrscheinlichkeit / Basis-Points Erwartungen

European_US_Inflation_Data_to_Guide_Easing_Hopes_from_ECB_Fed_body_Picture_7.png, Inflationszahlen aus Europa und USA werden die Hoffnungen auf Lockerung der EZB und Fed leiten

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