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Britisches Pfund bleibt unter Druck wegen expansiver Geldpolitik der BoE und schwachem BIP

Britisches Pfund bleibt unter Druck wegen expansiver Geldpolitik der BoE und schwachem BIP

2012-06-22 21:31:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Währungsstratege
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Fundamentale Prognose für das Britische Pfund: Bärisch

  • GBP/USD klassischer technischer Bericht
  • Unklarer Ausblick für das Britische Pfund gegen den Japanischen Yen
  • US Dollar konsolidiert nach stärkstem Tag seit 9. November, Yen bleibt zurück

Das Britisch Pfund hatte eine relativ schwache Woche. Es verlor 0,81 Prozent auf den US Dollar, der seinerseits nur der drittbeste Performer war. Gegen den Top-Performer, den New Zealand Dollar, büßte das Britische Pfund 1,12 Prozent ein; doch schaffte es immerhin einen Anstieg um 1,34 Prozent gegen die Währung mit der schlechtesten Performance, den Japanischen Yen. Die Schwäche des Britischen Pfunds lässt sich auf zwei Faktoren zurückführen: erstens, die Ankündigung im Vorfeld der Wahl in Griechenland, dass die Bank of England ein massives Liquiditätsprogramm zur Unterstützung der kleinen und mittleren Unternehmen einführen wird, und zweitens das am Mittwoch erschienene Sitzungsprotokoll der BoE.

Nachdem wir das Liquiditätsprogramm bereits in früheren Prognosen ausführlich besprochen haben, wollen wir unseren Fokus auf den Inhalt des Sitzungsprotokolls legen. Was sofort ins Auge sticht, ist das Abstimmungsergebnis zum Anleihenkaufprogramm, das im Wesentlichen die Version der BoE des Quantitative-Easing-Programms der Federal Reserve darstellt. Anders als bei den vier zurückliegenden Abstimmungen, bei denen nur ein oder zwei Mitglieder für mehr Easing stimmten (bei einem Abstimmungsergebnis von 8:1 oder 7:2), waren die Meinungsunterschiede bei der Sitzung im Mai deutlicher: Vier Mitglieder stimmten dagegen, sodass das der Verzicht auf eine weitere Lockerung mit 5:4 beschlossen wurde. Das stellt eine dramatische Verschiebung im Sentiment bei den Mitgliedern des Monetary Policy Committee dar. Somit liegt der Schluss nahe, dass wir in der nächsten Zeit eine BoE erleben werden, die eine expansivere Geldpolitik befürwortet. In Anbetracht dieser Entwicklung und unabhängig von den scheinbaren Vorteilen, die das Britische Pfund aus den sicherheitsorientierten Geldflüssen, die auf die Staatsschuldenkrise in der Euro-zone zurückgehen, ziehen kann, gehen wir davon aus, dass das Britische Pfund im zweiten Halbjahr 2012 zu den schwächeren Währungen gehören wird.

Kommen wir zu den Wirtschaftsdaten. In dieser Woche schauen wir besonders auf drei Dinge. Am Dienstag erwarten wir die Zahlen zu den öffentlichen Finanzen. Dort wurde in den letzten vier Monaten ein moderater Überschuss verzeichnet. Diesmal wird mit einem Defizit gerechnet, da die Steuereinnahmen im Mai niedriger als erwartet ausgefallen sind. Ähnlich wie bei der Leistungsbilanz sollte ein Defizit der öffentlichen Finanzen das Britische Pfund belasten. Wenn das Defizit weiter zunimmt, dann sollte dies die älteste Papierwährung der Welt in den nächsten Monaten nach unten drücken.

Am Donnerstag erscheinen die beiden anderen wichtigen Zahlen, und zwar die Nationwide Hauspreise und das finale Ergebnis des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal. Die Hauspreise werden voraussichtlich den vierten Monat in Folge auf Jahresbasis sinken und damit unsere lange bestehende Sorge verstärken, dass die Wirtschaft Großbritanniens einer Stagflation ins Auge sieht. Die Zahl für das Wachstum im ersten Quartal dürfte diese Behauptung weiter untermauern. Einer Umfrage von Bloomberg News zufolge schrumpfte die britische Wirtschaft im ersten Quartal 2012 im Vergleich zum vierten Quartal des Vorjahres um 0,3 Prozent. Im Jahresvergleich wird der Rückgang voraussichtlich bei geringfügigen 0,1 Prozent liegen. Wie auch immer, unsere Kriterien für eine Stagflation sind erfüllt: kein oder negatives Wachstum, anhaltend hoher Preisdruck und ein stagnierender Arbeitsmarkt.

Nachdem die Wachstumssorgen wieder akut werden und der Trade gemäß dem Motto “beten wir für ein Easing” nach der Sitzung der Fed in dieser Woche wieder in den Hintergrund rückt, dürfte das Britische Pfund seine Verluste gegen den US Dollar ausbauen. Wenn die Lage der Euro-zone angespannt bleibt und beim Treffen der "Großen Vier" am Montag keine neuen Maßnahmen vereinbart werden, könnte das Sterling auch gegen den Euro und den Schweizer Franken Gewinne verbuchen. (Der Euro und der Schweizer Franken haben seit dem 6. September 2011 eine Korrelation von +0,91.)

–CV

DailyFX stellt Neuigkeiten zu Forex und technische Analysen, die sich auf Trends beziehen, die die globalen Währungsmärkte beeinflussen, zur Verfügung.