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Euro-Krise könnte sich auf den Rest der Welt ausdehnen

Euro-Krise könnte sich auf den Rest der Welt ausdehnen

2012-06-02 03:24:00
John Kicklighter, Chef-Stratege
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Euro-Krise könnte sich auf den Rest der Welt ausdehnen

Fundamentale Prognose für den Euro: Bärisch

  • EZB weist spanische Forderungen nach Anleihekäufen zurück
  • Schwache italienische Anleiheauktion verstärkt Spaniens wachsende Finanzprobleme
  • Euro fällt in die Nähe von 2-Jahres-Tiefs gegen den Dollar, können wir einen Abprall erleben?

Die fundamentalen Probleme des Euro könnten letztendlich die weltweiten Finanzmärkte in Brand setzen. Wenn wir an 2007-2008 zurückdenken, so wurde die größte finanzielle Katastrophe seit mehreren Generationen durch einen bestimmten Katalysator aus den Vereinigten Staaten ausgelöst – den Derivaten auf Subprime-Immobilienkredite. Wie es scheint, könnte die Staatsschuldenkrise in der Eurozone den Anstoß für fortdauernde Verwerfungen auf den weltweiten Märkten gaben. Die Ausbreitung der Krise ist aufgrund der Wachstumsabschwächung, der außergewöhnlich niedrigen Renditen für Investoren und der Zurückhaltung der Kreditgeber, die zu einer Austrocknung der Kreditmärkte führt, sehr wahrscheinlich. Ein Unterschied, den wir zur Kenntnis nehmen sollten, ist jedoch folgender: Während der Dollar von der Umschichtung in sichere Anlagewährungen profitieren kann, befindet sich der Euro bei jeder globalen Katastrophe im Epizentrum .

Der vergangene Monat war ein besonders schlechter Monat für den Euro. Die Gemeinschaftswährung fiel im Mai um erstaunliche 9,1 Prozent auf den Yen und um 7,1 Prozent auf den US dollar – diese beiden Währungen gelten als sicherer Hafen. Gegen den Hochzins-Rohstoff-Block war die Performance des Euro deutlich robuster; wenn wir aber die Kursbewegung einige Jahre zurückverfolgen, sehen wir, dass der Euro in der Nähe von langfristigen Tiefs steht. Der Euro ist im wahrsten Sinne eine fundamental problembeladene Währung.

Gerade jetzt, wo die Wellen weltweit immer höher schlagen, müssen wir uns den Fortschritt des Euro ins Gedächtnis rufen. Während andere Währungen unter allgemeinen Risikotrends leiden, könnte man die ureigenen Probleme des Euros als kleineres Übel betrachten, und es ist gut möglich, dass er in der Folge steigt, einfach weil alle anderen von noch größerer Höhe fallen. Um die bärische Stimmung für den Euro beizubehalten, bräuchten wir einen spürbaren Fortschritt bei der Lösung der vielen Probleme der Region. Spanien ist immer noch der Hauptkandidat für Volatilität und der spanische Wirtschaftsminister verkündete, dass die Zukunft des Euro in seinem Land auf Messers Schneide stünde, wenn ihm nicht bald Unterstützung angeboten würde. Und wie steht es um Griechenland? Die Situation ist immer noch schmerzlich und Spekulationen über einen bevorstehenden Ausstieg dominieren die Prognosen, aber es kann sein, dass bis zum Tag der Abrechnung noch Zeit bleibt, da die zweite Wahl am 17. Juni noch bevorsteht. Und dann besteht immer noch die Möglichkeit, dass ein anderer Mitgliedsstaat noch stärker in Erscheinung tritt. Portugal verkauft diese Woche Anleihen. Irland hat gerade im Finanzreferendum mit "Ja" abgestimmt, hat aber ebenfalls noch ungelöste Probleme.

Nachdem die Rechnung jetzt erstellt ist, müssen wir herausfinden, unter welchen Voraussetzungen der Euro tatsächlich wieder nach oben kommen kann. Er könnte die Währungen mit höherer Rendite übertrumpfen, wenn ein sich selbst erhaltender Risikoaversionskreislauf in Gang gesetzt würde, und das könnte die Situation über die Probleme Europas herausheben, und gleichzeitig die problembeladene Währung festigen. Außerdem besteht auch immer noch die Chance auf außerordentliche Maßnahmen: nämlich Stimulus. Spanien hat von der EZB gefordert, dass diese ihre SMP-Maßnahmen wieder aufnimmt und Spaniens Staatsanleihen kauft, so dass das Land an lebenserhaltende Geldmarktfonds kommen würde. Die Ergebnisse der Bemühungen der letzten Woche am Montag, und etwaiger Bemühungen, die unter der Woche stattgefunden haben, werden wir durch Informationen von Tradern indirekt mitbekommen. Die Zinsentscheidung am Donnerstag birgt weiteres Potential für Unterstützung. Entweder ein weiteres langfristiges Finanzierungsprogramm oder eine schwer fassbare Zinssenkung könnten Vertrauen aufbauen. Die Erwartungen unter den Wirtschaftsexperten und im Markt sind gering, aber das ist die beste Voraussetzung dafür, sich von hinten anzuschleichen und den Markt zu überrumpeln.

Bei der nächsten lustigen Runde "wem geht es gerade am Schlechtesten", die uns bevorsteht, sollten wir nicht vergessen, dass die Probleme in Europa auf Dauer nur schlimmer werden. Zeit schinden: Darin sind die europäischen Staatsoberhäupter mittlerweile besonders gut, aber provisorische Lösungen sind genau das: nicht von Dauer. Und ein dauerhaftes Verschleppen eines ungelösten Systemfehlers macht den letztendlichen Kollaps nur umso schlimmer. Während der Ausstieg eines EU-Mitglieds bedrohlich näher rückt und der Krisen-Spread sich dementsprechend entwickelt, zeigen sich ganz deutlich die Risse in der Währung, die viele für die neue krisensichere Devisenreserve gehalten hatten.

DailyFX stellt Neuigkeiten zu Forex und technische Analysen, die sich auf Trends beziehen, die die globalen Währungsmärkte beeinflussen, zur Verfügung.