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Fed schließt Zinssenkungen bei Marktunruhe aus – US-Dollar könnte zulegen

Fed schließt Zinssenkungen bei Marktunruhe aus – US-Dollar könnte zulegen

2019-05-18 12:00:00
Ilya Spivak, Senior Währungsstratege
Teile:

US-DOLLAR – FUNDAMENTALPROGNOSE: BULLISCH

  • US-Dollar legt zusammen mit US-Schatzanleihen zu, während die Finanzmärkte defensiv werden
  • EU-Wahlen und Aktualisierung des OECD-Ausblicks könnten Trader wieder zu einer „Risk-off“-Haltung zurückkehren lassen
  • Weitere offizielle Kommentare zu einem Handelskrieg zwischen den USA und China bleiben die große Unbekannte

Lagen wir mit unserer Prognose für den US-Dollar richtig? Lesen Sie sie kostenlos und finden Sie es heraus!

Der US-Dollar beschleunigte sich in der letzten Woche nach oben hin. Eine Gewinnphase über fünf Tage war die längste Phase aufeinanderfolgender Zugewinne in zwei Monaten. Damit lief der Wert der Währung gegenüber einem Durchschnitt ihrer wichtigsten Gegenstücke um Haaresbreite bis an das 2019-Hoch heran.

Die Zugewinne entwickelten sich parallel zu den steigenden US-Schatzanleihen, während der eingepreiste Ausblick für die Geldpolitik der Fed im Jahr 2019 defensiver wurde. Dies war Signal für die Märkte, nun von einer höheren Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung auszugehen (jetzt bei 75 %). Das deutet auf „sichere Hafen“-Nachfrage vor dem Hintergrund von Risikoreduzierungen als Impetus für Zugewinne hin.

Die Eskalation des Handelskriegs zwischen den USA und China steht auf der Liste der Anliegen der Investoren ganz oben. Hinzu kommen weitere geopolitische Ungewissheiten in Verbindung mit dem Brexit, den Wahlen für das Europäische Parlament und zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Dadurch wird auch ein Wachstumsrückgang der Weltwirtschaft verstärkt.

USD KÖNNTE ZULEGEN, DA FED AUSSICHTEN AUF ZINSSENKUNGEN BEI RISK-OFF HANDEL AUSSCHLIESST

Diese Risiken bestehen auch noch in der kommenden Woche. Die Wahlen der neuen Mitglieder des Europäischen Parlaments werden als ein Referendum über die Verdienste der EU als Ganzes gesehen. Die Märkte sind nervös, da Euroskeptiker jeglicher Couleur nach einem stärkeren Mandat streben. Gleichzeitig wird die OECD wahrscheinlich ihren globalen Wirtschaftsausblick senken.

Die Fed könnte die Anleger noch zusätzlich entnerven, indem sie erneut erklärt, dass Hoffnungen auf eine Rettungsleine von Seiten der Geldpolitik in nächster Zeit mit annähernder Sicherheit aussichtslos sind. Eine Rede des Fed-Vorsitzenden Powell und das Protokoll der Mai-Sitzung des FOMC werden wahrscheinlich wieder einmal die Präferenz der Notenbank für einen Ansatz des Abwartens zum Ausdruck bringen.

Insgesamt verheißt dies für den Greenback Gutes. Durch eine weitere Runde marktweiter Risikoreduzierung kommt es wahrscheinlich zu einem Aufschlag auf die beispiellose Liquidität der Referenzwährung, wodurch es zu Zugewinnen kommen dürfte. Obwohl Renditen in diesem Szenario nicht den wichtigsten Aspekt darstellen, richtet eine Fed in Stasis, während andere Notenbanken Lockerungen planen, sicherlich keinen Schaden an.

Die Handelsgespräche zwischen den USA und China bleiben weiter die große Unbekannte. Die Kurse reagieren auf die laufenden Kommentare zu den Verhandlungen von Medien, die in Verbindung mit der Regierung in Peking stehen, sowie von Seiten des Twitter-Kontos des US-Präsidenten Trump. Kommentare von beiden Seiten könnten zu reflexartiger Volatilität führen.

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