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US-Dollar könnte Unterstützung finden, da Besorgnis über globalen Ausblick steigt

US-Dollar könnte Unterstützung finden, da Besorgnis über globalen Ausblick steigt

Ilya Spivak, Head Strategist, APAC
USD

FUNDAMENTALPROGNOSE FÜR DEN US-DOLLAR: BULLISCH

  • Einstellung des Regierungsbetriebs in den USA lässt Daten, die für den Ausblick der Fed-Geldpolitik kritisch sind, in den Hintergrund rücken
  • BIP für China, PMI für die Euro-Zone, Kommentare aus Davos könnten die Märkte beunruhigen
  • Peking versucht einen Durchbruch bei den Verhandlungen zu dem Handelskonflikt zwischen den USA und China zu erzielen

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Die Kursbewegungen des US-Dollar seit November reflektiert weitgehend eher breitbasierte Stimmungstrends als Fundamentaldaten im Inland. Die Währung erwies sich trotz des Kollapses der Fed-Zinsanhebungswetten als bemerkenswert robust.Sie erreichte ein 20-Monats-Hoch im Rahmen einer heftigen Marktfucht gegen Ende des Jahres 2018, bevor sie wieder nachgab, als die Risikobereitschaft sich festigte. Das spricht für einer starke Anti-Risiko-Attraktivität, die wahrscheinlich in der beispiellosen Liquidität des US-Dollars seine Wurzeln hat.

Die Fed hat in der Zwischenzeit ihre Botschaft geändert. So enthält sie nicht mehr die Art der längerfristigen Orientierung, die die Geldpolitik als Folge der Wirtschaftskrise definiert hat; sie ist nunmehr auf einen flexibleren, datenabhängigen Ansatz ausgerichtet. Die Märkte werteten die Verschiebung anfangs als defensiv – was angesichts der straffungsorientierten Ausrichtung zuvor wenig überrascht – schienen aber schließlich im Vorfeld des Handels der letzten Woche die Absichten der Notenbank zu berücksichtigen.

Obwohl dies die Voraussetzungen für größere direktionale Klarheit hätte schaffen können, war dies nicht der Fall, da die Einstellung des Regierungsbetriebs in den USA die Veröffentlichung kritischer Wirtschaftsdaten, die zur Information geldpolitischer Spekulation dienlich hätten sein sollen, aus der Bahn geworfen hat. Was aus Privatsektorquellen kam schien ominös. Der Maßstab für das Verbrauchervertrauen der University of Michigan fiel im Januar unerwartet auf ein 26-Monats-Tief.

DATEN AUS CHINA UND DER EURO-ZONE, IWF-PROGNOSEN KÖNNTEN MÄRKTE IN UNRUHE VERSETZEN

Nachdem die US-Regierung einer Wiederaufnahme des statistischen Berichtswesens allem Anschein nach nicht näher ist, werden in der kommenden Woche möglicherweise weiterhin Kräfte auf Makroebene im Mittelpunkt stehen. Die Veröffentlichung der chinesischen BIP-Daten am Montag sowie aktualisierte Wirtschaftsprognosen des IWF könnten zur Sorge über eine Verlangsamung der Weltwirtschaft beitragen. Die PMI-Erhebungen für die Euro-Zone am Donnerstag werden die Einsichten der Anleger in den weltweiten Konjunkturzyklus weiter vertiefen.

Falls die Daten aus China und dem Euro-Raum die immer größer werdende Enttäuschung gegenüber den Konsensprognosen während der letzten Monate bestätigen sollte, während das IWF-Update eine analoge Veröffentlichung der Weltbank früher im Monat reflektiert, wird die kumulative Botschaft besorgniserregend sein. Dies könnte eine weitere Runde umfassender Liquidierungen in den Finanzmärkten auslösen, was dem Greenback aufgrund der Kapitalflüsse, die nach einem sicheren Hafen suchen, Aufwind verleihen könnte.

Kommentare von dem jährlichen Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz, könnten sich ebenfalls als marktbewegend erweisen. Die dort anwesenden Größen aus Politik und Finanzwelt werden für eine Flut von Meinungen zum Zustand der Weltwirtschaft, den verschiedenen makroökonomischen Kräften, die im Spiel sind, und den Wirtschaftsausblick sorgen. Falls der Gesamtton sich zu verdunkeln zu haben scheint, könnten die Anti-Risiko-Bewegungen in den Märkten verstärkt werden.

MÄRKTE WARTEN AUF DURCHBRUCH BEI GESPRÄCHEN ÜBER HANDELSKONFLIKT ZWISCHEN USA UND CHINA

Ein Durchbruch bei den Verhandlungen zu dem Handelskonflikt zwischen den USA und China könnte eine Atempause gewähren. Die Märkte freuten sich am Freitag über Berichte, dass Peking Washington angeboten hatte, die Importe von US-Waren derart zu erhöhen, dass das bilaterale Handelsdefizit über sechs Jahre geschlossen werden würde. Die Stimmung könnte sich aufhellen, falls in der nächsten Woche deutliche Fortschritte in dieser Hinsicht erzielt werden können.

Das muss nicht unbedingt negativ für den US-Dollar sein. Tatsächlich konnte die Benchmark-Währung zusammen mit Aktienkursen und Anleihenrenditen zulegen, während die eingepreisten, in den Fed-Funds-Futures implizierten, Zinsanhebungserwartungen stiegen, nachdem das Friedensangebot chinesischer Vertreter die Runde gemacht hatte. Diese Fähigkeit, sich gewandt von einem sicheren Hafen zu einer renditebasierten Anlage zu ändern, impliziert, dass der Dollar selbst dann Boden gewinnen könnte, wenn die Risikobereitschaft tatsächlich wieder zurückkehren sollte.

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