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US-Dollar: Zugewinne bei Unruhe im Markt, Blick auf Anleihenverkäufe und TIC-Daten

US-Dollar: Zugewinne bei Unruhe im Markt, Blick auf Anleihenverkäufe und TIC-Daten

2018-08-13 10:45:00
Ilya Spivak, Senior Währungsstratege
Teile:
US-Dollar – Kurschart

FUNDAMENTALPROGNOSE FÜR DEN US-DOLLAR: BULLISCH

  • US-Dollar legt zu, da Unruhe in den Schwellenmärkten die Nachfrage nach einem sicheren Hafen anheizt
  • Ergebnisse der Anleihenauktionen und TIC-Daten könnten die Renditen deckeln und die Rally abkühlen
  • Sentiment-Schub aus der Einigung über Fahrzeugimporte zwischen den USA und Japan könnte sich als dauerhaft erweisen

Schauen Sie in unsere aktuelle US-Dollar-Prognose, um zu erfahren, was den Kurs im dritten Quartal bestimmen wird!

Der US-Dollar ließ die Flaute bei den lokalen Datenflüssen in der letzten Woche seine Aufwärtsbewegung nicht verlangsamen, da er in der sich verschlechternden Risikobereitschaft in den Finanzmärkten einen Katalysator finden konnte. Obwohl die beispiellose Liquidität der Referenzwährung den Erwartungen zufolge ihre Attraktivität steigerte, wurde der schwelende Handelskrieg zwischen den USA und China als wahrscheinlicher Auslöser für die sich verschlechtendere Stimmung unter Anlegern gesehen. Wie dem so ist, war der Zusammenbruch von Schwellenmarktwerten aufgrund der Unruhe in der Türkei und in Russland der Auslöser. Dadurch wurde der Greenback auf ein 14-Monats-Hoch getrieben.

Die kommende Woche bietet eine eklektische Mischung aus möglichen Stimuli für weitere Volatilität. Die Einzelhandelsabsätze und Daten zum Verbrauchervertrauen werden sich auf die Wetten zur Geldpolitik der Fed auswirken, es müsste aber zu einer unwahrscheinlichen, dramatischen Abweichung von den Prognosen kommen, um die Erwartungen für den Status Quo aus der Bahn zu werfen. Das Wirtschafts-Symposion in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming später im Monat wird dann wahrscheinlich den nächsten, echten Wendepunkt darstellen. Im Moment haben die Märkte eine weitere Zinsanhebung im September vollständig eingepreist und die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Anhebung im Dezember liegt nicht weit von 60 Prozent.

Ansonsten stehen noch die Ergebnisse einer Reihe von Anleihenauktionen an, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnten. Die Märkte sind über die wachstumsnegativen Auswirkungen einer Spitze bei den Kreditkosten besorgt, da das US-Finanzministerium ein klaffendes Defizit, das durch Steuersenkungen in Höhe von 1,5 Bio. Dollar und die um 300 Mrd. Dollar höheren Ausgaben der Trump-Administration noch verstärkt wird, finanzieren muss. Der Dollar litt, da die Renditen sanken, nachdem die Nachfrage nach einem Verkauf zehnjähriger Anleihen in der letzten Woche

bemerkenswert stabil geblieben war.

Die TIC-Kapitalflussdaten für Juni werden ebenso interessant werden. Die ausländischen Nettoankäufe von US-Staatsanleihen sind in den letzten beiden Jahren zusammen mit den Anleihenrenditen gestiegen. Dies deutet darauf hin, dass höhere Erträge für Nachfrage sorgen. Das könnte für das Interesse an der höheren Emission von Staatsanleihen Gutes verheissen. Daten zeigen, dass mehr des Gleichen dem Greenback angesichts der straffungsorientierten Führungsrolle der Fed innerhalb der G10 Unterstützung gewähren könnte. Insofern, als dass dies die Kreditkosten deckeln könnte, lässt es sich jedoch als einschränkend für Zugewinne interpretieren.

Es muss nicht extra erwähnt werden, dass die Unruhe im breiteren Markt ein wichtiger Faktor bleibt. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran, der Türkei und Russland sind immer noch nicht gelöst. Die Besorgnis über einen Handelskrieg eskaliert weiter, da Washington und Peking Strafzölle gegeneinander verhängt haben. Eine Einigung zur Vermeidung von Zöllen auf Fahrzeugimporte gegen Japan scheint wahrscheinlich. Solche Resultate würden wahrscheinlich eine Ruhepause von der Risikoscheu bieten. Insgesamt scheint die Lage aber zu gefährlich, als dass sich folgern ließe, dass sie für eine dauerhafte „Risk-on“-Verschiebung bei der Stimmung ausreichen.

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