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US-Dollar: Drei-Jahres-Tief vor BIP, BoJ, EZB

US-Dollar: Drei-Jahres-Tief vor BIP, BoJ, EZB

James Stanley, Strategist
US-Dollar: Drei-Jahres-Tief vor BIP, BoJ, EZB

Gesprächsansätze:

Fundamentalprognose für den US-Dollar: Neutral

Als die Märkte nach dem verlängerten Feiertagswochenende in den Vereinigten Staaten wieder öffneten, war dies der Beginn einer weiteren harten Woche für den US-Dollar. Der DXY fiel auf ein neues Drei-Jahres-Tief und setzte somit die dramatischen Verluste der Vorwoche fort, nachdem sich von dem Dezember-Tief aus ein gewisser Widerstand zu zeigen begonnen hatte. Die Bewegung der letzten Woche wurde von einer Reihe von Datenveröffentlichungen am Freitag angeschoben, als der VPI und die erweiterten Einzelhandelsabsatzzahlen für die USA bekanntgegeben wurden. Während die Kerninflation positiv überraschte, enttäuschten die Einzelhandelsabsätze, was die Aufmerksamkeit der Märkte für sich einnahm. Dies führte zu einer starken bärischen Bewegung, die sich bis zum Beginn dieser Woche fortsetzte.

Der Greenback tat sich anfangs schwer wieder Halt zu finden und am Dienstabend bildete sich ein weiteres tieferes Tief. Seitdem scheint sich etwas über dem 90,00 Niveau des DXY jedoch etwas Unterstützung zu bieten. Die Unterstützung konnte sich auch nach einer enttäuschenden Meldung am Freitag dieser Woche halten: Das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan lag bei 94,4, während die Erwartungen von 97,00 ausgegangen waren. Dieser Wert stellt ein neues Sechs-Monats-Tief für diesen Datenpunkt dar. Dies wurde aber vielleicht durch einige Gewinnmitnahmen ausgeglichen, als die Bären vor dem Schluss dieser Woche ihr Risiko strafften.

US-Dollar über „DXY“-Vier-Stunden: Dollar versucht über 90,00 Unterstützung zu finden

US-Dollar: Drei-Jahres-Tief vor BIP, BoJ, EZB

Chart erstellt von James Stanley

US-BIP, EZB, BoJ nächste Woche von Bedeutung

Die wichtigsten US-Daten in der nächsten Woche kommen am Freitag, wenn das BIP für das vierte Quartal veröffentlicht wird. Am Donnerstag kommt auch die Advanced Goods Trade Balance, die von hoher Bedeutung ist. Vorher stehen aber noch wichtige Notenbank-Zinsentscheide aus Japan (Dienstag) und Europa (Donnerstagmorgen) an. Sie alle können die Flüsse des Dollar stark beeinflussen, da makroökonomische Trends bei den jüngsten Bewegungen der Währung ein wichtiger Faktor waren.

Das große Fragezeichen bei den Notenbanken ist im Moment, wann sie sich einer Drosselung ihrer geldpolitischen Anreize zuwenden werden. Obwohl die Märkte solch ein Thema aus Europa während des größten Teils des letzten Jahres eingepreist zu haben scheinen, ist es Thema jüngster Debatten zur Bank of Japan. Obwohl die EZB fortwährend dem Thema Ausstieg aus den geldpolitischen Anreizen ausweicht, haben die Märkte einen großen Teil des letzten Jahres damit zugebracht, den Euro in Erwartung dieser Maßnahmen hoch zu bieten. Als die EZB im Oktober ihre geldpolitischen Anreize verlängerte, bewirkte die Entscheidung gerade einmal zwei Wochen lang eine Schwäche des Währungspaares EUR/USD. Aber als Mitte November ausgezeichnete BIP-Zahlen in Deutschland veröffentlicht wurden, kamen die Käufer direkt wieder zurück, um den bullischen Trend aus dem Jahr 2017 fortzusetzen. Dieser hatte natürlich zu einer signifikanten Dollar-Schwäche während des letzten Jahres beigetragen, da auf die Zukunft gerichtete Geldflüsse aus einem schwachen US-Dollar in den Euro liefen.

Was Japan betrifft, war der Yen eine der wenigen Währungen, die während der letzten acht Monate des Jahres 2017 mit der Dollarschwäche mitgehalten haben. Dies führte zu einer spannengebundenen Situation bei dem Paar. Aber Anfang letzer Woche begannen, als die Notenbank weniger längerfristige Anleihen ankaufte, Gerüchte die Runde zu machen, dass die BoJ versuchen könnte, ihre Anlagenankäufe zu drosseln. Dies führte aufgrund der Besorgnis über eine „verdeckte Drosselung“ zu einer Phase von Yen-Stärke, die dann letztlich wieder abflaute. Ihr gilt aber dennoch eine gewisse Aufmerksamkeit im Vorfeld des Zinsentscheids der BoJ in der nächsten Woche. Sollte die BoJ signalisieren, dass eine Drosselung der geldpolitischen Anreize anstehen könnte, wie sich dem Einfügen des Schlüsselworts „Normalisierung“ entnehmen lassen würde, wird es wahrscheinlich zu einer Yen-Stärke kommen, die zu einer weiteren Schwäche bei den globalen US-Dollar-Flüssen führen könnte.

Fundamentalprognose für die nächste Woche

Die Fundamentalprognose für den US-Dollar wird für die nächste Woche auf Neutral gesetzt. Während der Abwärtstrend des Greenback äußerst attraktiv ist, spricht die Unfähigkeit in dieser Woche, unter 90,00 durchzubrechen, in Kombination mit der gedehnten Natur des langfristigen Trends für einen schwierigen Hintergrund einer Fortsetzung in der Nähe mehrjähriger Tiefs.

DailyFX stellt Neuigkeiten zu Forex und technische Analysen, die sich auf Trends beziehen, die die globalen Währungsmärkte beeinflussen, zur Verfügung.