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US-Dollar: Politik überschattet Yellen-Rede und FOMC-Protokoll

US-Dollar: Politik überschattet Yellen-Rede und FOMC-Protokoll

2017-11-20 11:27:00
Ilya Spivak, Head Strategist, APAC
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US-Dollar: Politik überschattet Yellen-Rede und FOMC-Protokoll

Fundamentalprognose für den US-Dollar: Neutral

  • Der US-Dollar steht unter Druck, da die Saga vom „Trump-Trade“ immer weitergeht
  • Politik überschattet Yellen-Rede, FOMC-Protokoll, PMI-Erhebungen
  • Feiertags-Liquiditätsabzug könnte Volatilität bei gewichtigen Meldungen verstärken

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Der US-Dollar setzte die Kursverluste der letzten Woche fort. Hintergrund waren die schwindenden Aussichten auf eine expansive Finanzpolitik zur Stärkung der Inflation, die die Fed in einen steileren Zinsanhebungszyklus zwingen würden. Die Gesetzgeber im Repräsentantenhaus verabschiedeten eine Version der Steuerreform, die sich erheblich von der des Senats unterscheidet, insbesondere nachdem die letztgenannte eine Aufhebung von „Obamacare“ enthielt. Dies signalisiert, dass ein gefährlicher Verhandlungsprozess bevorsteht.

Gleichzeitig drangen die Ermittlungen in die Präsidentschaftswahlen des letzten Jahres, die von Sonderermittler Robert Mueller durchgeführt werden, tiefer in den inneren Kreis um Präsident Trump vor. Das Wall Street Journal meldete, dass Mueller Dokumente von der Trump-Kampagne unter Strafandrohung eingefordert hat, durch die er mögliche Absprachen zwischen der Kampagne und Russland zu ermitteln versucht. Dies heizte die Befürchtungen im Zusammenhang mit einer politischen Instabilität an und kühlte die Hoffnungen für den legislativen Prozess ab.

In den kommenden Tagen bietet der Wirtschaftskalender nur wenig Top-Tier Eventrisiko während einer aufgrund des Thanksgiving-Feiertags verkürzten Woche. Die Markit-PMI-Erhebung für November ist vielleicht am erwähnenswertesten, da sie einen zeitnahen Überblick über den Geschäftszyklus bietet. Außerdem steht eine Rede der Fed-Vorsitzenden Yellen an der Stern Business School an sowie das Protokoll der letzten FOMC-Sitzung.

Während eine Zinsanhebung im Dezember so gut wie vollständig eingepreist ist, werden wahrscheinlich die Politik und ihr Einfluss auf die geldpolitischen Entwicklungen im Jahr 2018 weiter im Mittelpunkt stehen. Die von den Fed-Funds-Futures implizierten eingepreisten Wahrscheinlichkeiten zeigen, dass Trader die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung bei 97 Prozent sehen. In der Tat liegt dieser Wert seit dem stetigen Anstieg seit Anfang September bereits seit zwei Wochen über 90 Prozent.

Das bedeutet, Schlagzeilen aus Washington werden wahrscheinlich spontane Volatilitätsschübe auslösen, was für ein schwieriges Tradingumfeld sorgen dürfte. Sollte es zu keinen Meldungen kommen, die wie eine Bombe einschlagen, könnte die vor dem Feiertag abebbende Liquidität sich auch in stärkeren Preisschwüngen äußern, falls es zu wirklich wichtigen Entwicklungen kommen sollte. Trader sind gut beraten, mit Bedacht vorzugehen.

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