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US-Dollar: Alle Augen sind auf die Debatte um Steuersenkungen in Washington gerichtet

US-Dollar: Alle Augen sind auf die Debatte um Steuersenkungen in Washington gerichtet

2017-11-06 10:34:00
Ilya Spivak, Head Strategist, APAC
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US-Dollar: Alle Augen sind auf die Debatte um Steuersenkungen in Washington gerichtet

Fundamentalprognose für den US-Dollar: Neutral

  • Der Aufwärtstrend des US-Dollar überlebt eine aktionsgeladene Woche intakt
  • In der kommenden Woche sind wahrscheinlich die Aussichten auf eine Steuerreform von kritischer Bedeutung
  • Das Überleben einer finanzpolitischen Enttäuschung könnte sich als prägend erweisen

Interessieren Sie sich für unsere US-Dollar-Prognose für das gesamte vierte Quartal? Sie finden sie hier!

Der US-Dollar hat es geschafft, aus einer Woche voller potenzieller Stolperfallen unbeschadet hervorzugehen. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im Dezember verringerte sich aufgrund der geldpolitischen Erklärung des FOMC nicht, Top-Tier Wirtschaftdaten waren weiterhin im Großen und Ganzen unterstützend und Donald Trump entschied sich mit seiner Nominierung von Gouverneur Jerome Powell als dem nächsten Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve für eine scheinbar ruhige Hand.

In der kommenden Woche gibt es keine hervorstechenden statistischen Veröffentlichungen. Der Bericht zum Verbrauchervertrauen der Universität Michigan bildet dabei die einzige Ausnahme. Die bevorstehenden Fed-Kommentare sind etwas spannender: Es steht eine Rede des neu ernannten stellvertretenden Vorsitzenden für Aufsicht Randall Quarles an. Nachdem ein Zinsschritt der Notenbank aber weitgehend eingepreist ist, könnte das Potenzial für eine Marktbewegung hierbei jedoch überschaubar bleiben.

Von größerem spekulativen Interesse wird wahrscheinlich der Zinsanhebungspfad im Jahr 2018 werden. In dieser Hinsicht ist die Finanzpolitik die große Unbekannte. Die Trump-Administration setzt sich für eine aggressive Runde von Steuersenkungen noch vor Jahresende ein. Sollten sie umgesetzt werden, würden Anleger sie als inflationär erwarten. Das würde die US-Notenbank aller Wahrscheinlichkeit nach in einen aggressiveren Straffungszyklus zwingen, wodurch das Schicksal des US-Dollar mit der Gesetzgebung verknüpft wäre.

Ein anfänglicher Reformvorschlag, der dem Repräsentantenhaus von der republikanischen Führung vorgelegt wurde, beeindruckte letzte Woche nicht. Mehrere GOP-Gesetzgeber fielen aus der Reihe und stellten sich gegen den Vorschlag. Die Einhaltung der Regeln des Senats für eine einfache Mehrheit – die es den Republikanern erlauben sollte den Plan zu verabschieden, sofern sie sich streng an die Parteilinie halten – wird wahrscheinlich bedeuten, dass noch signifikante Revisionen vorgenommen werden müssen.

Das bedeutet, dass die Märkte sich die Senat-Version des Vorschlags, der nächste Woche zur Veröffentlichung kommen soll, genau anschauen werden wollen. Wesentliche Unterschiede zu der Version des Repräsentantenhauses scheinen so gut wie unabdingbar. Das könnte zu einer Woche schwankender Volatilität beim Greenback führen, wenn Anleger die eingehenden Meldungen durchkämmen, um die Wahrscheinlichkeit eines zeitnahen Abgleichs zu ermitteln.

Sollten die Steuerpläne sich so entwickeln, wie die zahlreichen gescheiterten Versuche einer Reform des Gesundheitswesens, könnte der US-Dollar unter Druck geraten. Das Ausmaß einer Schwäche könnte ein Hinweis darauf sein, was sich bis Jahresende noch erwarten lässt. Falls die Märkte sich soweit mit der vorsichtig straffungsorientierten Haltung der Fed zufrieden geben und der Aufwärtstrend der Währung Enttäuschungen auf der finanzpolitischen Seite überlebt, werden sich ihre Aussichten deutlich aufhellen.

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