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US-Dollar vor weiteren Zugewinnen, aber die Politik gefährdet die Fortschritte

US-Dollar vor weiteren Zugewinnen, aber die Politik gefährdet die Fortschritte

2017-10-09 11:02:00
Ilya Spivak, Head Strategist, APAC
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US-Dollar vor weiteren Zugewinnen, aber die Politik gefährdet die Fortschritte

Fundamentalprognose für den US-Dollar: Bullisch

  • US-Dollar bei zunehmenden Spekulationen über eine Zinsanhebung der Fed auf Zwei-Monats-Hochs
  • VPI könnte weitere Zugewinne anheizen; es ist unwahrscheinlich, dass das FOMC-Protokoll überraschen wird
  • Die Politik gefährdet die NAFTA-Verhandlungen; Trumps Rede zum Abkommen mit dem Iran

Der US-Dollar hat eine inspirierte Erholung gezeigt. Hintergrund sind sich festigende Aussichten auf eine Zinsanhebung durch die Fed während der vergangenen zwei Wochen. Die Währung wird nun innerhalb von Zwei-Monats-Hochs gegenüber einem Durchschnitt ihrer wichtigsten G10-Währungsgegenstücke gehandelt. Die in den Fed Funds Futures eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im Dezember liegt jetzt bei 78,5 Prozent, während sie vor einem Monat noch bei gerade einmal 22 Prozent gelegen hatte.

Die kommende Woche liefert hinreichend Munition für weitere Spekulationen. Das Protokoll der September-Sitzung des FOMC wird dazu beitragen, das Denken der geldpolitischen Entscheider zu verdeutlichen, aber zahlreiche Kommentare seit der Sitzung haben bereits für eine eindeutig straffungsorientierte Tendenz gesorgt. Diese Haltung ist auf keinen Fall einstimmig, aber der harte Kern des Zinsausschusses scheint sich für die Argumente für eine bevorstehende Reflation und der daraus resultierenden Notwendigkeit einer Straffung entschieden zu haben.

Dadurch scheint der VPI-Report für September zum Dreh- und Angelpunkt für das bevorstehende Eventrisiko zu werden. Die Gesamtteuerung ist auf 2,3 Prozent gestiegen, dem höchsten Wert seit sechs Monaten. Eine stetige Verbesserung der US-Wirtschaftsmeldungen gegenüber den Prognosen seit Mitte Juni und der explosive Anstieg des Lohnwachstums im September (2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, der höchste Wert seit Mai 2009) öffnen die Tür für eine positive Überraschung.

Dennoch, die Gefahr, dass die Politik die Anleger von den wirtschaftlichen Fundamentaldaten ablenkt, ist nach wie vor allgegenwärtig. Verhandlungsführer aus den USA, Kanada und Mexiko kommen zu einer vierten Runde der Gespräche über eine Reform von NAFTA zusammen. US-Präsident Trump sinnt währenddessen über ein wahrscheinliches Scheitern des Prozesses nach. Es ist unklar, ob es sich dabei um eine taktische Vorgehensweise handelt, eine Darbietung für das Publikum im Inland oder eine echte Opposition.

Trump soll auch eine Rede zur Zukunft der US-Politik gegenüber dem Iran halten. Es verstärkt sich der Verdacht, dass die Rede einem Schritt zur „Dezertifizierung“ des Abkommens aus der Regierungszeit Obamas vorausgeht. Dabei wurden Sanktionen als Gegenleistung für eine Reduzierung der nuklearen Ambitionen des Irans gewährt. Sollte es sich herausstellen, dass dies der Fall ist, hätte der Kongress 60 Tage Zeit, in einem beschleunigten Verfahren über die Wiedereinführung der Sanktionen zu entscheiden, wodurch das Abkommen wahrscheinlich vollständig hinfällig werden würde.

Da das Ausmaß der hereinkommenden Schlagzeilen den Märkten echte Sorge über die wirtschaftlichen Folgen eines Scheiterns NAFTAs und/oder einer Beendigung des Nuklearabkommens mit dem Iran bereitet, könnte die resultierende Risikoscheu die Wetten auf eine Zinsanhebung der Fed abkühlen. Definitiv negative Resultate sind jedoch selbst im schlimmsten Fall unwahrscheinlich. Die Verhandelungen über die Handelsvereinbarungen könnten sich hinziehen und der Kongress könnte die zuvor gelockerten Sanktionen nicht wieder verschärfen.

Falls die politische Stimmung sich wirklich verschlechtern sollte und zu aggressiven „Risk-off“-Dynamiken führt, lässt sich sogar argumentieren, dass der US-Dollar zulegen könnte, da die Referenzwährung ihre Attraktivität als sicherer Hafen zurückgewinnt. Dies deutet darauf hin, dass – trotz einiger erwähnenswerter, potenzieller Gefahren – der Weg des geringsten Widerstands für den Greenback nach wie vor nach oben führt.

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