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Steigende Anleihenrenditen und Flucht aus Aktien verkomplizieren Ausblick für den Goldpreis

Steigende Anleihenrenditen und Flucht aus Aktien verkomplizieren Ausblick für den Goldpreis

Peter Hanks, Analyst
Steigende Anleihenrenditen und Flucht aus Aktien verkomplizieren Ausblick für den Goldpreis

Fundamentalprognose für Gold: Neutral

  • Gold gegenüber steigenden Anleihenrenditen anfällig, da die Attraktivität des Edelmetalls schwindet
  • Die Flucht aus US-Aktien und anderen „Risk-on“-Investitionen könnte Risikoaversion verstärken
  • Bis die Märkte sich auf die sich verändernde Landschaft eingestellt haben, ist der fundamentale Ausblick für Gold ungewiss

Goldpreis ist von fundamentalen Entwicklungden und dem Sentiment abhängig

Gold verzeichnete diese Woche eine bescheidene Rally, bei der es von unter 1.190 Dollar vor dem Wochenende auf etwas über 1.200 Dollar anzog. Trotz der Rally wurde der Ausblick für Gold ungewisser als je zuvor, da steigenden Anleihenrenditen und eine Flucht aus Aktien die Märkte in Unruhe versetzten.

Goldpreis-Stundenchart, 1. Oktober bis 5. Oktober

Steigende Anleihenrenditen und Flucht aus Aktien verkomplizieren Ausblick für den Goldpreis

Möchten Sie lernen, Gold zu handeln? Schauen Sie in unseren Gold Trading-Leitfaden.

Normalerweise sind steigenden Anleihenrenditen eine fundamental bärische Entwicklung für Gold. Das Edelmetall erhält keinen Nutzen aus steigenden Zinsen und bei der Jagd der Anleger nach Rendite wird Gold daher links liegen gelassen. Dies führt zu einem Abrutschen der Nachfrage und einem darauffolgenden Preisrückgang. Nachdem die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen 3,24 % erreicht hat, den höchsten Stand seit 2011, scheint es, dass Gold nach unten laufen sollte. Leider geht für die Gold-Spekulanten, die sich um Klarheit bemühen, mit den steigenden Renditen eine Flucht aus den Aktien einher.

In dem Chart unten können wir eine relativ hohe Korrelation zwischen den Renditen von High Grade Anleihen und Preisverlusten bei Gold erkennen.

Gesamtrenditen von Anleihen der USA, Deutschlands, Großbritannien und Japans, mit der inversen Performance von Gold überlegt

Steigende Anleihenrenditen und Flucht aus Aktien verkomplizieren Ausblick für den Goldpreis

Chart erstellt von John Kicklighter

Obwohl Gold von steigenden Renditen nicht profitiert, hat es Reiz als traditioneller „sicherer Hafen“-Wert. Die Flucht aus Aktien dürfte daher die Nachfrage nach sicheren Häfen anheizen. Diese Woche standen nicht nur die US-Aktien unter Druck, sondern auch die der Schwellenmärkte. Dies deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach Erträgen rückläufig ist und die Risikoaversion zunimmt.

Stundenchart für den Dollar-Korb, 1. Oktober bis 5. Oktober

Steigende Anleihenrenditen und Flucht aus Aktien verkomplizieren Ausblick für den Goldpreis

Trotz der Flucht aus Aktien hat sich keine robuste Nachfrage nach „sicherer Hafen“-Werten materialisiert. Wir können dies durch Betrachtung anderer traditioneller sicherer Häfen, wie den Japanischen Yen, bestätigen. Ein anderer sicherer Hafen, der US-Dollar, ist zum Wochenende hin ebenfalls abgerutscht.

Sehen Sie sich an, wie unsere Kunden zu Gold und anderen Vermögenswerten positioniert sind.

Dadurch steckt Gold zwischen zwei fundamentalen Kräften fest – steigenden Renditen und der Nachfrage nach einem sicheren Hafen. Die Fundamentalprognose für Gold für diese Woche ist daher gemischt. Bis sich die Lage in den Märkten hinsichtlich der treibenden Kräfte hinter diesen fundamentalen Entwicklungen geklärt hat, würde es nicht überraschen, wenn Gold innerhalb seiner jüngsten Spanne seitwärts gehandelt wird.

Goldpreis-Tageschart, Februar bis heute

Steigende Anleihenrenditen und Flucht aus Aktien verkomplizieren Ausblick für den Goldpreis

Wirft man einen kurzen Blick auf die technische Situation, könnte man erwarten, dass Gold zwischen den Fibonacci-Niveaus 1.213 Dollar und 1.175 Dollar gehandelt wird. Eine engere Unterstützung findet sich an der Trendlinie, die bis Mitte August zurückreicht. Weiterhin hat sich um das 1.207 Dollar Niveau herum ein gewisser, kurzfristiger Widerstand materialisiert, an dem es im letzten Monat zu mehreren gescheiterten Durchbruchversuchen gekommen ist.

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