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Gold-Abverkauf wird trotz zunehmender Sorge über Zolltarife und Handelskriege intensiver

Gold-Abverkauf wird trotz zunehmender Sorge über Zolltarife und Handelskriege intensiver

Michael Boutros, Strategist

Fundamentalprognose für Gold: Neutral

Der Goldpreis fiel die zweite Woche in Folge. Das Edelmetall verlor 0,70 Prozent und wurde am Freitag vor Schluss in New York mit 1.269 US-Dollar gehandelt. Zu den Verlusten kam es parallel zu jenen in den globalen Aktienmärkten in dieser Woche. Hintergrund sind zunehmende geopolitische Spannungen in Erwartung eines Handelskrieges, die die Risikobereitschaft belasten. Interessanterweise dient Gold den Tradern nicht als „sicherer Hafen“. Nach der Umkehr auf dem Wochenchart außerhalb des Handels steht der Preis immer noch unter Druck.

Zolltarife heizen Sorge über Handelskrieg an

Die intensiver werdene Rhetorik zwischen China und den USA belastet nach wie vor die Marktstimmung, da Anleger die Auswirkungen eines vollen Handelskrieges zwischen den größten Volkswirtschaften der Welt abwägen. Obwohl diese Besorgnis normalerweise unterstützend für das Edelmetall wäre, steht der Goldpreis aufgrund der Erwartungen höherer Zinsen und der hartnäckigen Stärke des US-Dollar unter Druck. So ist Gold in dieser Woche auf ein neues Jahrestief durchgebrochen.

Die Dinge waren still an der Datenfront. Das wird sich in der nächsten Woche aber mit den Durable Goods Orders in den USA und dem dritten und endgültigen BIP für das erste Quartal ändern. Höhepunkt des Wirtschaftskalenders werden die Kern-PCE (persönliche Konsumausgaben) für Mai am Freitag. Konsensschätzungen gehen von einem Anstieg des bevorzugten Inflationsmaßstabs auf 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Ein hoher Wert hier würde wahrscheinlich dazu führen, dass die Trader auch weiterhin eine vierte Zinsanhebung durch die Notenbank einpreisen werden – ein Szenario, das den Goldpreis belasten würde.

Derzeit wird von einer Zinsanhebung um 25 Bp im September ausgegangen und die Fed Fund Futures gehen mit etwas weniger als 50 Prozent von einer weiteren im Dezember aus. Es besteht aber Raum für Angleichungen und starke US-Daten werden diese Erwartungen weiter bekräftigen. Denken Sie daran, dass die Notenbank ihre Pressekonferenz nun bei jeder geldpolitischen Sitzung abhalten wird und den Ausschussmitgliedern mehr Flexibilität in Hinsicht auf den Zeitpunkt nachfolgender Zinsanhebungen gewährt. Bei Gold gilt die Aufmerksamkeit der technischen Unterstützung direkt unter dem aktuellen Preis. Obwohl der Preis in der nächsten Woche eine kurzfristige Atempause erhalten könnte, bleibt das breitere Risiko abwärtsgerichtet ... für den Moment.

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Spot Gold IG Kundenpositionierung

Gold Trader Sentiment
  • Eine Zusammenfassung des IG Client Sentiment zeigt, dass die Trader Netto-Long sind. Das Verhältnis steht bei +5,54 (84,7 Prozent der Trader sind Long) –bärischer Wert.
  • Die Long-Positionen sind 4,7 Prozent höher als gestern und 8,0 Prozent höher als letzte Woche.
  • Die Short-Positionen sind 4,4 Prozent niedriger als gestern und 9,5 Prozent niedriger als letzte Woche.
  • Wir nehmen gegenüber dem mehrheitlichen Sentiment normalerweise eine nonkonformistische Haltung ein und die Tatsache, dass die Trader Netto-Long sind, deutet drauf hin, dass der Spot-Goldpreis weiter fallen könnte. Die Trader sind stärker Netto-Long als gestern und letzte Woche und die Kombination aus aktueller Positionierung und jüngsten Veränderungen verleiht uns aus Sentiment-Perspektive eine bärischere, nonkonformistische Trading-Tendenz für Gold.

Gold-Wochenchart

Gold-Wochenchart

Der Goldpreis verzeichnete früher im Monat auf dem Wochenchart außerhalb des Handels eine Umkehr von dem Widerstand von dem Jahreseröffnungswiderstand aus. Die darauffolgenden Verluste nähern sich jetzt einer Serie von Parallelen, die eine gewisse kurzfristige Unterstützung bieten könnten. Die Region von Interesse ist 1.255/1.260 Dollar. Denken Sie daran, dass das Momentum auf dem Wochenchart auf das niedrigste Niveau seit Januar 2017 gefallen ist, was das Abwärtsrisiko für den Goldpreis zusätzlich unterstreicht.

Ein Durchbruch unter diese Neigung hätte das 50 Prozent Retracement der Zugewinne gegen Ende des Jahres 2016 bei 1.245 Dollar zum Ziel, ganz in der Nähe unterstützt von dem gleitenden 200-Wochen-Durchschnitt / der Trendlinienunterstützung bei ca. 1.235 Dollar. Der Widerstand auf dem Wochenchart liegt bei 1.285 Dollar mit bärischer Entkräftigung unverändert an dem gleitenden 52-Wochen-Durchschnitt / der 2018-Eröffnung bei 1.298/1.302 Dollar.

Fazit: Bei einem Durchbrechen der Juni-Eröffnungsspanne blicke ich auf ein Preistief gegen Ende des Monats. Achten Sie dennoch auf eine möglich Erholung in der nächsten Woche, die günstigere Short-Einstiege bieten könnte, während der Preis sich unter der Jahreseröffnung befindet.

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