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Britisches Pfund: Q1 Prognose 2020

Britisches Pfund: Q1 Prognose 2020

2020-01-02 10:11:00
Salah-Eddine Bouhmidi, Mitwirkender
Teile:

(DailyFX.de – Frankfurt am Main) -Fundamental wird uns auch das Thema Brexit weiter beschäftigen und die damit verbundenen Auswirkungen auf die britische Volkswirtschaft.

Welchen Einfluss hatten Handelskriege in der Vergangenheit auf die Märkte? Erfahren Sie es in unserer exklusiven Infografik - Eine kurze Geschichte der Handelskriege

Zusammenfassung:

  • Die Bank of England bleibt weiterhin im Fokus der Pfund-Händler. Eine Zinssenkung im Januar ist aktuell noch unwahrscheinlich. Eine überraschende Wende der BOE allerdings, dürfte das Pfund belasten.
  • Makroökonomisch ist die Tendenz negativ. Nur der solide Arbeitsmarkt ist derzeit der einzige makroökonomische Faktor der den Notenbankern Rückendeckung gibt - aber wie lange noch?
  • Das britische Pfund hat ein bärisches saisonales Muster im ersten Quartal des Jahres. Gegenüber dem US-Dollar und dem australischen Dollar gibt das Pfund statistisch gesehen in Q1 am meisten nach.
  • Charttechnisch hat das Pfund eine starke Rallye hingelegt und erreicht auch im übergeordneten Chartbild wichtige charttechnische Widerstandsmarken, die sich schon mehrere Jahre bewiesen haben.
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Makroökonomische Analyse – Nur die Arbeitslosenquote glänzt

Die Arbeitslosenquote liegt nahe der Vollbeschäftigung bei aktuell 3,8 Prozent und erreicht Marken die zuletzt in den 1970er erreicht wurden. Der solide Arbeitsmarkt gibt den Notenbankern Rückendeckung und verschafft Zeit.

Der über den Erwartungen liegende Beschäftigungsanstieg im Oktober deutet darauf hin, dass sich der Arbeitsmarkt nicht verschlechtert hat. Das wird den britischen Notenbankern der BOE wahrscheinlich ermöglichen, von einer Zinssenkung in der Januarsitzung abzusehen.

UK Arbeitslosenquote auf Rekordtief

Nach dem Informationsdienstleister Reuters liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinssenkung im Januar bei 7,86 Prozent. Marktteilnehmer gehen von keinen weiteren geldpolitischen Impulsen aus, allerdings lag die Wahrscheinlichkeit im Vormonat noch bei 3,72 %. Eine überraschende Kehrtwende der BOE, könnte das britische Pfund kurzfristig zu einer ersten Korrekturwelle verhelfen.

BOE steht unter Druck

Allerdings könnten langsam erste graue Wolken aufziehen und eine Fortsetzung der expansiven Geldpolitik erforderlich machen. Das BIP-Wachstum scheint im vierten Quartal zu stagnieren. Mit der Folge, dass sich aktuell auch das Beschäftigungswachstum deutlich verlangsamt hat sowie die Inflationsrate weiter in Richtung Süden tendiert und sich vom 2-%-Ziel weiter distanziert.

Auch die BOE kämpft um das Inflationsziel

Insbesondere die britische Volkswirtschaft wird derzeit doppelt getroffen. Zum einen belastet der Handelskonflikt zwischen den USA und China die gesamte Weltwirtschaft und zum anderen belastet das hausgemachte Problem – Brexit.

Das britische BIP steckt seit 2014 in einem Abwärtstrend. Die Chancen für einen Befreiungsschlag sind sehr gering. Der Brexit könnte nun zunehmend auch Auswirkungen auf die Realwirtschaft haben und damit auch das Wirtschaftswachstum beeinflussen. Ein weiteres abgleiten dürfte die BOE auf den Plan rufen und für eine Fortsetzung der expansive Geldpolitik sprechen.

Brexit die Wachstumsbremse?
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Statistische Analyse – Das Pfund ist im ersten Quartal schwach

Statistisch gesehen können wir im ersten Quartal im britischen Pfund ein saisonales Muster erkennen. Das britische Pfund ist im ersten Quartal tendenziell bärisch. In unserem Beobachtungszeitraum von 1989 bis 2019 haben wir uns die Entwicklung des britischen Pfund im ersten Quartal des Jahres analysiert.

In den vergangenen 30 Jahren verlor das Währungspaar GBPUSD im ersten Quartal im Durchschnitt 1,27 %. Dabei lässt der GBP/USD in den ersten beiden Monaten am meisten Gewicht ab. Eine kleine Trendwende kann in der Regel Anfang März beobachtet werden. Im letzten Drittel des Quartals scheint das britische Pfund ein Teil der Verluste zu kompensieren.

GBPUSD Saisonalität im 1. Quartal seit 1989

Quelle: Refinitiv Datastream

Das bärische saisonale Muster ist nicht nur im GBP/USD zu beobachten. Im Vergleich verliert der GBP/AUD historisch im Durchschnitt sogar 1,55 % in Q1 und führt das Ranking an. Es ist grundsätzlich quer durch die Bank zu beobachten das, dass britische Pfund im ersten Quartal gegenüber den wichtigsten Devisen an Wert verliert. Aus saisonaler Perspektive dürfte das britische Pfund in Q1 eine erste Korrekturwelle einleiten.

GBP verliert in Q1 quer durch die Bank
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Chartanalyse – 10 jähriger Widerstandsbereich hält

Charttechnisch hat das Pfund eine starke Rallye hingelegt und erreicht auch im übergeordneten Chartbild wichtige charttechnische Marken, die mehrere Jahre zurückliegen. Die BOE könnte nun auch den Überraschungseffekt nutzen, um kurzfristig das Pfund etwas zu erleichtern.

Charttechnisch konnte mit dem Erreichen der 1,35 USD im Dezember ein sehr wichtiger Widerstandsbereich getestet aber nicht überwunden werden. Der Bereich um die 1,35 USD markiert auch den Tiefpunkt von Januar 2009 und fungierte bereits mehrmals in der Vergangenheit als Signalgeber.

Sofern die BOE den Markt nicht überrascht, könnte ich mir einen erneuten Angriff auf die 1,35 GBP vorstellen. Bei einer Überraschung hingegen, dürfte das Pfund nach dem Scheitern an der 1,35 USD eine Korrektur bis kurzfristig auf 1,3014 USD einleiten.

GBP/USD Chart (Wöchentlich)

Dekaden Widerstand im Fokus

Created with Tradingview

Im Wochenchart ist auch zu erkennen das der GBP/USD aktuell einem bedeutenden längerfristigen Fibonacci-Retracement scheitert. In den vergangenen Jahren scheiterte das Pfund immer wieder am 23,60-%-Retracement bei 1,3077 USD.

Gegenwärtig fällt hier auch die 120-Wochen-Linie mit dem Retracement zusammen und bilden gemeinsam damit ein hartes Bollwerk für das Pfund. Erst nachhaltige Notierungen oberhalb der 1,30 USD dürften den Aufwärtstrend befeuern.

Cable Chart (Wöchentlich)

GBPUSD Weekly

Quelle: IG

Im Tageschart sehen wir, dass die bullischen Impulse langsam nachlassen. Sollte der oben genannte Widerstandsbereich halten, könnte gepaart mit dem identifizierten saisonalen Muster und eine überraschenden Trendwende der BOE das Pfund eher im ersten Quartal fallen.

Für das erste Quartal dürfte das Währungspaar GBP/USD in einer leichten Abwärtstendenz in der groben Spanne zwischen 1,3280 USD und 1,2770 USD gehandelt werden.

Aufgrund der weiter bestehenden Brexit-Risiken ist immer wieder mit Volatilitätsschüben zu rechnen. Daher fällt auch die von uns erwartete Kurspanne für dieses Quartal größer aus.

GBP/USD Chart (Täglich)

GBPUSD Täglich

Quelle: IG

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