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Euro-Prognose für das dritte Quartal 2019: Wirtschaftliche und politische Ungewissheit nimmt wieder zu

Euro-Prognose für das dritte Quartal 2019: Wirtschaftliche und politische Ungewissheit nimmt wieder zu

Politischer Druck steigt wieder

Auf den Euro wirken sich derzeit zwei größere politische Probleme aus, die in den kommenden Wochen und Monaten mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen werden. Die erste Frage, die sich stellt, lautet: Wie wird sich die Beziehung zwischen Italien und Brüssel entwickeln? Die italienische Regierung ist immer noch ein Dorn in der Seite der paneuropäischen Politik (insbesondere bei zunehmender Besorgnis, dass ihr neues Anleihenangebot zu einer Parallelwährung zum Euro werden könnte). Sie wird wahrscheinlich jedwede signifikanten finanzpolitischen Veränderungen aussetzen. Zweitens gibt es die Frage, ob die EU die Vorzugsbehandlung der Börsen durch die Schweiz widerrufen wird. Dies könnte Folgen für den Brexit haben (z. B. könnte die EU Großbritannien nicht anders behandeln als die Schweiz und umgekehrt).

Über den nächsten Präsidenten der Europäischen Zentralbank wird in den kommenden Monaten entschieden werden. Der ausscheidende EZB-Präsident Mario Draghi lässt eine komplizierte Amtszeit hinter sich. Er konnte den Euro zwar retten, schaffte es aber nicht, die Euro-Zone über die Hürde des niedrigen Wachstums nach der weltweiten Finanzkrise zu bringen. Hier spielt stark die Politik mit. Der französische Präsident Emmanuel Macron wehrt sich eindeutig gegen den ehemaligen deutschen Notenbanker Axel Weber und ging sogar soweit, dem Bundesbank-Präsidenten Jens Weidmann den Olivenzweig zu reichen (ein wichtiger Gegner von quantitativen Lockerungen und Niedrigzinsen in den vergangenen Jahren; er hat sich seitdem von dieser Position zurückgezogen). Lesen Sie die vollständige Berichterstattung zu dem neuen EZB-Präsidenten.

Technischer Ausblick für den Euro unschlüssig

Die technische Position des Euro scheint zur Mitte des Jahres unschlüssig. Ein Durchbruch über den Widerstand zusätzlich zu einer bullischen fallenden Keilformation auf dem Chart des richtungsweisenden EUR/USD-Wechselkurses bot kurzzeitig einen Funken Hoffnung für eine Umkehr nach oben. Diese Entwicklung setzte sich aber nicht fort. Das Paar fiel rasch wieder unter der Grenzen des Ausbruchs und begab sich in eine unruhige Spanne. Der Monatschart bietet eine deutliche Erinnerung, dass solche Bewegungen sich möglicherweise als kurzlebig erweisen werden. Dadurch liegt der Kurs innerhalb der Grenzen eines wohldefinierten, strukturellen Abwärtstrends, der das Währungspaar EUR/USD

jetzt schon seit über einem Jahrzehnt nach unten führt. Der letzte Abschnitt dieser Kursverluste wurde allem Anschein nach im Oktober 2018 mit einem Durchbruch durch das Spannen-Top ausgelöst – einem Widerstand, der zur Unterstützung wurde und bis zur ersten Hälfte des Jahres 2015 zurückreicht.

EUR/USD-Kurschart: Monatlicher Zeitrahmen

EUR/USD

Diese Barriere wurde wieder einmal zum Widerstand in dem Bereich 1,1449-1,1554 USD. Die nächste größere Unterstützungszone liegt im Bereich 1,0459-1,0563 USD. Der Kurs oszillierte fast zwei Jahre lang zwischen diesen beiden Schwellenwerten. Es würde also nicht sehr überraschen, wenn es so weitergehen würde. Dennoch – es wären wirklich explosive Zugewinne nötig, um den Kurs deutlich über 1,20 USD führen, was dann eine echte bullische Trendänderung wäre.

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