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Euro-Prognose: Sich verschlechternde Fundamentallage belastet weiterhin den Kurs

Euro-Prognose: Sich verschlechternde Fundamentallage belastet weiterhin den Kurs

2019-02-17 09:00:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Strategist
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Euro-Prognose: Sich verschlechternde Fundamentallage belastet weiterhin den Kurs

Fundamenalprognose für den Euro: Neutral

- Der Euro folgt immer noch den Trends des globalen Risikos: Die Aktienmärkte verzeichnen eine Rally, der Euro gewinnt gegenüber den sicheren Häfen Boden und verliert Boden gegenüber den Rohstoffwährungen.

- Ein wichtiger Maßstab für die mittelfristigen Inflationserwartungen fiel auf den tiefsten Stand seit über zwei Jahren, was das zunehmende schwierige Umfeld betont, dem die Europäischen Zentralbank ausgesetzt ist.

- Der IG Client Sentiment Index zeigt, dass die Trader ihre Long-Positionierung im Währungspaar EUR/USD erweiterten nachdem der Kurs ein neues Monatstief erreicht hatte.

Unsere langfristigen Prognosen für den Euro und andere führende Währungen finden Sie in den DailyFX Trading-Leitfäden.

Der Euro wird nach wie vor entlang den Linien der globalen Risikotrends gehandelt und schloß die vierte Woche in Folge entweder als die am viert- oder fünftbesten abschneidende Währung. Rohstoffwährungen und sichere Häfen werden immer noch an entegegengesetzten Seiten des Spektrums gehandelt. Dies unterstreicht ein Tradingumfeld, das sich weitgehend daran orientiert, was in den weltweiten Aktienmärkten geschieht. EUR/NZD und EUR/AUD waren die beiden am schlechtesten abschneidenden Währungspaare. Sie fielen um 2 % bzw. 0,94 %, während sich EUR/CHF und EUR/JPY mit Zugewinnen von 0,21 % und -0,39 % am besten entwickelten.

Kommende ZEW-Erhebungsergebnisse und PMIs im Blick

Normalerweise ziehen die monatlichen ZEW-Erhebungen für die Euro-Zone und für Deutschland kein großes Interesse auf sich. Bei den beiden letzten Datenveröffentlichungen bewegte sich der Euro um den Zeitpunkt der Bekanntgabe jedoch um mehr als +/-0,2 %. Dies deutet darauf hin, dass die Aufmerksamkeit sich in der Tat wieder auf mit „hoch“ bewertete Ereignisse richtet. Angesichts des Kontexts einer sich verschlechternden Wirtschaftslage in der Euro-Zone werden die Trader sicherlich wieder größeres Interesse an Indikatoren des unmittelbaren Wachstums haben, denn dadurch können sie versuchen, weitere Einsichten in den nächsten geldpolitischen Schritt der Europäischen Zentralbank zu gewinnen.

Nach aktuellem Stand der Dinge geben die Maßstäbe für das Wirtschaftsdatenmoment weiter nach. Es ist daher wahrscheinlich, dass auch die ZEW-Erhebungen für Februar weitere Enttäuschungen in Hinblick auf die Lage in der Euro-Zone bringen, wenn sie am Dienstag veröffentlicht werden. Ebenso werden wohl auch die vorläufigen PMI-Werte für Februar für die Euro-Zone und Deutschland, die am Freitag anstehen, zeigen, dass proximale Indikatoren immer noch dafür sprechen, dass das Wachstum im ersten Quartal 2019 unter annualisiert +2 % gelegen hat.

Der Euro ist von weiteren niedrigen Inflationserwartungen geschlagen

Trotz einer größeren Umkehr bei den Energiepreisen rutschen Marktmaßstäbe für die Inflation weiter ab. Dies deutet darauf hin, dass es in der Euro-Zone zu einem signifikanteren Konjunkturrückgang kommt. Die fünfjährigen Fünf-Jahres-Inflations-Swap-Forwards, der bevorzugte Marktmaßstab des EZB-Präsidenten Mario Draghi, fielen mit 1,418 % in der letzten Woche auf den tiefsten Stand seit über zwei Jahren. Um diesen Wert in einen Gesamtzusammenhang zu setzen: Im Januar letzten Jahres hatte dieser Marktmaßstab einen Spitzenwert von 1,774 % erreicht. Dementsprechend können Trader davon ausgehen, dass die geldpolitischen Entscheider der EZB zukünftig einen defensiveren Ton anschlagen werden.

Es drohen immer noch starke externe Einflüsse

Einer der wichtigsten exogenen Einflüsse fällt inzwischen weg, da gegen Ende der letzten Woche eine weitere Einstellung des Regierungsbetriebs in den USA abgewendet werden konnte. Die politischen Probleme in den USA sind aber nicht vollständig gelöst, darunter u.a. auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China und dessen Folgen für das Währungspaar EUR/USD (und darüber hinaus). Diese Woche ist die sechts Verhandlungsrunde mit vagen Versprechungen einer Lösung zuende gegangen. Inzwischen scheint es, als könnte der Termin am 2. März aufgeschoben werden, damit die Verhandlungen weitergehen können.

Die Aussichten auf eine Entspannung der Lage zwischen China und den USA hat sich als positiv für die globalen Aktienmärkte erwiesen, was einen Dominoeffekt auf die Rohstoffe und somit Währungspaare wie EUR/AUD, EUR/CAD und EUR/NZD hat. Gleichzeitig wird die Brexit-Lage angespannter und das Währungspaar EUR/GBP verzeichnet ungeachtet der Entwicklungen bei den Wirtschaftsdaten eine erhöhte Intraday-Volatilität.

Positionierungsdaten haben nach Regierungs-Shutdown in den USA fast wieder aufgeholt

Die Einstellung des Regierungsbetriebs in den USA vom 23. Dezember bis 25. Januar wirkt sich immer noch auf den Veröffentlichungszeitplan des CFTC CoT-Reports aus. Insofern galt der am Freitag veröffentlichte CFTC CoT-Report für die Woche bis 22. Januar und zeigte, dass Spekulanten ihre Netto-Short-Positionen im Euro von zuvor gehaltenen 32.600 Netto-Short-Kontrakten, die für den Zeitraum bis 15. Januar gemeldet wurden, auf 41.100 Kontrakte ausgebaut hatten. Der CFTC CoT-Report ist im Moment immer noch keine zuverlässige Quelle für Positionierungsdaten. Stattdessen sollten Trader sich an den IG Client Sentiment Index halten.

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