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Euro-Prognose: Ruhigerer Wirtschaftskalender rückt den Euro in den Hintergrund

Euro-Prognose: Ruhigerer Wirtschaftskalender rückt den Euro in den Hintergrund

2019-02-03 04:00:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Währungsstratege
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Euro-Prognose: Ruhigerer Wirtschaftskalender rückt den Euro in den Hintergrund

Fundamentalprognose für den Euro: Neutral

- Der Euro schloss im Mittelfeld. Er konnte gegenüber vier Währungen Boden gewinnen, während er gegenüber drei Währungen Boden verlor. EUR/AUD schloss am schlechtesten ab und EUR/GBP am besten.

- Sowohl das BIP für das vierte Quartal 2018 für die Eurozone, als auch der VPI für die Eurozone für Januar bestätigten, dass sich die Wirtschaftsaktivität in der Region verlangsamt; dies unterstreicht die Veränderung des Tons der Europäischen Zentralbank im Rahmen ihre jüngsten Sitzung.

- Der IG Client Sentiment Index zeigte, dass die Trader ihre EUR/USD Long-Positionierung während der jüngsten Abwärtsbewegung erhöht haben.

Unsere langfristigen Prognosen für den Euro und andere führende Währungen finden Sie in den DailyFX Trading-Leitfäden.

Der Euro hatte eine durchwachsene Woche. Er konnte gegenüber vier Währungen Boden gewinnen und verzeichnete gegenüber dem durch den Brexit belasteten Britischen Pfund seine beste Performance (EUR/GBP +1,32 %). Gleichzeitig verlor er gegenüber drei Währungen. Der Euro verzeichnete seine schlechteste Performance gegenüber dem Australischen Dollar (EUR/AUD -0,55 %). Die Rohstoffwährungen waren während der Woche die drei insgesamt am besten abschneidenden Währungen, was die Erholung in den globalen Aktienmärkten widerspiegelt.

Keine signifikante Verbesserung beim Wirtschaftsdatenmoment

Die Wirtschaftsdatenveröffentlichungen der letzten Woche bestätigten den mürrischen Ton der Europäischen Zentralbank im Rahmen ihrer geldpolitischen Sitzung im Januar. Das BIP für das vierte Quartal 2018 für die Eurozone zeigte, dass die Region 2019 nur um +1,2 % wachsen konnte. Das ist eine Verschlechterung gegenüber dem Wachstum von +1,6 % im dritten Quartal 2018. Der Verbraucherpreisindex für die Euro-Zone für Januar wies auf ähnliche Weise darauf hin, dass die Inflation von +1,6 % auf +1,2 % (gegenüber dem Vorjahr) gefallen war. Dies ist weiterer Beleg dafür, dass die Wirtschaftsaktivität sich zu Beginn des neuen Jahres einem Gegenwind ausgesetzt sah.

Für die kommende Woche stehen keine Wirtschaftsdatenveröffentlichungen an, die sich von ihrer Bedeutung her mit dem BIP- oder VPI- Bericht vergleichen ließen. In der Tat stehen überhaupt keine mit „hoch“ bewerteten Datenveröffentlichungen an. Dadurch ist der Euro nicht Herr seines eigenen Schicksals und andere Faktoren werden die Tradingbedingungen dominieren. Aber der Hintergrund für den Euro schaut nicht unbedingt gut aus. Nach den Wirtschaftszahlen der letzten Woche bleibt der Citi Economic Surprise Index mit -77,3 tief im roten Bereich. Dies ist zwar eine Verbesserung gegenüber dem Wert von -88 zum Ende der letzten Woche, er liegt aber dennoch immer noch niedriger als vor einem Monat (-75,1).

Inflationsklima bleibt schwach – Das ist schlecht für den Euro

Von den offiziellen Statistiken abgesehen, sind auch die Marktmaßstäbe für die Inflationserwartungen gesunken. Dies entspricht im Normalfall einem schwierigeren Handelsumfeld für den Euro. Die fünfjährigen 5-Jahres-Inflation-Swap-Forwards (der bevorzugte Maßstab des EZB-Präsidenten Mario Draghi) schlossen die letzte Woche bei 1,508 %, nachdem sie am 30. Januar ein neues 52-Wochen-Tief bei 1,495 % erreicht hatten. Insofern hatte dieser Inflationsmaßstab im Januar 2018 bei 1,774 % eine Spitze erreicht. Falls überhaupt, sollten Trader von einer defensiven Wende bei den Kommentaren von Seiten der EZB-Vertreter in den nächsten Wochen ausgehen (der Vorstand Yves Mersch spricht am Montag und Donnerstag; Vitor Constancio spricht am Donnerstag).

Externe Faktoren werden in den kommenden Tagen dominieren

Angesichts des dünnen Wirtschaftskalenders für den Euro ist es so gut wie sicher, dass die führenden EUR-Paare von Faktoren, die außerhalb der Euro-Zone liegen, dominiert werden: EUR/GBP sitzt in Hinsicht auf den Brexit zwischen zwei Stühlen (die britische Premierministerin Theresa May möchte die Brexit-Vereinbarung neu verhandeln; die EU lehnt Neuverhandlungen ab); EUR/USD unterliegt nach wie vor dem Handelskonflikt zwischen den USA und China und den zunehmenden Aussichten auf eine weitere Einstellung des Regierungsbetriebs in den USA am 15. Februar; und die Währungspaare EUR/AUD, EUR/CAD, EUR/JPY und EUR/NZD werden von Bewegungen in den globalen Aktienmärkten bestimmt.

Positionierungsdaten werden wieder veröffentlicht – aber mit Verspätung

Nach Wochen ohne ein Update aufgrund der Einstellung des Regierungsbetriebs in den USA hat CFTC endlich wieder damit begonnen, seinen CoT-Bericht zu veröffentlichen. Die aktuellen Daten werden aber nicht alle auf einmal veröffentlicht. Seit letztem Freitag werden die verspäteten Daten jeden Dienstag und Freitag veröffentlicht, bis man zum aktuellen Zeitpunkt aufgeholt hat. Insofern galt der am Freitag veröffentlichte CFTC CoT-Report für die Woche bis 25. Dezember und zeigte, dass Spekulanten ihre Netto-Short-Positionen im Euro von zuvor gehaltenen 53.100 Netto-Short-Kontrakte auf 58.500 Kontrakte erhöht hatten. Der CFTC CoT-Report ist im Moment immer noch keine zuverlässige Quelle für Positionierungsdaten. Stattdessen sollten Trader sich an den IG Client Sentiment Index halten.

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