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Euro-Prognose: BIP für das vierte Quartal und Januar-VPI unterstreichen Sorge der EZB

Euro-Prognose: BIP für das vierte Quartal und Januar-VPI unterstreichen Sorge der EZB

2019-01-28 12:40:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Währungsstratege
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Euro-Prognose: BIP für das vierte Quartal und Januar-VPI unterstreichen Sorge der EZB

Fundamentalprognose für den Euro: Neutral

- Der Euro war nach dem Zinsentscheid der EZB die in der letzten Woche am schlechtesten abschneidende führende Währung, obwohl Zugewinne am Freitag die ansonsten schwache Performance verschleierten.

- Ein ruhigerer Kalener in den ersten Tagen der neuen Woche schickt den Euro als ein größerer Brennpunkt in den Devisenmärkten in den Hintergrund – die Aufmerksamkeit gilt immer noch dem Brexit, den Verhandlungen zu einem Handelskrieg zwischen den USA und China und der Einstellung des Regierungsbetriebs in den USA.

- Der IG Client Sentiment Index zeigt, dass die Anleger ihre Long-Positionierung im Währungspaar EUR/USD während der Volatilität der letzten Woche beibehalten haben.

Unsere langfristigen Prognosen für den Euro und andere führende Währungen finden Sie in den DailyFX Trading-Leitfäden.

Der Euro bewegte sich diese Woche in wildem Durcheinander. Den Freitag begann er als die am schlechtesten abschneidende Währung, um dann den Tag und die Woche im schwarzen Bereich zu beenden. Auf gewisse Weise haben die Zugewinne des Währungspaares EUR/USD am Freitag – das Rückgrat der Aufwärtsbewegung des EUR-Komplexes – dazu beigetragen, einen Teil der Schwäche, die sich ansonsten gezeigt hatte, zu verschleiern. Externe Faktoren belasten ihn immer noch stark, darunter der Handelskrieg zwischen den USA und China, die Einstellung des Regierungsbetriebes („Shutdown“) in den USA und die Brexit-Verhandlungen. Diese Faktoren werden dafür sorgen, dass der Euro als ein größerer Einflussaspekt in den kommenden Tagen wieder in den Hintergrund treten wird. Das bevorstehende BIP für die Euro-Zone und die Inflationszahlen werden die von der EZB in der letzten Woche zu Ausdruck gebrachte Besorgnis noch zusätzlich unterstreichen.

EZB-Haltung wird schwächer

Die Entscheidung des EZB-Präsidenten Mario Draghi und des Vorstandes der Notenbank in der letzten Woche ließen die Geldpolitik dort verharren, wo sie derzeit ist, was niemanden so wirklich überrascht hat. Im Rahmen einer Sitzung ohne neue Staff Economic Projections blieb Draghi nichts anderes übrig, als auf seinen Händen zu sitzen und nichts weiter zu tun. Es wurde, angesichts der Marktreaktion der letzten Woche, aber auch das Gefühl vermittelt, dass Draghi und Kollegen sich damit nicht sehr viel länger zufrieden geben werden. Obwohl kein neues Lockerungsprogramm angekündigt wurde, merkte Draghi beispielsweise an, dass er „geldpolitische Argumente“ für einen weiteren TLTRO sehen müsse. Nachdem die Inflation auf signifikante gefallen ist, ist es daher möglich, dass die EZB letztlich ihre Pläne für eine Zinsanhebung irgendwann im „Sommer 2019“ aufgeben könnte. Für den Moment hält die EZB noch Kurs. Draghi sagte aber, der Ausblick für die Euro-Zone sei nicht mehr „im Großen und Ganzen neutral“ und habe sich in der Tat in den letzten Monaten verschlechtert. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die Stimmen der Vertreter einer defensiven Geldpolitik innerhalb der EZB in den kommenden Monaten lauter werden.

Zwei wichtige Datenveröffentlichungen in dieser Woche

Die Woche nach einer EZB-Sitzung kann oft recht enttäuschend sein. Nachdem aber das anfängliche BIP für die Euro-Zone für das vierte Quartal 2018 am Donnerstag und der vorläufige Verbraucherpreisindex für die Euro-Zone für Januar am Freitag anstehen, dürfte es in der zweiten Wochenhälfte zu einer signifikanten Kursbewegung kommen, zumindest wenn der Euro wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückt.

Bedauerlicherweise für den Euro werden die beiden wichtigen Datenveröffentlichungen die Besorgnis unterstreichen, die die EZB im Rahmen ihrer Sitzung in der letzten Woche zum Ausdruck gebracht hat. Dadurch befindet der Euro sich am Donnerstag und Freitag in einer verwundbaren Lage. Den Erwartungen zufolge wird das BIP für die Euro-Zone für das vierte Quartal 2018 bei +1,2 % liegen (+1,6 % annualisiert), ein erheblicher Rückgang für einen Wirtschaftsblock, der inzwischen angeblich weit von schwachen Wachstumsbedingungen entfernt sein soll. Mit dem sich verlangsamenden Wachstum gibt auch der Inflationsdruck nach: Der VPI-Report für Januar für die Euro-Zone wird den Erwartunen zufolge von +1,6 % gegenüber dem Vorjahr auf +1,4 % nachgegeben haben. Keiner der Berichte dürfte die Sorge mildern, dass die EZB ihre Pläne für ein Ende ihrer ultralockeren Geldpolitik im Jahr 2019 aufgeben wird.

Netto-Short-Positionierung im Euro... Immer noch eine Unbekannte

Schließlich wies der CFTC CoT-Report für die Woche bis 22. Januar, was die Positionierung betrifft, … nichts aus. Der Shutdown der US-Regierung bedeutet, dass die CFTC ihre Türen geschlossen hat; seit 21. Dezember wurden keine Berichte veröffentlicht (laut cftc.gov). Die jüngsten Daten, die uns vorliegen, sind inzwischen bereits drei Wochen alt. Für die Woche des 18. Dezember hatten Spekulanten ihre Netto-Short-Positionierungen im Euro auf 53.100 Kontrakte verringert, ein deutliches Minus von den zuvor gehaltenen 56.300 Netto-Short-Kontrakten. Die Positionierung war einmal mehr interessant geworden, aber dies ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine verlässliche Quelle. Stattdessen sollten sich Trader für Einsichten zur Positionierung an den IG Client Sentiment Index halten.

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