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Euro-Prognose: Dezember EZB-Entscheid bringt Volatilität, aber vielleicht keine Richtung

Euro-Prognose: Dezember EZB-Entscheid bringt Volatilität, aber vielleicht keine Richtung

Christopher Vecchio, CFA, Senior Strategist
Euro-Prognose: Dezember EZB-Entscheid bringt Volatilität, aber vielleicht keine Richtung

Fundamentalprognose für EUR/USD: Neutral

- Die Verhandlungen über das Haushaltsdefizit in Italien ziehen sich weiter hin; Hoffnungen auf eine Lösung scheinen dem Euro im Moment aber einen Boden zu bieten.

- Der Dezember-Zinsentscheid der EZB dürfte ohne große Überraschungen vor sich gehen; Trader werden sich aber dafür interessieren, ob Präsident Mario Draghi bei seinem „Sommer 2019“-Zeitplan für die erste Zinsanhebung bleibt.

- Der IG Client Sentiment Index weist inzwischen ein „gemischtes“ Sentiment für den Euro aus, da die Privat-Trader aufgehört haben EUR/USD zu kaufen.

Unsere langfristigen Prognosen für den Euro und andere führende Währungen finden Sie in den DailyFX Trading-Leitfäden.

Nachdem er seit Anfang Oktober insgesamt Boden verloren hat, konnte der Euro sich eine zweite Woche in Folge im Großen und Ganzen stabilisieren. Er konnte gegenüber fünf der anderen sieben führenden Währungen Boden gewinnen, da Hoffnungen auf eine Lösung der Saga um das Haushaltsdefizit in Italien aufgekeimt sind. Das Währungspaar EUR/USD lag bei den Zugewinnen vorne (+1,88 %), gefolgt von EUR/CAD (+0,77 %) und EUR/GBP (+0,72 %). Derweil weitete sich die Besorgnis über den Handelsstreit zwischen den USA und China aus. Risiko-korrelierende Werte wurden in der zweiten Wochenhälfte gebeutelt und nur die beiden „sichere Hafen“-Paare EUR/CHF (-0,05 %) und EUR/JPY (-0,23 %) wiesen Verluste aus.

Das fortwährende Drama um die Verhandlungen über das Haushaltsdefizit in Italien scheint sich auf eine Lösung zuzubewegen, selbst wenn sie sich nicht in den kommenden Tagen materialisieren sollte. Die Bereitschaft zu einem Kompromiss auf Seiten der offiziellen Vertreter Brüssels und Roms ist der Schlüssel zu einer Deeskalation der Spannungen und beide Seiten scheinen bereit, zum Erreichen einer Einigung Zugeständnisse zu machen: Die italienischen Politiker sind bereit eine niedrigere Verschuldung als 2,4 % des BIP zu akzeptieren und die Europäische Kommission könnte bereit sein, Italien eine sechsmonatige Ausnahmeregelung zu gewähren, um den Haushalt in Ordnung zu bringen und so die Strafe, die mit einer zu hohen Verschuldung einhergeht (etwa 9 Mrd. Euro), zu vermeiden.

Die dem Euro geltende Aufmerksamkeit wird sich in den nächsten Tagen intensivieren, wenn die Europäische Zentralbank sich bereit macht mit ihrem Dezember-Zinsentscheid ins Spiel zu kommen. Nachdem die QE-Maßnahmen enden sollen, ist es möglich, dass die EZB ihre TLTROs permanent macht, um sicherzustellen, dass es zu keiner Verschlechterung der Kreditbedingungen in Südeuropa kommt. Deutsche und französische Banken verfügen zwar über überschüssige Reserven, Banken in Italien und Spanien zum Beispiel, müssen aber immer noch von der EZB leihen.

Die Voraussetzungen für die EZB, ihre außergewöhnliche Geldpolitik zu bestätigen, werden durch den dramatischen Rückgang der Inflationserwartungen in den letzten Wochen bekräftigt. Dies lässt sich zweifellos dem Absturz der Energiepreise zuschreiben. Der bevorzugte Inflationsmaßstab des EZB-Präsidenten Mario Draghi, die fünfjährigen Fünf-Jahres-Inflations-Swap-Forwards, fielen von 1,706 % im Vormonat Ende letzter Woche auf 1,624 %. Das Jahreshoch hatte am 22. Januar noch bei 1,774 % gelegen.

Was den Wunsch der EZB betrifft, ihre Geldpolitik zu normalisieren, hatte EZB-Präsident Draghi zuvor angegeben, dass er gerne sehen würde, dass die Zinsen irgendwann im „Sommer 2019“ steigen. Derzeit preisen die Overnight-Index-Swaps eine Wahrscheinlichkeit von 40 % für eine Zinsanhebung bis September 2019 ein. Obwohl sie von dem Höchststand von 73,2 % am 16. Oktober stark gefallen sind, haben die Zinswetten sich seit dem Tiefpunkt von 21 % am 29. November fast verdoppelt (ohne Zweifel aufgrund der verbesserten Wahrnehmung der Situation in Italien).

Letztlich bedeuten die konkurrierenden Faktoren fortwährende Verhandlungen zum Haushaltsdefizit in Italien, Ende des QE-Programms, Rückgang der Inflationserwartungen und Wunsch der EZB, ihre Geldpolitik zu normalisieren, dass es am Donnerstag zu etwas Volatilität kommen wird, aber nicht zwangsläufig zu einer klaren Richtung. Falls der Euro aus der EZB-Sitzung am Donnerstag mit Zugewinnen hervorgehen sollte, dann werden wohl die Wetten auf Zinsanhebungen bis September 2019 wieder steigen.

Was schließlich noch die Positionierung betrifft, wurde der CFTC CoT-Report für die Woche bis 4. Dezember aufgrund des nationalen Trauertages für den verstorbenen US-Präsidenten George H.W. Bush noch nicht veröffentlicht. Stattdessen wird der Report am Montag, dem 10. Dezember, veröffentlicht. Für die Woche bis 27. November stieg die Netto-Short-Positionierung der Großspekulanten im Euro von 47.200 Netto-Short-Kontrakten in der Vorwoche auf 55.100 Kontrakte. Die Positionierung wird wieder einmal interessant, aber sie liegt nichtsdestotrotz immer noch auf einem historisch niedrigen Niveau. Somit bleibt die Gefahr einer Kapitulation (Short-Abdeckung, die den Euro scharf nach oben schicken würde) niedrig.

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