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Euro-Prognose: Vorläufige PMIs für Oktober und EZB-Sitzung

Euro-Prognose: Vorläufige PMIs für Oktober und EZB-Sitzung

Christopher Vecchio, CFA, Senior Strategist
Euro-Prognose: Vorläufige PMIs für Oktober und EZB-Sitzung

Fundamentalprognose für EUR/USD: Neutral

- Die Volatilität bleibt in allen Anlageklassen hoch, der Euro stand jedoch nicht im Mittelpunkt. Seine Bewegungen waren in der letzten Woche daher überschaubar.

- Die bevorstehende EZB-Sitzung dürfte nicht viel neues bringen, da die Geldpolitik auf ihrem vorgegebenen Kurs bleibt (Ende der QE-Maßnahmen im Dezember, Zinsanhebungen im „Sommer 2019“). Es wird keine Zinsanhebung erwartet und es stehen auch keine neuen „Staff Economic Projections“ an.

- Der IG Client Sentiment Index bleibt für den Euro „bullisch“, denn Privat-Trader kaufen nach wie vor den US-Dollar bei Rücksetzern.

Unsere langfristigen Prognosen für den Euro und andere führende Währungen finden Sie in den DailyFX Trading-Leitfäden.

Der Euro schloß die letzte Woche wieder im mittleren Bereich unter den führenden Währungen und wurde gegenüber sechs der anderen sieben Gegenstücke innerhalb von +/- 0,5 % gehandelt. Einzige Ausnahme war das Währungspaar EUR/NZD, das -1,74 % verlor. Hintergrund waren stärkere Inflationszahlen aus Neuseeland und das Versäumnis durch das US-Finanzministerium China als einen Währungsmanipulator zu benennen. Dies bot Anlass für eine Erholdung antipodischen Währung (das am zweitschlechtesten abschneidende EUR-Paar der Woche war EUR/AUD, das um -0,47 % nachgab). Zwei der populäreren Paare – EUR/GBP und EUR/USD – machten netto nur wenige Fortschritte. EUR/GBP legte +0,19 % zu und EUR/USD verlor -0,40 %.

Wie es während der meisten Zeit des Monats Oktober der Fall gewesen ist, blieb der Euro auch weiterhin auf der Volatilitäts-Achterbahn. Wie auch in der Vorwoche bot der Wirtschaftskalender nur wenige Einsichten. Es gab zwar diverse Bekanntmachungen zum Haushalt in Italien, es ergab sich aber nichts Konkretes. In der Saga über den Haushalt des Landes sind wir seit Ende September nicht weit vorangekommen. Obwohl die Anleger die Anleihen italienischer Staatsanleihen nach wie vor nach oben drücken, konnte der Euro den größten Teil der Erosion der Kreditmarktbedingungen stemmen. Daraus könnte man schließen, dass ein Ende der Haushalts-Sage zu einem stark bullischen Katalysator werden könnte.

Wir gehen zwar davon aus, dass Italien auch in den kommenden Tagen im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen wird, die kommende Woche wird aber insofern anders sein, als dass wichtige Termine auf dem Wirtschaftskalender anstehen, die die Währungsmärkte normalerweise bewegen. Außerdem steht auch der Oktober-Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank an. Was die geldpolitische Sitzung betrifft, können Trader ihre Erwartungen auf signifikante Kursbewegungen wohl dämpfen. Immerhin gibt es keine neuen Staff Economic Projections (die gab es letzten Monat), was tendenziell schon einmal auf Inaktivität auf Seiten der EZB hindeutet.

Wesentlicher Faktor ist aber, dass die Geldpolitik der EZB sich bereits seit Juni 2018 auf einem vorgegebenen Kurs befindet. In den letzten Wochen hat sich nichts geändert, was eine Umorientierung rechtfertigen würde: Das QE-Programm endet im Dezember 2018 und den ersten Zinsschritt wird es irgendwann im „Sommer 2019“, wahrscheinlich im September, geben. Aktuelle Inflationsdaten bewegten sich in der Nähe des mittelfristigen Ziels der EZB von +2 %. Die mittelfristigen Inflationserwartungen (über den fünfjährigen Fünf-Jahres-Inflations-Swap-Forward) blieben im letzten Monat stabil (1,689 % am 21. September; 1,673 % am 19. Oktober – immer noch unter dem Jahreshoch von 1,774 % das im Januar erreicht worden war).

Es ist gut möglich, dass – von Kommentaren aus Italien einmal abgesehen – die EZB-Sitzung nur wenig Neues, sofern überhaupt etwas, bringt. Der Haushalt Italiens dürfte irgendwann zum Thema werden, denn es scheint Sinn zu machen, dass EZB-Präsident Mario Draghi, als vormaliger Leiter der italienischen Notenbank, sich qualifizierter zu lokalen politischen Problemen in seinem Heimatland äußert, als zum Beispiel zu Frankreich oder Deutschland. Falls die EZB die Märkte am Donerstag bewegen sollte, wird dies im Zusammenhang mit Italien von der Pressekonferenz ausgelöst werden.

Was die Wirtschaftsdaten während der Woche betrifft, ist es am wahrscheinlichsten, dass der vorläufige PMI für die Euro-Zone für Oktober am Mittwoch die Märkte bewegen wird. Ansonsten steht im derzeitigen Klima, in dem die Volatilität steigt, der Euro nicht im Vordergrund. Datenveröffentlichungen mit weniger Gewicht werden überschattet und ignoriert. Generell war die Wirtschaftsdatenlage für den Euro nicht stark. Der Citi Economic Surprise Index ist im letzten Monat von -26,5, auf -29,2 gefallen.

Wirft man schließlich noch einen Blick auf die Positionierung, stieg laut dem CFTC CoT für die Woche bis 16. Oktober die Netto-Short-Positionierung der Spekulanten von 16.100 Netto-Short-Kontrakten in der Vorwoche auf 29.300 Kontrakte. Für den Rest des Monats Oktober ist die Positionierung für den Euro kein ausschlaggebender Faktor (d. h. das Risiko einer Kapitulation (Abdeckung) aufgrund einer extremen Positionierung ist äußerst gering).

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