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Euro-Prognose: Nach dem Halten der EZB rückt Italien wieder in den Brennpunkt

Euro-Prognose: Nach dem Halten der EZB rückt Italien wieder in den Brennpunkt

2018-09-17 10:45:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Währungsstratege
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Euro-Prognose: Nach dem Halten der EZB rückt Italien wieder in den Brennpunkt

Fundamentalprognose für EUR/USD: Neutral

- Die Europäische Zentralbank hat immer noch eine Beendigung ihres QE-Programms im Dezember und dann Zinsanhebungen bis Ende des „Sommers 2019“ zum Ziel und nennt als Grund dafür die „nachlassende“ Ungewissheit in ihrem Inflationsausblick.

- Jedwede positiven Aspekte, die sich aus dem Vertrauen der EZB in ihren geldpolitischen Pfad ergaben, rückten am Freitag schnell wieder in den Hintergrund, da die Besorgnis im Zusammenhang mit der bevorstehenden Haushaltserklärung der italienischen Regierung wieder in den Vordergrund trat.

- Der IG Client Sentiment Index ist für den Euro nach einer Umkehr gegen Ende der Woche wieder „Neutral“ geworden.

Unsere langfristigen Prognosen für den Euro und andere führende Währungen finden Sie in den DailyFX Trading-Leitfäden.

Der Euro schloß unter den führenden Währungen die dritte Woche in Folge im mittleren Bereich. Er konnte gegenüber vier Währungen Boden gewinnen und verlor gegenüber den anderen drei. Aber die Gewinner und Verlierer bei den EUR-Paaren sahen in der letzten Woche anders aus: Der Euro entwickelte sich gut gegenüber sicheren Häfen und tat sich gegenüber Währungen mit höheren Renditen und Risikokorrelation schwer. Das Währungspaar EUR/GBP lag mit -0,52 % unter den Verlierern vorne, während EUR/CHF, EUR/USD und EUR/JPY um +0,54 %, +0,62 % bzw. +1,57 % zulegen konnten.

Die Kursentwicklung zum Ende der Woche war auf mehrere Weisen vielsagend. Die Europäische Zentralbank blieb bei ihrem vorgegebenen geldpolitischen Kurs, da die Ungewissheit bei ihren Inflationsprognosen schwindet. Das bedeutet angesichts der steigenden Unruhe über einen potenziellen Ansteckungseffekt aufgrund des Absturzes der Türkischen Lira durchaus Gutes.

Nachdem Italien aber wieder in den Schlagzeilen ist, wurden jedwede positiven Aspekte, die aufgrund der jüngsten geldpolitischen Entscheidung in den Euro injiziert wurden, wieder neutralisiert. Mario Nava, der Leiter der italienischen Börsenaufsicht, trat Ende der letzten Woche bei zunehmenden Druck von Seiten der regierenden Fünf Sterne Bewegung und der Lega Nord überraschend zurück und nannte als Grund dafür ein „Problem, das ausschließlich politischer Natur“ sei.

Für sich alleine genommen ist der Rücktritt bedeutungslos. Im Kontext eines Musters zunehmend harscher Anti-EU- und Anti-Euro-Rhetorik trieben die Marktteilnehmer italienische Anleihenrenditen jedoch nach oben und ließen den Euro von seinem Hoch als Folge der EZB-Sitzung aus nachgeben. Jetzt richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Haushaltserklärung der italienischen Regierung und der Frage, ob ein Showdown mit Brüssel beschlossene Tatsache ist oder nicht – dies insbesondere, falls der Technokrat Giovanni Tria, Minister für Wirtschaft und Finanzen, ebenfalls unter Druck geraten sollte, zurückzutreten.

Von der zunehmenden Besorgnis mit Blick auf Italien, die die schwindende Ungewissheit in Hinsicht auf den Inflationsausblick der EZB neutralisiert, dürfte der Wirtschaftskalender sich nur wenig auf den Euro auswirken.

Am Montag steht der endgültige Kern-VPI für die Euro-Zone für August mit +2,0 % (gegenüber dem Vorjahr) an. Das wäre ein leichter Rückgang von dem anfänglichen Wert, der mit +2,1 % vermeldet wurde. Es wird erwartet, dass der endgültige Kern-Wert für August mit +1,0 % (gegenüber dem Vorjahr) bestätigt werden wird, ein Rückgang von +1,1 % im Juli. Am Donnerstag kommen die vorläufigen PMIs für August für die Euro-Zone. Da den Erwartungen zufolge aber alle Werte bei oder innerhalb von +/- 0,1 von den endgültigen Juli-Werten liegen sollen, dürften die Auswirkungen der Daten minimal sein.

Was die Positionierungen betrifft, sind die Spekulanten laut dem CFTC CoT-Report für die Woche bis 11. September im Euro mit 11.200 Kontrakten Netto-Long geworden. Das ist ein leichter Anstieg von den 8.000 Netto-Long-Kontrakten, die in der Vorwoche gehalten wurden. Im September ist die Positionierung für den Euro kein ausschlaggebender Faktor (d. h. das Risiko einer Kapitulation (Abdeckung) aufgrund einer extremen Positionierung ist äußerst gering).

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