Euro-Prognose: EUR/USD-Verluste sind möglicherweise noch nicht vorüber

Fundamentalprognose für EUR/USD: Neutral

- Der Euro verlor gegenüber allen anderen sieben führenden Währungen; EUR/CHF (-1,64 Prozent) und EUR/USD (-1,45 Prozent) lagen bei den Verlusten vorne.

- Es sieht so aus, als ob die vorläufigen PMI-Werte für die Eurozone sich nicht verbessern. Somit gibt es nur wenige Gründe dafür, dass der Abwärtstrend des Euro enden sollte.

- Der IG Client Sentiment Index deutet nach jüngsten Verschiebungen der spekulativen Positionierung wieder einmal auf einen Verkauf des Währungspaars EUR/USD hin.

Unsere langfristigen Prognosen für den Euro und andere führende Währungen finden Sie in den DailyFX Trading-Leitfäden.

Der Euro war letzte Woche die am schlechtesten abschneidende führen Währung; dabei lagen die Währungspaare EUR/CHF (-1,64 Prozent) und EUR/USD (-1,45 Prozent) bei den Verlusten vorne. Eine Abwärtskorrektur des endgültigen VPI-Reports für die Euro-Zone für April in Verbindung mit Hinweisen darauf, dass die Vereinigten Staaten signifikante Handelsstreitigkeiten mit China vermeiden können, schwächten die Nachfrage nach dem niedrig rentierlichen Euro.

Gleichzeitig ist der fundamentale Hintergrund für den Euro nach wie vor eher schwach. Der Citi Economic Surprise Index, ein Maßstab für das Wirtschaftsdatenmoment, schloss die letzte Woche bei -91,7 und somit immer noch tief im negativen Bereich (obwohl er sich nicht mehr auf dem schwächsten Wert seit September 2011 befindet). Dies ist eine leichte Verbesserung gegenüber der Vorwoche (-97,7), aber nicht gegenüber dem Vormonat (-90,0).

Bei den Inflationserwartungen sieht es nicht viel besser aus als bei der Datendynamik. Beide schwächten in den letzten Wochen stetig ab. Die fünfjährigen Fünf-Jahres-Inflations-Swap-Forwards schlossen am Freitag bei 1,702 Prozent, ein Rückgang von 1,714 Prozent in der Vorwoche. Die Inflationserwartungen erreichten am 22. Januar diesen Jahres eine Spitze, als der fünfjährige Fünf-Jahres-Satz bei 1,774 Prozent lag.

Wie es scheint, ist der Zeitpunkt für einen Anstieg der Inflationserwartungen (sofern es kurzfristig überhaupt dazu kommen sollte) so gut wie jeder andere. Grund dafür ist der steigende Preis von Brent-Rohöl und eine nicht so ausgeprägte Euro-Stärke, wie in der Vergangenheit (der handelsgewichtete Euro-Index ist gegenüber dem Vorjahr nur um +4,77 Prozent gestiegen; vor einem Monat lag er noch näher an +9 Prozent).

Die kommende Woche verspricht nur wenige Gelegenheiten, dass die bärische Lage des Euro während der letzten Wochen schwindet. Extern wäre jedwede Lösung des drohenden Handelskrieges mit China dem Anschein nach US-Dollar-positiv, was die anfänglich negative Reaktion wiederspiegelt, als die Handelskooperation belastet war.

Intern sind die einzigen signifikanten, anstehenden Daten die anfänglichen PMI-Werte für Mai. Der Mix aus den Veröffentlichungen der einzelnen Länder zu Beginn der Woche erreicht mit stagnierenden Werten für die kumulativen PMIs der Euro-Zone, die am Mittwoch kommen, ihren Höhepunkt (es werden keine Veränderungen oder Rückgänge erwartet). Ansonsten steigt das politische Risiko nachdem Italien nun eine neue Regierung hat – italienische Anleihenrenditen und Credit Default Swap-Spreads steigen bereits seitdem dies Anfang Mai öffentlich wurde.

Schließlich besteht eine deutliche Netto-Long-Euro-Position im Futures-Markt. Spekulanten hielten während der Woche bis 15. Mai immer noch +115.100 Kontrakte, ein Rückgang um -24 Prozent seit dem Rekordhoch, das während der Woche bis 17. April (+151.500 Kontrakte) erreicht worden war. Obwohl dies zu einer weniger schwierigen Situation für den Euro wird, führt der Pfad des geringsten Widerstands immer noch tendenziell in Richtung einer Euro-Schwäche, falls das Kürzen der Positionierung sich fortsetzen sollte.

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