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Euro könnte vor EZB-Sitzung unter Druck geraten

Euro könnte vor EZB-Sitzung unter Druck geraten

2018-04-23 11:30:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Strategist
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Euro könnte vor EZB-Sitzung unter Druck geraten

Fundamentalprognose für EUR/USD: Neutral

- Der handelsgewichtete Euro-Index liegt nach wie vor mehr als +9 Prozent über dem Vorjahr. Ein Punkt von Interesse für die EZB, wenn sie diese Woche zu ihrer Sitzung zusammenkommt.

- Die kommende Woche bringt mit Ausnahme der EZB-Sitzung einen dünneren Wirtschaftskalender für die Eurozone. Das bedeutet, die Nachrichtenmeldungen werden zentraler Fokus für die Kursbewegung bleiben.

- Der IG Client Sentiment Index weist nun einen neutralen Blick auf das Währungspaar EUR/USD aus.

Unsere langfristigen Prognosen für den Euro und andere führende Währungen finden Sie in den DailyFX Trading-Leitfäden.

Der Euro rutschte gegenüber dem Japanischen Yen und dem US-Dollar Ende der letzten Woche ab, nachdem die Risikowerte sich umkehrten, was die Nachfrage nach „sicherer Hafen“-Währungen anheizte. Währungen mit höheren Renditen und mit Risiko korrlierende Werte litten. Dabei schlossen Währungspaare wie EUR/AUD, EUR/NZD und EUR/CAD die Woche in der Nähe ihrer Hochs. Aber ein weiterer dünner Wirtschafstkalender setzte den Euro den Launen der anderen führenden Währungen aus. Die bevorstehende EZB-Sitzung dürfte den Euro wieder zurück ans Steuer bringen.

Obwohl die geldpolitische Entscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag keine neuen „Staff Economic Projections“ bringt, bleibt die Wahrscheinlichkeit hoch, dass EZB-Präsident Mario Draghi diese Plattform nutzen wird, um einen defensiveren Ton in seinem Ausblick für die nächste Zeit anzuschlagen. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Der Citi Economic Surprise Index bewegt sich seit Mitte 2011, als die Eurozone sich tief in der Staatsschuldenkrise befand, in der Nähe seines niedrigsten Standes. Auch die jüngeren PMI-Werte enttäuschten: Der PMI für den Dienstleistungssektor lag im März bei 54,9, ein Rückgang von 58 im Januar, und der PMI für das fertigende Gewerbe fiel von 60,6 im Dezember auf 56,5 im März. Zusammen mit dem Rückgang der PMI-Werte sind auch die Inflationserwartungen laut den fünfjährigen Fünf-Jahres-Inflationsswap-Forwards seit dem Hoch im Januar um mehr als 6 Bp gefallen.

Ein Grund für die Enttäuschungen bei manchen Daten und den Inflationserwartungen in den letzten Wochen lässt sich direkt dem Euro selber zuschreiben: Er liegt auf handelsgewichteter Basis immer noch +9 Prozent über dem Vorjahr. Je stärker der Euro gegenüber seinen Gegenstücken ist, desto weniger attraktiv erscheinen Exporte aus der Eurozone. So einfach ist das.

Dementsprechend gehen wir davon aus – obwohl keine neuen Projektionen anstehen –, dass Draghi und Kollegen im Rahmen der Pressekonferenz nach dem Zinsentscheid einen defensiveren Ausblick geben werden. Was den Zinsentscheid betrifft, wird es keine Veränderungen geben. Wenn man sich die Overnight-Index-Swaps anschaut, besteht eine 25 Prozent Wahrscheinlichkeit eines Zinsschritts bis Ende 2018. Die Märkte haben aber keine ernsthafte Änderung der Geldpolitik bis mindestens dem dritten Quartal 2019 eingepreist.

Bereits eine leichte Veränderung der Rhetorik der EZB könnte den Euro schwächen, da die Marktteilnehmer immer noch Netto-Long sind. Laut dem CFTC CoT Report für die Woche bis 17. April, hielten Spekulanten +146.400 Netto-Long-Kontrakte, eine Steigerung gegenüber +133.000 in der Vorwoche. Die Netto-Longs befanden sich während der Woche bis 30. Januar mit +148.700 Kontrakten auf dem höchsten Stand aller Zeiten. An diesem Punkt wird es für die EZB viel einfacher sein etwas zu tun, was den Euro drückt, als um ihn auf seinem hohen Niveau zu halten.

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