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Euro orientiert sich an Februar-PMIs – EZB-Protokoll hält Zugewinne intakt

Euro orientiert sich an Februar-PMIs – EZB-Protokoll hält Zugewinne intakt

2018-02-19 12:05:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Währungsstratege
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Euro orientiert sich an Februar-PMIs – EZB-Protokoll hält Zugewinne intakt

Fundamentalprognose für EUR/USD: Neutral

- Die vorläufigen PMI-Zahlen für Februar kommen in den nächsten Tagen aus dem Euro-Raum und dürften die Gespräche über die Fundamentallage des Euro in den nächsten Wochen bestimmen.

- Angesichts der immer noch übergroßen Netto-Long-Positionierung im Euro im Futures-Markt sind Trader gut beraten, die bärische Umkehr des Währungspaars EUR/USD auf dem Tageschart am Freitag mit Vorsicht zu behandeln.

- Der IG Client Sentiment Index hat begonnen, sich für das Währungspaar kurzfristig abzukühlen, obwohl die Privat-Trader mehrheitlich Netto-Short bleiben.

Der Euro schloss die letzte Woche im mittleren Bereich. Er legte +1,24 Prozent gegenüber dem US-Dollar zu, obwohl das Währungspaar EUR/USD am Freitag eine Umkehr auf dem Tageschart verzeichnet hatte. Ansonsten blieb die Volatilität in allen Anlageklassen erhöht und das Währungspaar verlor -1,17 Prozent. Es schloss somit am schlechtesten ab. Insgesamt hat sich der Euro in den letzten Wochen nur wenig bewegt. Der handelsgewichtete Euro-Index schloss am Freitag bei 127,74, einen Hauch niedriger als Ende Januar (127,83).

In der kommenden Woche gilt die Aufmerksamkeit anfangs den vorläufigen PMI-Zahlen für die Euro-Zone für Februar am Mittwoch. Sie sollten dazu beitragen, die Wahrnehmung des Marktes der Wachstumsaussichten der Region zu formen. Laut Bloomberg News liegen die Konsensprognosen für den ersten Wert des PMI für das fertigende Gewerbe bei 59,2 – ein unwesentlicher Rückgang von dem Rekordhoch bei 59,6.

Ebenso soll der Composite-PMI für die Euro-Zone von 58,8 auf 58,4 fallen – ein weiterer unbedeutender Rückgang, da der Gesamtwert von seinem höchsten Wert seit Februar 2011 aus fällt. Es müsste zu einem deutlich größeren Rückgang der PMIs kommen, damit die Trader ihen Optimismus in Hinsicht auf die Aussichten des Euro noch einmal überdenken.

Am Donnerstag kommt dann das Protokoll der Januar-Sitzung der Europäischen Zentralbank. Anders als die Veröffentlichung im Januar, die das Dezember-Treffen abdeckte, bei dem ein neuer Satz von Staff Economic Projections bekanntgegeben wurde, gibt es bei dem kommenden Protokoll viel weniger „harte“ Informationen, die es zu diskutieren gilt. Von einer ausführlichen Diskussion, die die Zugewinne des handelsgewichteten Euro während der letzten Monate missbilligt, bestehen nur geringe Aussichten darauf, dass das Protokoll großen Eindruck machen wird.Ansonsten halten die Marktmaßstäbe für die Inflation auch weiterhin. Die fünfjährigen Fünf-Jahres-Inflations-Swap-Forwards – einer der bevorzugten Inflationsmaßstäbe des EZB-Präsidenten Draghi – schlossen am Freitag bei 1,750 Prozent, dem gleichen Wert wie in der Vorwoche.

Der Euro könnte selbst zu einer Behinderung höherer Inflationserwartungen werden, da der handelsgewichtete Index gegenüber dem Vorjahr um +9,24 Prozent gestiegen ist.

Trader müssen in nächster Zeit aber aufgrund des überdehnten Zustands des Future-Markts vorsichtig bleiben, denn Spekulanten halten immer noch eine signifikant große Netto-Long-Euro-Position. Während der Woche bis 13. Februar hielten Spekulanten +127,300 Netto-Long-Kontrakte. Das ist kein unbedeutender Rückgang von dem Rekordhoch bei den Netto-Longs, das während der Woche bis 30. Januar verzeichnet wurde (+148,700 Kontrakte).

Auch trotz eines Rückgangs der Netto-Long-Positionen um -14,4 Prozent während der vergangenen zwei Wochen konnte das Währungspaar EUR/USD auf neue Hochs, die bis zum Dezember 2014 zurückreichen, vordringen. Man muss nicht ausdrücklich erwähnen, dass es sehr viel Negativität bedarf – einer Änderung des Tons der EZB, einer erheblichen Kehrtwende der Wirtschaftsdaten – damit die Trader ihre bullische Haltung gegenüber dem Euro aufgeben.

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