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Optimismus über Wachstums- und Inflationsprognosen der EZB könnte dem Euro Auftrieb geben

Optimismus über Wachstums- und Inflationsprognosen der EZB könnte dem Euro Auftrieb geben

2017-12-11 03:00:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Strategist
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Optimismus über Wachstums- und Inflationsprognosen der EZB könnte dem Euro Auftrieb geben

Fundamentalprognose für EUR/USD: Neutral

- Die Futures-Positionierung bleibt weiterhin eine stärkere Beeinträchtigung des Euro. So bewegt sich die Netto-Long-Positionierung immer noch in der Nähe des 2017-Hochs und auf dem höchsten Niveau seit Mai 2011.

- Die EZB veröffentlicht am Donnerstag die neuen „Staff Economic Projections” (SEPs), wobei die hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie optimistischere Wachstums- und Inflationsprognosen ausweisen werden.

- Der IG Client Sentiment Index deutet auf durchwachsene Bedingungen für das Währungspaar EUR/USD in den kommenden fünf Tagen hin.

Der Euro schloss die letzte Woche irgendwo in der Mitte. Angesichts des dünnen Kalenders war das keine Überraschung. Als wesentlicher Treiber erweisen sich exogene Einflüsse – Fortschritte bei den Brexit-Verhandlungen und der Steuerreform in den USA. Das Währungspaar EUR/USD verlor -1,04 Prozent, während das Währungspaar EUR/GBP -0,39 Prozent abgeben musste.

Während diese thematischen Einflüsse auch in den kommenden Tagen in den Schlagzeilen bleiben werden, geht der Euro mit genügend eigenem Eventrisiko in die neue Woche, das über hinreichend Potenzial für Marktbewegungen verfügt. Auf dem Kalender stehen einige Datenveröffentlichungen, die in den kommenden Tagen für eine geringe Volatilität sorgen dürften (ZEW für die Euro-Zone und Deutschland am Montag; vorläufige Dezember-PMIs am Donnerstag). Ausschlaggebend diese Woche wird aber die Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag sein.

Im Vorfeld der Sitzung verfügt der Euro über solide Fundamentaldaten, die ihn unterstützen. Das Wirtschaftsdatenmoment ließ letzte Woche weiter nach, bleibt aber auf einem mehrjährigen Hoch. Der Citi Economic Surprise Index für die Eurozone schloss am Freitag bei +60,1, ein Rückgang von +70,3 in der Vorwoche, aber immer noch ein höherer Wert als die +58,9 im Vormonat. Die endgültigen PMI-Werte für November zeigten, dass das Wachstumsmoment in der Region sich auf dem stärksten Niveau seit 2011 bewegt.Ansonsten schlossen die fünfjährigen Fünf-Jahres-Inflationsswap-Forwards, ein bevorzugter Maßstab für den Preisdruck des EZB-Präsidenten Draghi, letzte Woche bei 1,708 Prozent und somit höher als die 1,700 Prozent in der Vorwoche und noch höher als der 1,679 Prozent-Wert vor einem Monat.

Angesichts dessen, dass die Euro-Stärke sich während der letzten paar Monate halten konnte und Belegen dafür, dass die Inflationserwartungen weiter einem Aufwärtstrend folgen, dürfte sich die kurzfristige Besorgnis, dass die EZB möglicherweise das Tempo ihrer Anlageankäufe zu Beginn des Jahres 2018 drosseln muss, mindern.

Somit besteht, da die geldpolitische Sitzung im Dezember eine von vier Sitzungen während des Jahres ist, bei denen die neuen „Staff Economic Projections“ (SEP) veröffentlicht werden, eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die EZB ihre Wachstums- und Inflationsprognosen für 2018 revidiert. Und angesichts dessen, wo die oben angesprochenen Indikatoren stehen, besteht das Potenzial für eine positive Überraschung, nämlich Aufwärtskorrekturen der BIP- und VPI-Prognosen.

Obwohl die EZB dem Vorbild der Fed zu folgen scheint (Drosselung des QE-Programms, Verlängerung der Niedrigzinsen ohne zusätzliche Anreize, dann Zinsanhebung nach einer kurzen Eingewöhnungszeit), sind in evtl. Aufwärtskorrekturen der SEP Spekulationen darüber impliziert, dass die EZB ihre QE-Programm schneller drosseln könnte, als derzeit geplant. Das bedeutet, es besteht die Möglichkeit, dass Zinsanhebungen schon früher kommen, als derzeit vom Markt eingepreist (frühestens zweite Hälfte des Jahres 2019). Es ist wichtig, dass wir unsere Hoffnungen darauf, dass eine optimistische EZB sich in einem stärkeren Euro äußert, angesichts dessen, wie der Markt positioniert ist, nicht zu hoch ansetzen, denn der Euro-Long-Trade im Futures-Markt ist bereits übervoll.

Laut dem jüngsten COT-Report der CFTC wurden während der Woche bis 5. Dezember 93.100 Netto-Long-Kontrakte von Spekulanten gehalten. Das ist beinahe das höchste Niveau seit der Woche bis 3. Mai 2011 (als das Währungspaar EUR/USD einen Spitzenwert von etwas unter 1,5000 USD erreichte).

Schauen Sie in unsere Euro-Prognose für das vierte Quartal 2017 und in die DailyFX Trading-Leitfäden.

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