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Euro: EZB kündigt Beginn von Drosselungen an — Vermeidet Überraschungen

Euro: EZB kündigt Beginn von Drosselungen an — Vermeidet Überraschungen

2017-10-22 10:00:00
Martin Essex, MSTA, Analyst
Teile:
Euro: EZB kündigt Beginn von Drosselungen an — Vermeidet Überraschungen

Gesprächsansätze:

  • Der Euro-Handel wird in der kommenden Woche von der Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag dominiert. Im Rahmen dieser Sitzung wird eine Straffung der Geldpolitik in der Euro-Zone ab ab dem Beginn des neuen Jahres angekündigt werden.
  • Ansonsten wird die Politik in Spanien wahrscheinlich ignoriert werden.
  • An der Datenfront gilt die Aufmerksamkeit den Einkausmanagerindizes für die Euro-Zone und dem deutschen Ifo-Index.

Fundamentalprognose für den Euro: Neutral

Was wird das vierte Quartal für den Euro, Aktien, Öl und andere wichtige Märkte bringen? Hier können Sie es herausfinden

Der Euro-Handel wird in der kommenden Woche von der Sitzung des Vorstands der Europäischen Zentralbank am Donnerstag dominiert. Den Erwartungen zufolge wird im Rahmen dieser Sitzung eine Straffung oder Reduzierung der geldpolitischen Anreize für die Wirtschaft der Euro-Zone ab Januar nächsten Jahres angekündigt werden.

Laut Konsensprognosen wird die EZB das Volumen ihrer Anlagenankäufe von monatlich 60 Mrd. Euro auf 30 Mrd. Euro halbieren und sie ab Januar um neun Monate verlängern. Sie wird wahrscheinlich auch betonen, dass eine Zinsanhebung noch jenseits des Horizonts liegt, und dass das Programm immer noch entweder erhöht oder verringert werden kann. Die EZB wird vermeiden wollen, die Märkte zu überraschen, was der Grund dafür ist, dass unsere Prognose für den Euro neutral ist. Aber der Teufel steckt wie immer im Detail.

Die EZB könnte zum Beispiel ankündigen, dass sie einen geringeren Anteil an Staatsanleihen im Rahmen ihrer Gesamt-Anlagenankäufe plant. Sie könnte auch ankündigen, dass sie dazu bereit ist, Anleihen mit einer längeren Laufzeit zu kaufen, als dies derzeit der Fall ist. Es gibt auch noch andere, wenn auch unwahrscheinlichere, Möglichkeiten.

Sie könnte zum Beispiel einen längerfristigen Plan zur Reduzierung ihrer Ankäufe auf Null bis nächsten September bekanntgeben, möglicherweise in drei Schritten von je 20 Mrd. Euro, oder sie könnte ankündigen, dass sie ihre Ankäufe um mehr als 30 Mrd. Euro reduziert, aber noch länger Anleihen ankaufen wird. Wie immer wird die Pressekonferenz mit EZB-Präsident Mario Draghi nach der Ankündigung ebenso wichtig sein wie die tatsächliche Entscheidung.

Ansonsten hat die politische Unruhe in Katalonien sich mehr auf spanische Aktien ausgewirkt als auf den Euro und das scheint erst einmal so zu bleiben. Möglicherweise könnte die Währung immer noch von der Einführung einer direkten Verwaltung durch die Zentralregierung in Madrid, erzwungenen Wahlen in Katalonien mit dem Ziel die für die Unabhängigkeit eintretende Regionalregierung aus dem Weg zu räumen und möglichen Demonstrationen in den Straßen Barcelonas, der katalanischen Hauptstadt, geschwächt werden. Das sind allerdings längerfristige und nicht so sehr kurzfristige Probleme.

An der Datenfront könnten am Dienstag die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes und das deutsche Ifo-Geschäftskima am Mittwoch Einfluss haben, wie auch die Wirtschaftsprognosen der Europäischen Kommission am gleichen Tag.

Der Komposit-„Flash“-PMI für die Euro-Zone wird sich wahrscheinlich nur wenig ändern, vielleicht von 56,7 im September auf 56,5 nachgeben, während der Ifo-Geschäftsklimaindex durchaus stabil bei 115,2 bleiben könnte.

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