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Ölpreis Analyse: Angebot belastet WTI und Brent

Ölpreis Analyse: Angebot belastet WTI und Brent

2020-01-14 14:37:00
David Iusow, Finanzmarktanalyst
Teile:

Ölpreis Analyse: Die geopolitischen Risiken rücken in den Hintergrund. Das Angebots-Nachfrageverhältnis in den Vordergrund. Bis auf eine konjunkturelle Erholung, gibt es weiterhin nur wenig Gründe, warum die Nachfrage das Angebot in den ersten Monaten des Jahres übersteigen sollte.

Ölpreis Analyse fundamental

In unserer Analyse „Wird der Ölpreis weiter steigen?“, die wir vor ein paar Wochen veröffentlicht haben, deuteten wir an, dass es außer dem geopolitischen Risiko, derzeit wenig Gründe gibt, warum der Ölpreis stark steigen sollte. Und sollte das Risiko ausgepreist werden, der Ölpreis wieder deutlich fallen dürfte. Folgende Faktoren hatten wir in dieser Hinsicht im Blick:

  1. Erwarteter Angebotsüberhang trotz OPEC + Kürzungen
  2. Saisonal schwache Phase, die sich insbesondere in den US Beständen zeigt
  3. Befürchtete harsche Maßnahmen des Iran als Vergeltung waren unwahrscheinlich
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Diese Erwartungen haben sich bisher bewahrheitet. Der Iran hat einen Pro-Forma Vergeltungsschlag durchgeführt. Die Blockierung der Strasse von Hormuz ist bisher ausgeblieben. In diesem Fall rückt sodann die fundamentale Angebots- Nachfrage Situation in den Vordergrund und hier gab es nur vereinzelt Anzeichen einer deutlichen Verschiebung zu Gunsten der Nachfrage.

Der Phase 1 Deal dürfte bereits eingepreist sein. Chinas Handelsbilanz, insbesondere Importe, sind per Dezember über den Erwartungen ausgefallen. Dies ist ein positiver Aspekt, der sich fortsetzen könnte. Die konjunkturelle Erholung dürfte generell dazu beitragen, dass der Angebotsüberhang geringer ausfällt.

EIA US Rohölbestände noch unter dem Fünf-Jahre-Durchschnitt

EIA Rohölbestände

Quelle: EIA

OPEC + wartet auf die US Produktion

Saisonal betrachtet könnte die Nachfrage jedoch erst ab März richtig anziehen. Die letzten Daten zu den US Beständen bestätigen diesen Umstand. Die Nachfrage nach Raffinerieprodukten, wie Benzin ging zurück. Damit auch die Raffinerie-Produktion. Auf der Angebotsseite wird die EIA heute ihre Prognose für die US Öl-Produktion präsentieren.

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Es gibt Anzeichen (Oil Rig Counts) dafür, dass die Produktion in Kürze zumindest stagnieren könnte. Viel erwarten sollte man aber nicht, denn die EIA hat im November ihre Produktionsprognose für 2020 angehoben. Die OPEC + Staaten dürften erst im März entscheiden, ob sie die Kürzungen zeitlich verlängern.

Dies wird umso wahrscheinlicher, je stabiler die US Produktion weiterhin von Statten geht. Auch die OPEC wird in dieser Woche ihren Monatsbericht vorlegen und damit die Nachfrageprognosen für die kommenden Monate.

Ölpreis Analysen charttechnisch

Der Ölpreis WTI ist infolge der verringerten Risiken wieder in die langfristige Range gefallen und erreichte die mittelfristige Trendlinie, siehe Chart unten. Hier konnte er zunächst Unterstützung finden. Sollte er darunter brechen, könnte dies den nächsten Schub in Richtung des horizontalen Unterstützungsbereichs bei 55 USD je Barrel signalisieren. Zuvor ist der Ölpreis WTI bei knapp über 65 USD je Barrel abgeprallt, was als technischer Schlüsselwiderstand gilt, da er im Jahr 2018 einen wichtigen Support bildete.

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Ölpreis WTI Analyse auf Tagesbasis

Ölpreis WTI Analyse auf Tagesbasis

Quelle: IG

UMSETZUNGSMÖGLICHKEITEN MIT IG BARRIER-OPTIONEN

Steht man auf der Verkäuferseite und meint, dass der Ölpreis Brent in Zukunft fällt, könnten Barrier-Options von IG mit einer Knock-Out-Schwelle oberhalb den Widerstandszonen über 66 USD interessant werden. Bullisch eingestellte Trader hingegen könnten in umgekehrter Weise mit Knock-Out-Schwellen unterhalb von 55 USD je Barrel im Blick behalten.

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Optionen sind komplexe Finanzinstrumente und gehen mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Verluste können extrem schnell eintreten.

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