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Ölpreis [Brent,WTI] mit noch mehr Downside-Potential?

Ölpreis [Brent,WTI] mit noch mehr Downside-Potential?

2019-07-05 11:48:00
David Iusow, Finanzmarktanalyst
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Der Ölpreis [Brent, WTI] brach im Anschluss an das OPEC+ Meeting wieder ein. Das überraschte viele Marktteilnehmer, auch uns. Nachfragesorgen scheinen zu überwiegen sowie das erhöhte Angebot aus der EU rückt nun in den Fokus.

Ölpreis Einbruch trotz OPEC+ Einigung

Wir haben Preise für den Öpreis Brent bei zirka 65 USD je Fass im Rahmen der Erholung und im Rahmen unserer Analysen für realistisch gehalten. Der weitere Verlauf sollte unserer Meinung nach davon abhängen, wie die OPEC+ Länder sich einigen und ob US Bestände sowie die US Produktion deutlich fallen. Beide Faktoren haben sich nur teilweise realisiert. Die OPEC+ Länder haben sich auf die Fortsetzung der Drosselungen geeinigt, US Bestände sind wieder im Verbund mit der US Produktion im Rückgang. Dies reichte Marktteilnehmern jedoch nicht, um weiter steigende Kurse im Ölpreis Brent und WTI zu bewerkstelligen.

Nachfragesorgen sind weiterhin vorhanden. Gleichzeitig sollte nicht vergessen werden, dass sich US Bestände, trotz des zuletzt verzeichneten Abbaus, über dem wichtigen Fünf-Jahre-Durchschnitt befinden. Historisch betrachtet, erfuhr der Ölpreis in der Regel deutliche Unterstützung, wenn Bestände den Durchschnitt testeten oder unterschritten. Ein weiterer Faktor, der in der Regel bei Analysten unberücksichtigt bleibt, ist das OECD-Angebot sowie die OECD-Nachfrage. Hier sind die Bestände ebenfalls bereits seit geraumer Zeit erhöht und das Angebot steigt stetig, insbesondere aus der EU.

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US Bestände weiterhin über dem Fünf-Jahre-Durchschnitt

US Rohöl Bestände EIA

Quelle: IG Handelsplattform

Zügige Auspreisung vorheriger Faktoren?

Nachdem nun der Iran-Konflikt anscheinend glimpflich verlaufen ist und das Angebot den neuesten Berichten nach, aus der EU weiter steigt, wurden einige Faktoren, die zuvor eingepreist waren, zügig wieder ausgepreist. Darauf deutet auch die Verengung des Brent-WTI-Spreads. Gleichzeitig bestehen Nachfragesorgen weiterhin.

Marktteilnehmer wollen nun mit hoher Wahrscheinlichkeit weitere positive Impulse abwarten, ehe sie sich in Richtung steigende Kurse positionieren. Neues Angebot könnte in den kommenden Jahren auf den Markt seitens der neutralen Zone zwischen Kuweit und Saudi-Arabien kommen. Die beiden Länder befinden sich erstmals seit 2014 wieder in Gesprächen, um die Produktion dort zum Laufen zu bringen. Berichten zufolge soll diesem Umstand aktuell mehr Relevanz beigemessen werden, als noch vor einigen Jahren.

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Fazit für den Ölpreis Brent und WTI

Wir gehen davon aus, dass der Ölpreis Brent und WTI unterstützt bleiben könnten, es fehlen allerdings einige Impulse, insbesondere von der Nachfrageseite. Die Angebotsseite könnte kurz-bis mittelfristig ebenso ein belastender Faktor bleiben, sofern Daten nicht etwas anderes andeuten. Erste Signale könnten demnächst von den Monatsberichten der OPEC und der IEA verzeichnet werden.

US Bestände sollten weiter in Richtung Fünf-Jahre-Durchschnitt fallen, Konjunkturdaten aus China und der EU sollten den Pessimismus auf der Nachfrageseite verringern. Unter den gegebenen Umständen sehen wir für die kommenden zwei Wochen wenig Upside-Potential, gleichzeitig aber dürfte das Downside-Potential ebenso begrenzt bleiben. Wir gehen nicht davon aus, dass der Ölpreis die letzten Tiefs (bei Brent ca. 60 USD), in den kommenden Wochen, unterschreiten wird.

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Ölpreis Chart

Ölpreis Chartanalyse

Quelle: IG Handelplattform

UMSETZUNGSMÖGLICHKEITEN MIT IG BARRIER-OPTIONEN

Steht man auf der Verkäuferseite und meint, dass der Ölpreis Brent in Zukunft fällt, könnten Barrier-Options von IG mit einer Knock-Out-Schwelle, oberhalb den Widerstandszonen über 66 USD interessant werden. Bullisch eingestellte Trader hingegen könnten in umgekehrter Weise mit Knock-Out-Schwellenunterhalb von 60 USD je Barrel im Blick behalten.

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