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Ölpreis WTI: Konsolidierung, Boden oder weiter abwärts?

Ölpreis WTI: Konsolidierung, Boden oder weiter abwärts?

David Iusow, Analyst

Der Ölpreis WTI hat in Erwartung einer Einigung der OPEC + Staaten die 55 USD je Barrel Zone getestet, prallte jedoch daran ab, nachdem man die Entscheidung zunächst vertagt hatte und am darauffolgenden Tag eine Kürzung ankündigte, die die Marktteilnehmer nicht so recht überzeugen konnte.

Ölpreis WTI konsolidiert nach OPEC + Entscheidung

Die OPEC + Staaten haben sich dazu geeinigt 1,2 Mio. Barrel pro Tag zu kürzen. Das ist weniger als von Analysten erwartet. Diese gingen von mindestens 1,5 Mio. Barrel aus. Darüber hinaus hatte man keine spezifischen Länderbeteiligungen bekannt gegeben und die Länder Iran, Venezuela und Lybien wurden aus den Kürzungen ausgenommen. Dies bedeutet, die übrigen Länder müssten mehr kürzen.

Marktteilnehmer scheinen sich nun aber dennoch nicht ganz sicher zu sein, wohin die Reise geht oder zumindest, ob die Einigung ausreichen wird, um den Preis nach oben zu bewegen? Einige Bankanalysten gehen davon aus, dass Marktteilnehmer erst einmal eine abwartende Haltung einnehmen werden, bis die Kürzungen auch tatsächlich in den Produktionsdaten sichtbar werden. In der Zwischenzeit könnte ein schwächerer US Dollar den weiteren Einbruch zu verhindern wissen.

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Nach dem OPEC Meeting sollten die US Bestände im Blick behalten werden

Neben dem schwächeren USD könnten abnehmende US Rohölbestände für mehr Stabilität sorgen. Diese sind per vorletzte Woche, gemäß dem EIA Bericht, die zehnte Woche in Folge stark angestiegen. Die USA sind nun der größte Swing-Produzent der Welt. Das würde auch eventuell erklären, warum Aktienwerte von US Ölproduzenten nur verhalten negativ auf den letzten Ölpreisabsturz reagierten. Des Weiteren könnte die Erwartung an eine stark nachlassende Nachfrage in 2019 zunächst übertrieben sein. Zudem sollten die Iran-Sanktionen ebenfalls im kommenden Jahr nicht außer Acht gelassen werden. In dieser Woche stehen noch die Monatsberichte der OPEC und der IEA an.

Im Fazit lässt sich für das aktuelle Marktumfeld, aus meiner Sicht, sagen:

  • Ein schwächerer USD könnte die Konsolidierung im Ölpreis WTI begünstigen. Es sollte allerdings auch ein Blick auf Schwellenländerwährungen behalten werden, wie etwa dem Yuan. Ein schwacher Yuan (USD/CNH) dürfte eine Erholung im Ölpreis zumindest abbremsen.
  • Gleichzeitiger Abbau von US Beständen könnte eine kurz- bis mittelfristige Erholung zunächst in Richtung 50 USD je Barrel und darüber hinaus in Richtung 60 USD bewirken. Im Bereich bei 60 USD würde der Preis sodann auf die im November unterschrittene, langfristige Trendlinie als Widerstand treffen.
  • Die stützenden Faktoren, Kürzungen, globale Nachfrage und Iran-Sanktionen, könnten jedoch erst im kommenden Jahr auf die Agenda kommen.

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Rohölpreis WTI Chart auf Tagesbasis

Rohölpreis Chartanalyse auf Tagesbasis

Quelle: IG Handelsplattform

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