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Short EUR/USD, Long USD/JPY

Short EUR/USD, Long USD/JPY

Christopher Vecchio, CFA, Senior Strategist

Vergessen Sie Ihre vorhandende Meinung aus dem Jahr 2016: 2017 wird wie kein anderes Jahr in der jüngeren Geschichte werden. Nach einem überwältigenden Wahlsieg, bei dem die Republikaner beide Hälften des Kongresses und die Präsidentschaft für sich gewinnen konnten, sind diese nun in der seltenen Lage, dem legislativen Stillstand in Washington ein Ende zu setzen. Das dürfte sich in Form finanzpolitischer Anreize für die US-Wirtschaft äußern.

Ungeachtet der politischen Ansichten, egal welche Partei dazu tendierte nach solchen Wahlen die Kontrolle zu haben, sie verfolgte eine Strategie der finanzpolitischen Lockerung: das US-Haushaltsdefizit stieg in diesen 18 Jahren um durchschnittlich 0,4% des BIP. Es sieht so aus, als werde eine Trump-Administration zu ihrem Versprechen eines strukturellen Defizits stehen, wie dies auch in der Vergangenheit typisch war, wenn eine einzige Partei die Regierungskontrolle hatte. Defizitausgaben in Form massiver Infrastrukturinvestitionen in Kombination mit einer umfassenden Steuerreform dürften sich als stark inflationär herausstellen.

Höhere Inflationserwartungen dürften sich in weiteren Renditesteigerungen für US-Staatsanleihen äußern (und taten dies auch im vierten Quartal 2016 über höhere Erwartungen von Zinsanhebungen durch die Fed), was für den US-Dollar im Kontext der aktuellen Lage, in der sich der Euro und der Japanische Yen befinden, und in dem Europäische Zentralbank und die Bank of Japan tätig sein müssen enorm hilfreich sein wird: die Implementierung aggressiver geldpolitischer Lockerungen, um die Zinsen um jeden Preis am kurzen Ende der Renditekurve so niedrig wie möglich zu halten.

Die Entscheidung der EZB Anfang Dezember, die Art und Weise zu ändern, wie ihr QE-Programm umgesetzt wird, könnte den Wunsch im Markt erodieren, den Euro mittelfristig zu halten. Mit ihrer Entscheidung, einjährige Anleihen zu kaufen, signalisiert die EZB, dass sie ihre Geldpolitik grundsätzlich ändert, um das vordere Ende der europäischen Renditekurven am Boden zu halten. Während die EZB-Politik sich also verändert und die Fed ein höheres Tempo bei den Zinsanhebungen signalisiert, hat sich der German-US zweijährige Renditespread in den letzten Wochen signifikant geweitet, was sich als treibende Kraft hinter der EUR/USD Schwäche herausstellt. Eine weitere Weitung des German-US zweijährigen Renditespreads um 50 Basispunkte (ein Spiegelbild der Bewegung im November und Dezember 2016) könnte dazu führen, dass das Währungspaar EUR/USD in der ersten Hälfte des Jahres 2017 auf 0,9500 USD fällt. Wir erwarten für das erste Quartal 2017 ein Testen der Parität.

Das gleiche lässt sich über das sagen, was mit dem Japanischen Yen geschieht. In einem Klima steigender Renditen, in dem die BOJ die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen bei oder unter 0% ansetzt, steht der Japanische Yen auf der Verliererseite. Die Zinsdifferentiale (US-Japan zehnjährige Renditespreads) haben sich stark gegen den Yen bewegt und scheinen dies auch während der näheren Zukunft (drei bis sechs Monate) weiter zu tun. Eine weitere Weitung des zehnjährigen US-Japan Renditespreads um 100 Basispunkte (ein Spiegelbild der Bewegung im November und Dezember 2016) könnte dazu führen, dass das Währungspaar USD/JPY seine Hochs aus dem Jahr 2015 in der Nähe von 125,70 USD im ersten Quartal 2017 erreicht und dann 130,00 USD später im Jahr.

Der auf den kommenden Präsidenten rückführbare Trump-Reflationshandel könnte gut und gerne bis ins erste oder zweite Quartal 2017 andauern, wenn auch mit Auf und Ab, bevor die ersten Schwierigkeiten auftreten. Wir werden uns die Lage in Hinblick auf EUR/USD Short und USD/JPY Long bis Mitte des Jahres noch einmal anschauen. Irgendwann werden wir die Schwelle überschreiten, an der steigende US-Renditen als Belastung für die Nachhaltigkeit von Schulden gesehen werden. Aber dies wird wahrscheinlich erst gegen Ende 2017 oder zu Beginn 2018 der Fall sein.

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