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Britisches Pfund könnte aufgrund von Gewinnmitnahmen und Jahresendflüssen abschwächen

Britisches Pfund könnte aufgrund von Gewinnmitnahmen und Jahresendflüssen abschwächen

2016-11-28 13:40:00
Ilya Spivak, Senior Währungsstratege
Teile:

Fundamentalprognose für das Britische Pfund: Neutral

  • Das Britische Pfund legt die sechste Woche zu, da der geldpolitische Ausblick sich bessert
  • Die dünne Datenlage in Großbritannien und der Status Quo des BOE FSR könnten den Kurs ruderlos werden lassen
  • Gewinnmitnahmen und Jahresendflüsse könnten das Pfund während der kommenden Woche nach unten treiben

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Die Erholung des Britischen Pfunds setzt sich fort, der Kurs verzeichnete die sechste Woche in Folge einen Zugewinn gegenüber einem Durchschnitt der wichtigsten Fremdwährungen zu dem britischen Zahlungsmittel. Ein zunehmend günstiger geldpolitischer Ausblick der BOE scheint der Katalysator der jüngsten Kursgewinne zu sein. Die Kurse sind zusammen mit OIS- und Future-basierten Erwartungskennzahlen für den geldpolitischen Weg im nächsten Jahr sowie den als Referenz dienenden zehnjährigen britischen Staatsanleihen gestiegen.

Vergangene Woche unterstrichen korrigierte BIP-Zahlen für das dritte Quartal die relative Robustheit der Wirtschaft seit der Brexit-Volksabstimmung. Eine expansive Haushaltserklärung im Herbst scheint ebenfalls einen Teil der Last der Unterstützung der Wirtschaft von der Geldpolitik auf die Finanzpolitik zu verlagern. Trader schienen dies so zu interpretieren, als reduziere es den Umfang weiterer geldpolitischer Maßnahmen der BOE.

Mit Blick in die Zukunft zeigen die Einkaufsmanagerindizes für das fertigende Gewerbe und den Bau sowie die Hypothekengenehmigungen im Oktober eine ansonsten matte Datenlage. Die Wirtschaftsmeldungen in Großbritannien haben sich seit Anfang Oktober gegenüber den Konsensprognosen leicht verschlechtert, aber es ist unwahrscheinlich, dass mehr davon allein weitere Lockerungen bewirken werden, da die Inflation sich festigt und die Regierung ihre eigenen Wirtschaftsanreize vorbereitet.

Derweil scheint es unwahrscheinlich, dass der Bericht der BOE zur Finanzstabilität etwas besonders Neuartiges bieten wird. Die Kreditbedingungen erscheinen im Großen und Ganzen seit Mitte August stabil, da sie sich seitdem von dem Absturz unmittelbar nach der Volksabstimmung erholen konnten. Das bedeutet, die Notenbank fühlt sich möglicherweise in ihrer Abwartehaltung bisweilen erst einmal ganz wohl und spart sich Munition für die Möglichkeit, dass etwas wirklich Besorgniserregendes eintritt.

Andererseits wird der Sterling dadurch ein wenig ruderlos. Die Währung konnte sich der längsten Phase von Kursgewinnen seit Mitte 2015 erfreuen. Das könnte nervöse Anleger veranlassen, bei träger Nachrichtenlage über Gewinnmitnahmen nachzudenken. Portfolioangleichungen zum Jahresende, die häufig in den Monaten bis zur Weihnachtszeit in allen Finanzmärkten ins Spiel kommen, und der Jahreswechsel könnten diese Dynamik verstärken.

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