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Der Yuan schwächt sich weiter ab, nachdem er zur "Reservewährung" wurde

Der Yuan schwächt sich weiter ab, nachdem er zur "Reservewährung" wurde

2016-10-13 13:21:00
James Stanley, Währungsstratege
Teile:

Anknüpfungspunkte:

- Der Chinesische Yuan wurde ab dem 1. Oktober offiziell als "Reservewährung" im SDR-Korb des IWFs aufgenommen. Seither hat sich der Yuan weiter abgeschwächt, und dies könnte den Druck auf die globalen Aktienmärkte erhöhen.

- Der Oktober hat sich bereits als ereignisreicher Monat für die Märkte entpuppt; und der Chinesische Yuan war nicht der einzige Treiber, denn wir sehen auch steigende Bedenken gegenüber der Zinsanhebungspolitik von Seiten der Federal Reserve in den USA.

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Die globalen Aktien handeln heute Morgen tiefer, und es gibt zwei mögliche Treiber für diesen Rückgang. Die große Schlagzeile bestand heute aus einer weiteren Schrumpfung in den chinesischen Exporten. Die Exporte sanken um -10 % im Jahresvergleich, wobei ein Rückgang von -3,3 % erwartet worden war; und obwohl ein Teil dieser Bewegung auf einen schwächeren Yuan und stärkeren US Dollar zurückzuführen ist, widerlegt dies die Hoffnung oder Erwartung, dass ein schwächerer Yuan direkt den Handel stützen würde.

Dies war ein Großteil der Besorgnis in Zusammenhang mit China im Q3/Q4 2015; dass ein Rückgang in der globalen Nachfrage eine tiefgreifendere und weitläufigere Verlangsamung in China mit sich bringen würde. Und mit so viel Leverage in der chinesischen Volkswirtschaft, könnte diese Verlangsamung wirklich sehr schlimm werden; so schlimm, dass auch der Rest der Welt davon betroffen würde. Auch wenn der chinesische Verbrauch von importierten Produkten für zahlreiche Wirtschaftsexperten offenbar keinen bedrohlichen Faktor darstellt, so sollte es die Aussetzung der ausländischen Banken gegenüber der chinesischen Wirtschaft jedoch mit Sicherheit tun.

Eine neue Methode zur Kontrolle der Handelsströme findet über die Währung statt. Eine schwächere Währung könnte die Exporte fördern, und die tieferen Preise in ausländischen Märkten könnten die Nachfrage steigern. Als der Chinesische Yuan also von der chinesischen Aufsicht tiefer fixiert wurde, haben es die Weltmärkte bemerkt. Auf dem nachstehenden Chart sehen wir uns den Spot-Wecheselkurs USD/CNH zusammen mit dem S&P 500 an. Beachten Sie, wie die Reaktion im Aktienverkauf nach einem kurzen Anstieg im USD/CNH leicht verzögert war.

Der Yuan schwächt sich weiter ab, nachdem er zur "Reservewährung" wurde

Chart erstellt von James Stanley

In der ganzen ersten Jahreshälfte führten die politischen Entscheidungsträger Chinas immer wieder neue Richtlinien und Strategien ein, um ihre Kapitalmärkte zu stützen. Ein großer Teil davon wurde mit dem Spot-Wechselkurs des USD/CNH bewerkstelligt, und fast das ganze Jahr über bot das Level von 6,7000 so etwas wie eine "psychologische Barriere" im Paar. Aber seit dem 1. Oktober, als der Yuan offiziell im SDR-Währungskorb aufgenommen wurde, ist nichts mehr wie früher, denn der Yuan wurde immer schwächer und sank deutlich unter dieses Level von 6,7000. Und diese Schwäche hat unaufhaltsam zugenommen, und der Druck auf die Aktienmärkte zeigt sich immer deutlicher.

Hier gibt es zwei wichtige Fragen: 1) Wird die chinesische Aufsicht den Yuan weiterhin aggressiv abwerten, nachdem er nun eine Reservewährung ist und 2) Wird diese zusätzliche Schwäche den Druck auf die globalen Aktienmärkte erhöhen?

Die Antwort auf die zweite Frage bezieht sich wahrscheinlich auf einen weiteren Druckpunkt, der sich in letzter Zeit verstärkt hat, und zwar die mögliche Straffung der Zinssätze in den USA.

USD hält beim Widerstand, während die Angst/Erwartung auf eine Zinsanhebung die Märkte antreibt

Wir behandelten dieses Thema am Dienstag, und seither wurde das Sitzungsprotokoll des FOMC-Entscheids vom September veröffentlicht; dieses bestätigte erneut die Tatsache, dass sich innerhalb der Federal Reserve viele einig sind, dass die Chancen für eine Rezession größer sind, sollten die Zinssätze tief bleiben. Und dies bezieht sich stark auf den theoretischen Teil des Arguments in Bezug auf die Zinspolitik. In einem Lager haben wir die extremen Neo-Keynesianer, die aufgrund der mangelnden Inflation kaum einen Grund sehen, die Zinssätze ab den "notfallmäßigen" Levels anzuheben. Im anderen Lager haben wir die gemäßigteren Neo-Keynesianer, die glauben, dass die Politik rascher normalisiert werden sollte, egal wie sich die Aktienkurse verhalten, da dies kein Mandat der Fed darstellt. Damit sollten die realen, längerfristigen Risiken von niedrigen Zinsen für die Renten und bestimmte Vorsorgekassen angegangen werden.

Welches Lager Recht hat, weiß niemand. Aber was wir tatsächlich wissen ist, dass massive Verschiebungen in den Aktien- und Anleihemärkten weltweit stattgefunden haben, und ein Großteil davon ist auf die künstlich niedrig gehaltenen Zinsen zurückzuführen, die die Geldpolitik als eine Art steuerliche Maßnahme ausgeben. Und das ist nicht nur in den USA so; dies wurde zu einem weltweiten Phänomen. Es ist eben so, dass die USA im Vordergrund stehen, weil sie die erste Volkswirtschaft sind, die die Zinssätze nach einer starken Akkommodation zu "normalisieren" beabsichtigt. Für die extremen Neo-Keynesianer ist dies vorläufig kein großes Problem; die Märkte handeln immer noch sehr nahe bei Allzeithochs, und diese Leute kümmern sich kaum darum, dass die Investoren nun die Aktien wie Anleihen behandeln (für Dividendenzahlungen anstatt Zins abwerfende Coupons), und die Anleihen wie Aktien (für die Kapitalwerterhöhung, da die Zinssätze noch tiefer angesetzt werden und die Kurse höher treiben).

Aber für die "gemäßigteren Neo-Keynesianer" besteht die Angst in dem, was noch nicht passiert ist, oder die Einsicht, dass eine solche Verzerrung nicht einfach "von selbst verschwindet". Darüber spricht gerade Loretta Mester, und das ist das, worauf sich Janet Yellen im letzten Jahr im Dezember bezog, als die Bank nach neun Jahren endlich die Zinssätze erhöhte.

Die große Angst hier besteht darin, dass die Fed die Punch-Bowle wegnehmen könnte. Ein Großteil der Welt hat sich mit Trades in Märkten zugedeckt, die nicht nur von Zentralbanken unterstützt, sondern sogar angetrieben werden; und sollte diese Unterstützung plötzlich wegfallen, dann könnte ein ziemlich schädlicher Abverkauf anstehen. Die Zentralbankunterstützung war der Schlüssel für den ungebremsten Kursanstieg der Aktien. Jedes Mal, wenn sich der Druck im S&P 500 im letzten Jahr erhöhte, wurde die Schwäche von einer expansiven Haltung der Fed in ihren Kommentaren bekämpft.

Der Yuan schwächt sich weiter ab, nachdem er zur "Reservewährung" wurde

Chart erstellt von James Stanley

Wird dies bald passieren? Wohl kaum, zumindest wenn wir die jüngste Geschichte als Beispiel nehmen; das ist ganz ähnlich wie das, was im Q4 des letzten Jahres zum Abverkauf führte, und dann wieder im Q1 dieses Jahres, denn die Fed hielt in beiden Quartalen übertrieben aggressive Erwartungen gegenüber Zinsanhebungen. Als aber die Aktienmärkte in beiden Fällen zusammenbrachen, beeilte sich die Fed, die Märkte mit expansiveren Kommentaren und Versprechen einer "länger lockeren" Zinspolitik zu beruhigen. Nach dieser letzten Schwäche bemerkte Janet Yellen, dass Negativzinsen nicht auszuschließen seien (am 11. Februar), und dann im August wurde die Idee laut, dass wieder ein QE eingeführt werden könnte, um die bevorstehende Schwäche in den Aktien aufzuhalten.

Es sieht also so aus, dass keine "bedeutenden" Abverkäufe (wie im S&P unter das Tief dieses Jahres von 1810) stattfinden werden, solange die Federal Reserve bereit ist, die Märkte sinken zu lassen; außer ein weiterer Faktor taucht auf, den die Fed nicht bekämpfen kann - wie eine starke Stagnation in China oder ein Chaos in den europäischen Banken. Aber sonst scheint es so, als ob höhere Aktienkurse allein von der Fed abhängen. Wir besprachen dieses Thema in der Prognose der Aktien für das 4. Quartal mit dem Titel Aufheben von Cents vor einer fahrenden Dampfwalze. Um zur gesamten Trading-Anleitung von DailyFX für das 4. Quartal zu gelangen, klicken Sie bitte hier.

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