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Vorschau zur BoJ: "Umfassende Überprüfung" wird Ton angeben

Vorschau zur BoJ: "Umfassende Überprüfung" wird Ton angeben

2016-09-20 13:00:00
James Stanley, Währungsstratege
Teile:

Anknüpfungspunkte:

- Heute Nacht / Mittwochmorgen bringt den mit Spannung erwarteten Zinsentscheid der Bank of Japan, und wenn auch nur wenige enorme Veränderungen erwarten, sollte die angekündigte "umfassende Überprüfung" der aktuellen Geldpolitik der BoJ in den kommenden Wochen oder sogar Monaten den Ton in den Yen-Paaren angeben.

- Die Erwartungen zwischen den möglichen Ausgängen sind extrem unterschiedlich, also scheint niemand "genau" zu wissen, was zu erwarten ist. Aufgrund dessen, was wir bisher sahen, so ist es wahrscheinlicher, dass das Inflationsziel von 2 % nicht verändert wird, und die Überprüfung wird eher eine Frage der Zeit darstellen, wann dieses Ziel erreicht werden kann, und nicht, ob das Ziel angepasst werden sollte.

- Für Trading-Ideen sehen Sie sich unsere Trading Guides an. Und wenn Sie kurzfristige Tipps brauchen, finden Sie hier unseren SSI-Indikator. Wenn Sie eine ganz kurzfristige Anzeige suchen, sehen Sie sich unseren gerade veröffentlichten GSI-Indikator an.

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Heute Nacht oder Morgen früh wird die Bank of Japan die Ergebnisse ihrer umfassenden Überprüfung der Geldpolitik veröffentlichen. Vor der Juli-Sitzung wurden hohe Erwartungen an die BoJ für eine zusätzliche Lockerung zugunsten der Volkswirtschaft gestellt. Diese Sitzung fand kurz nach den Wahlen in Japan statt, die das Gefühl gaben, dass der Premierminister Shinzo Abe bei seinen Wirtschaftsreformen auf geringeren politischen Widerstand treffen würde. Aber als die BoJ keine von den Märkten erwartete "Stimulus-Bazooka" ankündigte und stattdessen sagte, dass sie bei ihrer nächsten Sitzung im September eine "umfassende Überprüfung" ihrer aktuelle Geldpolitik vornehmen würde, reagierten die Märkte damit, dass sie den Yen in den Widerstand stießen.

Das ist äußerst ungewöhnlich und überraschte die Märkte völlig. Alles, was wir zurzeit wissen ist, dass der BoJ-Vorsitzende Haruhiko Kuroda seinen Mitarbeitern aufgetragen hat, die Vorarbeit für die Überprüfung bei der Sitzung zu leisten, und dass das Inflationsziel in Japan voraussichtlich nicht verändert wird. In einem Interview sagte Kuroda, dass der Zweck dieser Beurteilung sei, wie das Inflationsziel von 2 % so bald als möglich erreicht werden könnte, und nicht, das Ziel selber in Frage zu stellen; es wurde nämlich in 2013 mit einer gemeinsamen Erklärung mit der japanischen Regierung festgelegt, was bedeutet, dass die Arbeit der Bank darin besteht, es zu erreichen und nicht, das Ziel anzupassen.

Die große Frage lautet hier, ob diese Überprüfung zu mehr Stimulus führen oder ob mehr geldpolitische Vorsicht eingeführt wird. Viele zweifeln an der Fähigkeit Japans, den Stimulus auszubauen, und zwar wegen der Größe der bereits umgesetzten Programme in den vergangenen vier Jahren. Bei der letzten Pressekonferenz der BoJ äußerte sich Kuroda aber direkt dazu und sagte, dass seiner Meinung nach die BoJ die Grenzen ihrer monetären Expansion noch nicht erreicht hätte.

Aber es gibt hier zahlreiche Nebenfragen, die von der BoJ anlässlich dieser Beurteilung beantwortet werden müssen, wie z.B. was sie in Bezug auf das Inflationsziel von 2 % tun wird, das im April 2013 angekündigt worden war und in zwei Jahren hätte erreicht werden sollen. Das war im April 2015, oder vor ungefähr 17 Monaten, und dennoch sind wir noch sehr weit davon entfernt, dies als realistisches Ziel zu erachten. Ein weiteres Problem stellen die Negativzinsen dar: die BoJ kündigte im Januar dieses Jahres die Einführung von Negativzinsen ein, und dies erwies sich als ziemlich nachteilig für die Bank. Wird sie nun also den Mut haben, hier noch mehr zu tun, auch wenn bisher keine Ergebnisse erbracht wurden? Und in Bezug auf die Anleihekäufe: die BoJ kauft nun seit einigen Jahren für ¥80 Billionen pro Jahr. Sie besitzt bereits einen Großteil ihrer eigenen Staatsanleihen. Wird die BoJ es wagen mehr zu tun, nachdem seit vier Jahren keine Ankurbelung der Inflation zu sehen ist?

Und zum Thema einer zusätzlichen geldpolitischen Expansion, wie könnte Japan das umsetzen? Wird das mehr QQE oder Qualitative + Quantitative Easing sein, oder hören wir vielleicht sogar etwas über das hoch-theoretische "Helikoptergeld", dessen Ankündigung viele vor wenigen Monaten noch erwartet hatten (und das technisch gesehen unter den aktuellen japanischen Gesetzen gar nicht legal ist)?

Niemand weiß also so genau, was die BoJ bei ihrer Beurteilung heute Nacht sagen wird. Dies könnte zu riskanten Bedingungen im Yen-Trading führen, da die Märkte offenbar dem Ereignis eher vorsichtig gegenüberstehen, genau so wie wir bei dieser Ungewissheit. Auf den nachstehenden Charts schauen wir uns drei unterschiedliche Yen-Paare an, die wohl eine extreme Volatilität um die Ankündigung der BoJ erleben werden.

USD/JPY

Das ist ein ziemlich offensichtliches Paar, und da die Sitzung der Federal Reserve morgen stattfindet, wird es mit einer doppelten Dosis Volatilität versehen werden. Die kurzfristige Kursbewegung hat sich zu einer engeren Range entwickelt, während wir uns der BoJ-Sitzung nähern, aber im "größeren Rahmen" erzählt dieses Paar eigentlich die Geschichte von zwei Trends. Von Q4 2012 bis zum August des letzten Jahres blieb der Yen ziemlich schwach, da der BoJ-Stimulus ein Großfeuer eröffnete (violett auf dem nachstehenden Chart). Aber im vergangenen Sommer, als China noch stärker stagnierte, wurde der Yen zunehmend stärker, und dies führte zu einem ganzen Jahr, in dem die Märkte das frühere Thema der Yen-Schwäche wieder wettmachten. Dies unter der Annahme, dass der japanische Stimulus es nicht schaffen würde, den jahrzehntelangen deflationären Trend umzukehren.

Auf dem nachstehenden Chart sehen wir beide dieser "Themen" im USD/JPY an, sowie das Erreichen der Unterstützung beim gehüteten, psychologischen Level von ¥100,00.

Vorschau zur BoJ: "Umfassende Überprüfung" wird Ton angeben

Chart erstellt von James Stanley

AUD/JPY

Das ist ein weiteres Yen-Paar, das gegen ein langfristiges, psychologisches Unterstützungslevel antritt, wobei der AUD/JPY auf das Level von 75 trifft, das nach der Weltwirtschaftskrise eine kritische Unterstützung gebildet hatte. Der Abwärtstrend im AUD/JPY ist etwas älter als der vom USD/JPY, denn der AUD/JPY schließt eine zusätzliche Schwäche ein, die wir im Aussie zwischen November 2014 und dem Sommer vergangenen Jahres sahen.

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Chart erstellt von James Stanley

GBP/JPY

Dieses Paar scheint gar kein Angebot zu erhalten (oder Kursbewegung). Seit der BoE-Sitzung der letzten Woche wurde der Sterling geplündert; und obwohl die meisten Paare vor der BoJ verhalten traden, sinkt das GBP/JPY weiter, als ob für heute Nacht nichts anstehen würde.

Sollte das heutige Ereignis zu einer Yen-Stärke führen, wäre das GBP/JPY wohl ein Markt, auf den sich Trader konzentrieren oder den sie zumindest beobachten sollten - mit dem Potential eines sehr schwachen GBP und eines möglicherweise starken Yens. Sollte der Yen hingegen nach der Beurteilung schwächer werden, so wäre das Trading dieser Schwäche gegen ein bereits schwaches GBP nicht optimal oder empfehlenswert.

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Chart erstellt von James Stanley

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