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Werden die NFPs den US Dollar motivieren oder behindern?

Werden die NFPs den US Dollar motivieren oder behindern?

2016-09-02 07:42:00
James Stanley, Strategist
Teile:

Anknüpfungspunkte:

- Die Non-Farm Payrolls für den Monat August werden morgen um 08:30 Uhr ET veröffentlicht, und in Anbetracht der jüngsten restriktiven Kommentare der Fed und angesichts der US Dollar-Stärke, wird dieser Publikation voraussichtlich viel Aufmerksamkeit geschenkt werden.

- Die Juli-Sitzung des FOMC fiel ähnlich wie die im April aus, als die Bank sich "weniger expansiv" zeigte. Und genauso wie nach der April-Sitzung hörten wir weiterhin restriktive Kommentare der Fed, die den US Dollar in die Höhe trieb. Aber in beiden Fällen sahen wir bereits mit einem einzigen negativen Datenpunkt eine rasche Wende in den Zinserhöhungserwartungen. Nachdem nun die Zinserwartungen wieder zugenommen haben, fragen wir uns, ob sich das wiederholen wird, sollten die NFPs (oder andere wichtige US-Datenpunkte) die Erwartungen enttäuschen.

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Der 3. Juni und der 29. Juli; diese Daten sollten in den Köpfen der Trader und Investoren für die nächsten drei Wochen noch frisch bleiben. Danach findet nämlich die September-Sitzung des FOMC statt. Nachdem die Fed im August immer wieder höhere Zinssätze in Aussicht stellte, reagierten die Märkte nicht wirklich darauf. Erst am vergangenen Freitag dann, nachdem Janet Yellen und Stanley Fischer sich gleich äußerten, wurden die Zinserwartungen in den USA endlich höher getrieben. Der Haupttreiber scheint dabei von Fischers Fernsehinterview zu stammen, das kurz nach der Rede der Vorsitzenden Yellen ausgestrahlt wurde; darin hob Fischer hervor, dass die zukunftsorientierten Daten die geldpolitischen Pläne der Zentralbank formen würden. Und das ist nichts Neues; die Fed ist nun schon seit einigen Jahren "datenabhängig", mit besonderem Fokus auf dem vergangenen Jahr, als die Bank vielfach versuchte, die Zinserwartungen höher zu bringen. Aber dennoch sahen wir nur gerade eine Zinserhöhung in den letzten neun Jahren, also tendieren die Märkte in Anbetracht der Geschichte nun dazu, von der Fed zu erwarten, locker und passiv zu bleiben.

Am 3. Juni und am 29. Juli dieses Jahres erhielten die Märkte negative Daten zur US-Wirtschaft, was dazu führte, dass die Erwartungen weiterer Zinsanhebungen zusammenbrachen. In beiden Fällen fand eine starke Wende im US Dollar statt, die die Gewinne der früheren Wochen in einem einzigen Tag auslöschte. Und dies nur aufgrund eines einzigen Datenpunkts.

Auf dem nachstehenden Chart sehen wir den US Dollar in den vergangenen fünf Monaten, wobei die beiden bärischen Wenden rot hervorgehoben wurden.

Werden die NFPs den US Dollar motivieren oder behindern?

Erstellt mit Marketscope/Trading Station II; von James Stanley

Werden die NFPs negativ ausfallen?

Niemand kann das so genau sagen. Die NFPs sind ziemlich ähnlich wie ein Würfelspiel, zu dem die Märkte gezwungen werden. Der Vorteil der Daten ist auch ein Nachteil, und zwar die Tatsache, dass sie einen "frühzeitigen" Blick auf die Wirtschaftsaktivität des eben abgeschlossenen Monats zeigen; das ist der Grund dafür, weshalb so viele Marktteilnehmer diese Zahl so stark überwachen. Es ist der erste Blick auf die Beschäftigung für die Aktivität eines Monats. Leider tendiert diese Zahl, da sie so früh veröffentlicht wird, auch dazu, etwas ungenau zu sein; d.h. sie wird meistens in den darauffolgenden Monaten immer wieder korrigiert.

Aber eben auch aufgrund dieser frühen Veröffentlichung gibt es keine Hinweise dazu, wie diese Zahlen ausfallen werden. Seien Sie also sehr, sehr vorsichtig, wenn sie mit den Non-Farm Payrolls handeln wollen: Es ist ein gefährliches Unterfangen. Das ist auch der Grund dafür, weshalb die NFPs die Gelegenheit für die Bildung neuer Trends bieten: Die Märkte erhalten neue, frische Daten, die die Erwartungen gegenüber dem kurzfristigen Verhalten der Volkswirtschaft formen helfen.

Morgen wird von den NFPs die Schaffung von 180.000 neuen Stellen in der US-Wirtschaft für August erwartet. Da der US Dollar wegen der jüngsten Kommentare des FOMC in letzter Zeit angestiegen ist, mit besonderem Fokus auf die positive Beschäftigung, werden wir wohl eine Zahl von mehr als 190.000 sehen müssen, um den USD stark zu bewegen.

Für diesen Fall ist der USD/JPY weiterhin ein attraktives Paar, um das Thema der Dollar-Stärke zu handeln. Obwohl der zusätzliche Stimulus aus Japan noch alles andere als sicher ist, wird die September-Sitzung der BoJ sicherlich sehr interessant werden. Und in Anbetracht ihres Musters, "riskante Unterfangen im Reiche des Stimulus" auf sich zu nehmen, wäre es nicht überraschend, wenn die Bank am 21.09. etwas "Außergewöhnliches" bekanntgibt. Ungeachtet dessen wird die BoJ ihre Zinssätze wohl nicht so bald anheben, und dies könnte bei einem starken Dollar wegen der einfachen geldpolitischen Abweichung zu einer Yen-Schwäche führen.

Dieses Thema haben wir im vergangenen Monat immer wieder aufgenommen, und wenn Sie mehr über das Setup und diese Situation lesen möchten, empfehle ich Ihnen den Artikel "Gold und Yen bereit für USD-Volatilität um Jackson Hole". Und wenn Sie lieber ein Video schauen möchten, so behandelten wir dieses Thema in unserem Webinar am vergangenen Dienstag.

Werden die NFPs den US Dollar motivieren oder behindern?

Erstellt mit Marketscope/Trading Station II; von James Stanley

Trader müssen immer versuchen, "um die nächste Ecke zu blicken"

Die Spielregel diktiert, dass zum Zeitpunkt, an dem wir etwas erkennen oder sehen, es wohl bereits zu spät ist (denn andere haben es auch schon gesehen und beobachtet, was den Zeitvorteil auslöscht, und deswegen ist auch das "Trading" der NFPs so gefährlich). In den Märkten müssen wir voraussehen oder zumindest für widrige Situationen planen, die sich gegen unsere primäre Theorie stellen.

Wenn wir also tatsächlich eine Wiederholung vom 3. Juni und 29. Juli sehen sollten, dann sollte sich der US Dollar abschwächen, weil auch die Hoffnungen auf Zinserhöhungen abflauen. Dies könnte mit einer Kennzahl von weniger als 150.000 ausgelöst werden, und falls dies tatsächlich passiert, sollten Sie Bereiche oder Märkte suchen, die in letzter Zeit von der USD-Schwäche profitierten. Ein Markt, über den wir in dieser Hinsicht immer wieder gesprochen haben, ist Gold. Aber es lohnt sich nicht, uns hier zu wiederholen; wenn Sie mehr über Gold-Setups im Falle einer USD-Schwäche erfahren wollen, lesen Sie bitte unsren Artikel zum Goldmarkt, der Anfang der Woche veröffentlicht wurde.

Heute werden wir jedoch einen anderen Markt anschauen, der bei einer USD-Schwäche glänzen könnte. Von diesem Markt erwartet man wohl kaum, dass er bullische Kräfte entwickeln würde, und zwar handelt es sich um das Britische Pfund. Wir behandelten den Zusammenhang dieses Setups gestern im Artikel Carneys Klagelied, und in diesem Fall bewegen sich die Zinserwartungen so schnell tiefer, dass sich nun die Auswirkungen zeigen.

Der Brexit war erschreckend. Es war eine blanke Ungewissheit; niemand wusste genau, was passieren könnte. Die BoE war sicher, dass eine Katastrophe bevor stünde und passte ihre Zinserwartungen aus Angst vor der Qual rasch an. Aber als die Bank nach dem Brexit extrem expansiv wurde, sank das Britische Pfund auf ein neues 30-Jahrestief. Und nachdem nun das GBP so weit unterhalb seiner längerfristigen historischen Durchschnittswerte handelt, zeigt sich wegen der höheren Importpreise zunehmend die Inflation in der britischen Volkswirtschaft. Für eine Wirtschaft, die so stark vom Import abhängig ist wie Großbritannien, könnte dies starke Auswirkungen auf die Inflation haben. Dies könnte die Bank of England dazu zwingen, künftige Zinssenkungen aufzugeben.

Also: Trotz der neuen kurzen USD-Stärke handelte das GBP/USD weiterhin in einer bullischen, längerfristigen Formation, die wir gestern behandelten; und sollte der USD wieder schwächer werden, wie am 3. Juni und am 29. Juli, wäre ein Long-Cable ein attraktiver Kandidat, um dieses Thema eines zunehmenden Inflationsdruck in der britischen Volkswirtschaft zu traden.

Werden die NFPs den US Dollar motivieren oder behindern?

Erstellt mit Marketscope/Trading Station II; von James Stanley

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