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Kann sich der Ausbruch des  U.S. Dollars halten?

Kann sich der Ausbruch des U.S. Dollars halten?

2016-07-19 13:06:00
James Stanley, Währungsstratege
Teile:

Anknüpfungspunkte:

- Der U.S. Dollar zeigt sich weiterhin als eine der stärksten globalen Währungen und wies heute einen neuen Ausbruch zur Oberseite auf.

- Angesichts des zunehmend expansiv ausgerichteten Hintergrunds weltweit, es sei denn die Fed bietet beim Meeting in der nächsten Woche expansiv lautende Kommentare, könnte die Aussicht auf eine Fortsetzung zur Oberseite im Greenback sich als extrem attraktiv erweisen.

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Der U.S. Dollar verzeichnet heute Morgen bisher gegen viele Hauptwährungen Zuwächse, mit besonders starken Bewegungen gegen den Australischen und den New Zealand Dollar sowie das Britische Pfund.

In den zwei Wochen nach dem Brexit-Referendum hielt sich der U.S. Dollar in einer ziemlich beständigen Range, wie auf dem Chart unten durch den leicht nach oben gewundenen roten Kanal ersichtlich. Während die Risikoaversion nach dem Brexit dem Greenback Zuwächse brachte, hielt die Unterstützung sogar, nachdem wieder Ruhe eintrat und die die Aktien begannen wieder zu steigen. Einer der wahrscheinlichen Gründe für die fortgesetzte Unterstützung und Stärke im US Dollar ist ein und derselbe Grund, weshalb die Aktien höher steigen: die Erwartung von mehr Stimulus der Zentralbank in Japan zusammen mit den Erwartungen einer stärker expansiv ausgerichteten Geldpolitik in Australien, Neuseeland und dem Vereinten Königreich. Es gibt nur eine begrenzte Anzahl von Orten weltweit, zu denen das Kapital fließen kann, und mit jedem weiteren Kopfnicken einer dieser Zentralbanken für zukünftige geldpolitische Schritte, die Schwäche bedeuten könnten, wurde das Kapital praktisch in den USD getrieben.

Kann sich der Ausbruch des  U.S. Dollars halten?

Erstellt mit Marketscope/Trading Station II; von James Stanley

Diese globale Synergie der Zentralbanken hatte starken Einfluss auf die Aktien in der Zeit nach dem Brexit, wobei der S&P 500 (SPX500) und der Dow Jones (US30) neue Allzeithochs erreichten, zusammen mit robusten Rallyes nach dem Brexit für den FTSE100 (UK100) in einem Ausmaß von 16,7 %, bei den französischen Aktien (CAC40 – FRA40) um 10 % und den deutschen Aktien (DAX – GER30) in Höhe von 8,7 %. Bedeutend ist außerdem die wichtige Bewegung der Japanischen Aktien, wie vom Nikkei dargestellt, der seit den Tiefs nach dem Brexit 12,4 % zugelegt hat. Wie wir bereits in der letzten Woche besprochen haben, wird der jüngste Gewinn der Wahlen in Japan der Koalition um Shinzo Abe ein eindeutige Mehrheit im Oberhaus des Parlaments bringen und wohl den Weg für noch mehr Stimulus in der Zukunft ebnen, weshalb die Investoren mit Begeisterung in den Nikkei einkaufen.

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Erstellt mit Marketscope/Trading Station II; von James Stanley

Deduktive Stärke

Wenn die Hauptwährungen in Japan, dem Vereinten Königreich und Europa allesamt entweder von einer expansiv ausgerichteten Geldpolitik oder der Aussicht darauf tiefer getrieben werden, dann wird es wahrscheinlich weitere Kapitalströme in den US Dollar geben. Dies könnte zu einer zusätzlichen USD-Stärke führen, doch neben der Thematik des Fortsetzungspotentials im Dollar, ergibt sich ein weiteres interessantes Thema.

Werden wir, angesichts der Aktien auf neuen Allzeithochs erleben, dass die Fed die Aussicht auf Zinserhöhungen im restlichen Jahr wieder auf den Tisch bringt, insbesondere mit Blick auf September oder Dezember als möglichen Zeitpunkt? Dies scheint nicht außerhalb der Möglichkeiten zu liegen, wenn man bedenkt, dass die Fed bereits versuchte, die Erwartungen an eine Zinsanhebung bei dem Meeting im April zu schüren, als sie sagte, die Märkte würden die Möglichkeit einer Zinsanhebung im Juni unterschätzen. Im Mai war dies so ziemlich die thematische Botschaft der Fed; und während sich dies alles abspielte, erlebten wir, wie die Aktien ihre zweieinhalbmonatige Rallye ab den Tiefs im Februar aufs Spiel setzten. Und die wohl stärkste Wende war im Goldmarkt zu sehen. Als die Fed begann, die Möglichkeit einer Zinsanhebung im Mai zu schüren, verlor Gold mehr als $100 des vorherigen Zuwachses von $350, um schließlich bei dem psychologischen Level $1.200 eine Unterstützung zu finden. Doch als es offensichtlich wurde, dass wir wohl im Juni keine Zinserhöhung erleben würden, und dies dann noch durch die Risikoaversion um das Brexit-Referendum herum verstärkt wurde, bewegte sich Gold direkt zurück zu seiner bullischen Einstellung und kletterte auf neue Zweijahreshochs.

Kann sich der Ausbruch des  U.S. Dollars halten?

Erstellt mit Marketscope/Trading Station II; von James Stanley

Achtung vor einer weiteren Wiederholung der Fed-Feedbackschleife

In Anbetracht der hohen Aktienkurse und den jüngsten historischen Mustern ist es möglich, dass die Fed bald höhere Zinssätze in Aussicht stellen könnte: Dies bezieht sich auf die "Feedback-Schlaufe der Fed". Aufgrund der brutalen Reaktion der Märkte auf die jüngsten Ereignisse wie den Brexit, sollte die Fed dies eher passiv angehen und wohl bei ihrer nächsten Sitzung die Stärke der amerikanischen Volkswirtschaft hervorheben, ohne sich genau festzulegen. Nach dieser Sitzung dauert es fast zwei Monate, bis die Fed sich wieder im September trifft; also könnte dies der ideale Zeitpunkt sein, um dem Markt leicht restriktive Andeutungen inmitten einem global eher expansiven Umfeld zu geben, um die Reaktion der Märkte zu beurteilen. Falls nach einer restriktiven Bemerkung ein Selloff ausgelöst wird, könnten diese möglichen Zinserhöhungen gänzlich ausgeschlossen werden (ähnlich wie im August des vergangenen Jahres, oder Januar/Februar in diesem Jahr). Falls die Aktienbörsen weiterhin Unterstützung finden, könnte die Fed vielleicht eine Zinsanhebung noch für 2016 planen (wie im Dezember des letzten Jahres).

Das einzig Klare hier ist, dass ein starkes Bedürfnis für die Fed vorhanden ist, die Zinssätze höher anzusetzen, und dies liegt wohl an den langfristigen Auswirkungen der ZIRP/NIRP Politik. Im Dezember des letzten Jahres, kurz vor der ersten Zinserhöhung nach neun Jahren, sagte die Vorsitzende Yellen, dass eine Rezession eher zu befürchten sei, wenn die Bank ihre Zinssätze nicht anheben würde.

Was dies bedeutet: Machen Sie es sich nicht zu gemütlich in riskanten Long-Positionen, auch wenn wir uns vor der FOMC-Sitzung wieder bei Hochs befinden. Seien Sie nicht zu bärisch gegenüber einem einzigen Ereignis, denn dies könnte die Fed dazu veranlassen, nach Turbulenzen in den Aktien ihre Haltung zu wechseln. Und wenn wir gleichzeitig expansive Maßnahme aus Japan, Großbritannien und sogar Europa im Laufe des Jahres erhalten, so gibt es nur noch wenige Orte, wohin das Kapital fließen kann, und der US Dollar könnte weitere Gewinne verzeichnen.

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