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Märkte weltweit bereiten sich auf massive Auswirkungen des Brexits vor

Märkte weltweit bereiten sich auf massive Auswirkungen des Brexits vor

2016-06-24 12:52:00
James Stanley, Währungsstratege
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Anknüpfungspunkte:

- Die Märkte erlebten eine extreme Volatilität, nachdem die britischen Stimmbürger den Austritt aus der Europäischen Union beschlossen. Aber dies ist kaum eine kurzfristige Situation, und es könnte über zwei Jahre dauern, bis der Austritt ausgehandelt sein wird.

- Wir sahen bereits die Bedrohung einer Intervention von Japan und umgesetzte Interventionen von der Schweiz; und wir könnten vor einer stärker globalisiert abgestimmten Maßnahme der Zentralbanken stehen, die sich auf den Austritt der UK aus der EU vorbereiten.

- Die Bedingungen sollten mindestens bis zum Wochenende weiterhin sehr volatil bleiben. Und dies könnte wirklich ein schlechtes Wochenende sein, um Risiken auf sich zu nehmen, denn es ist eine fließende Situation mit einigen sehr ungewissen Auswirkungen. Goldman Sachs sagte, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfassbar sind, und Retail-Trader sollten sich dies zu Herzen nehmen und Vorsicht walten lassen. Dies ist ein guter Zeitpunkt, um Ihren Ansatz zu überarbeiten, wobei Sie Ihr Risikomanagement aufpolieren sollten. Oder Sie können mehr über die neuen Indikatoren erfahren, die Ihnen in normalen, weniger chaotischen Marktbedingungen helfen können. Um mehr über den SSI zu erfahren, klicken Sie bitte heir, und wenn Sie einen kurzfristigeren Indikator suchen, lesen Sie hier mehr über unseren kürzlich eingeführten Grid Sight Index Indikator.

Die überraschende Wende in der Brexit-Abstimmung hat die Kapitalmärkte weltweit in Aufruhr versetzt. Obwohl die Märkte nach den Umfragen ein "Bleiben" erwartet hatten, brachte dann der "Austritt" eine starke Risikoaversion in allen Kapitalmärkten. Dies führte zu unglaublichen Bewegungen in allen Bereichen, wobei das Britische Pfund einen historischen Rückgang auf ein neues 30-Jahrestief verzeichnete, und die Risikoaversion legte weltweit drastisch zu.

Das Britische Pfund verlor in etwas mehr als sechs Stunden 12%, nachdem die Nachrichten des Abstimmungsergebnisses in die Märkte durchsickerten. Dies brachte den Kurs unter das Tief der Weltwirtschaftskrise von 1,3500 bevor er sich wieder erholte; und diese Erholung brachte einen Bounce von 3,9% ab den Tiefs. Und hier handelt es sich um eine Währung, also ist eine Bewegung von 3,9% an einem Tag etwas Unfassbares, umso mehr, als diese Bewegung von 3,9% nach einem Rückgang von -12% erfolgte. Dies ist immer noch sehr volatil und wird wohl mindestens übers Wochenende so bleiben. Entsprechend gilt hier derselbe Ratschlag, den wir bereits gestern erteilten: Trader sollten vorsichtig sein, wenn all diese Bedingungen so weitergehen.

Chaos im Britischen Pfund

Märkte weltweit bereiten sich auf massive Auswirkungen des Brexits vor

Erstellt mit Marketscope/Trading Station II; von James Stanley

Aber diese Situation ist sehr fließend: Nachdem nun die Abstimmung zeigte, dass Großbritannien die Europäische Union verlassen wird, wird nun ein langsamer politischer Prozess beginnen, wobei die Verhandlungen zwischen der UK und der EU zum Austritt viel länger als die vorgesehenen zwei Jahre dauern könnten.

Der Reihe nach: Das gestrige Referendum ist rein technisch nicht rechtlich bindend, also muss der Premierminister David Cameron diesem Abstimmungsresultat nicht unbedingt nachkommen. Aber alle Anzeichen deuten darauf hin, dass er den Willen der Stimmbürger respektieren wird, und dies wurde heute Morgen bestätigt, als er seinen Rücktritt als Premierminister bekanntgab, um eine "neue Führung" zu erlauben, die Großbritannien in die neue Richtung geleiten wird. In Bezug auf Großbritannien, so garantiert die Abstimmung von gestern so ziemlich ein weiteres Referendum in Schottland für deren Unabhängigkeit, denn die schottische erste Ministerin Nicola Sturgeon sagte am Freitag, dass das Land alles Notwendige tun würde, um seinen Platz in der Europäischen Union zu wahren. Sie fügte hinzu, dass ein zweites Unabhängigkeitsreferendum "nun sehr wahrscheinlich" sei.

Als nächsten Schritt muss sich Cameron auf Artikel 50 des Lissabon-Vertrags berufen, um mit dem rechtlichen Verfahren zum Austritt der UK aus der EU zu beginnen. Nachdem dies geschehen ist, werden wir zahlreiche Verhandlungen zwischen den Politikern beider Lager sehen, um genau festzulegen, wie man diese bevorstehende Ablösung am besten organisieren kann. Artikel 50 gewährt für dieses Verfahren zwei Jahre, aber das kann von beiden Seiten verlängert werden, falls mehr Zeit dafür benötigt wird. Die UK war Mitglied Europas seit dem Vorgänger der EU, dem EWG, seit 1973; und dies produzierte Jahrzehnte dauernde Handelsverträge und Gesetze, die Zeit brauchen, um neu bearbeitet zu werden.

Am Dienstag und Mittwoch der nächsten Woche findet ein EU-Gipfeltreffen (28. - 29. Juni) statt, und dies könnte eine Gelegenheit für Cameron sein, um die Absicht der UK, die EU zu verlassen, offiziell bekannt zu geben; er könnte aber auch noch einige Monate damit warten, um seinem Nachfolger die Chance zu geben, diese Zügel in die Hand zu nehmen. Es ist wahrscheinlich, dass das Thema Brexit eins der Hauptthemen an diesem Gipfeltreffen sein wird, und die Führer der EU sprechen bereits über Sondersitzungen, die im Juli abgehalten werden sollten, zu denen die UK nicht eingeladen wird, damit die EU-Führung ihre künftige Strategie diskutieren kann.

Die Auswirkungen beschränken sich nicht nur auf die UK und Europa

Eins der wahrscheinlich tiefgreifendsten Ereignisse der letzten Nacht war die Reaktion der Weltmärkte auf die Entscheidung eines Austritts. Obwohl dies seit Monaten und bis gestern Abend eine Bedrohung darstellte, hatten die jüngsten Tendenzen zugunsten des "Bleiben"-Lagers die Hoffnung geweckt, dass die britischen Stimmbürger einen Verbleib in der EU beschließen würden. Aber wie wir gestern bereits besprachen, war dies eine gefährliche Prognose, denn viele dieser Erwartungen gründeten auf den Chancen, die im Wettbüro zusammenflossen. Und obwohl die Wettbüros bei den Wahlen des letzten Jahres eine weitaus bessere Arbeit geleistet hatten, verpassten sie deutlich das gestrige Abstimmungsresultat, denn sie hatten allgemein vorausgesagt, dass die Wähler für ein Bleiben stimmen würden.

Die Entscheidung des Austritts hatte fast sofort Auswirkungen auf die Kapitalmärkte. Das Britische Pfund sank dramatisch auf ein neues 30-Jahrestief; und der Euro gab ebenfalls stark nach und fiel um mehr als 500 Pips ab seinem gestrigen Hoch. Die Risikoaversion stieg an, und der US Dollar legte gegenüber allen Währungen außer dem Yen zu. Die globalen Aktienmärkte sanken stark, da die Investoren aus Angst vor stärkeren Wellen ihre Sicherheitsgurte anschnallten. Wir sehen bereits, wie die Zinserwartungen in den USA weiter sinken, denn die Märkte kalkulieren nun eine Chance von 12% für eine Zinssenkung in von Seiten der Federal Reserve vor Ende dieses Jahres.

Als Antwort auf den massiven Anstieg im Japanischen Yen hörten wir vom Finanzminister Taro Aso, der versprach, für eine Intervention im Markt bereit zu sein, um die zunehmende Yen-Stärke zu bekämpfen; und dies bot dem USD/JPY nach einem kurzen Rückgang unter das psychologisch wichtige Level von 100 eine gewisse Unterstützung.

Risikoaversion dank Aussicht auf Intervention im Japanischen Yen abgebremst

Märkte weltweit bereiten sich auf massive Auswirkungen des Brexits vor

Erstellt mit Marketscope/Trading Station II; von James Stanley

Als der Schweizer Franken sah, dass die Finanzströme in sichere Häfen zunahmen, intervenierte die Schweizerische Nationalbank, um den CHF zu stabilisieren. Mark Carney sagte, dass die Bank of England bereit sei, £250 Milliarden ins Finanzsystem einzuspritzen, um die Risikoaversion wegen des Brexits zu bremsen, und die Europäische Zentralbank sagte, dass sie ebenfalls beabsichtige, falls nötig Liquidität in die Märkte zu pumpen.

Wir stehen wohl vor einer starken Aktivität der Zentralbanken, oder zumindest vor der Aussicht auf einer starken Zentralbankaktivität, die die Volatilität in allen Kapitalmärkten deutlich erhöhen könnte, denn die Chancen auf zusätzliche Maßnahmen mit dem bevorstehenden Brexit steigen.

Ein weiterer Markt, der im Reich der Risikoaversion starke Finanzströme zugeflossen erhielt, war Gold, und der Kurs stieg über Nacht um 8,6% an, nachdem die Nachrichten über das Abstimmungsergebnis in die Märkte drangen. Dieser Anstieg hat sich gemäßigt, und Gold hat seit Handelsschluss gestern um 17.00 Uhr ET um 5,9% zugelegt. Wenn wir tatsächlich weitere Maßnahmen der Zentralbanken sehen sollten, ist dies wahrscheinlich ein Markt, auf den sich die Trader konzentrieren sollten. Während sich der US Dollar und der Japanische Yen mit der Bedrohung einer Intervention oder einer "lockeren Politik" abfinden müssen, kann Gold weitere Finanzströme anziehen, da die Investoren ihre Portfolios vom Risiko beschützen wollen.

Märkte weltweit bereiten sich auf massive Auswirkungen des Brexits vor

Erstellt mit Marketscope/Trading Station II; von James Stanley

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