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Japan in der Liquiditätsfalle

Japan in der Liquiditätsfalle

Marc Zimmermann, Junior Währungsanalyst

(DailyFX.de) –Seit diesem Januar liegt der japanische Leitzins unter Null. Damit geht die Bank of Japan noch weiter in ihren expansiven Maßnahmen auf ihrem Weg, der Liquiditätsfalle zu entkommen. Doch wie definiert sich diese Falle und wieso könnte sie auch ein Problem für die Eurozone werden?

Von einer Liquiditätsfalle spricht man, wenn sich der Leitzins einer Volkswirtschaft nahe Null befindet, so dass der Handlungsraum der Zentralbank auf der Unterseite des Zinses beschränkt ist. Doch dazu müssen wir zuerst betrachten, wie eine Zentralbank die Wirtschaft durch die Änderung des Zinssatzes beeinflusst.

Angenommen, wir befinden uns auf einem Zinsniveau von 5% und gleichzeitig am Ende eines Konjunkturzyklus. Das Ende eines Konjunkturzyklus ist meist an fehlenden Investitionen, fallenden Aktienkurse und einer generell schwächelnden Konjunktur zu erkennen. In einem solchen Umfeld versucht die jeweilige Zentralbank, durch Zinssenkungen die Konjunktur anzukurbeln.

Durch eine Senkung des Zinses können sich die Banken günstiger Geld von der Zentralbank leihen und haben somit im Vergleich zum vorherigen Zinsniveau mehr Geld zur Verfügung, welches für sie zugleich günstiger ist.

Im Grunde leiht sich eine Bank Geld um es dann auf verschiedene Investments (z.B. Kredite an Unternehmen oder Anleihen/Aktienkäufe) zu verteilen, von denen sie sich eine positive Wertentwicklung erhofft. Der Zins bestimmt dabei, wie teuer es für Banken ist, sich Geld zu leihen.

Wieso bekommen wir weniger Guthabenzins auf unserem Konto wenn die EZB den Zins senkt? Wieso sollte eine Bank uns 2% zahlen um sich Geld von uns zu leihen, wenn sie dies bei der EZB günstiger kann?

Wenn also die Zentralbank den Zins senkt, wird Geld für die Banken günstiger, was wiederrum alle zur Verfügung stehenden Investments attraktiver werden lässt. Nun da die Kosten von Fremdkapital gesunken sind, kommen Investments in Frage, die zum vorherigen Zins zu riskant waren oder für die einfach nicht genug Geld zur Verfügung stand.

Bei der klassischen Zinspolitik wird also der Anreiz für mehr Investments gegeben, wodurch mehr Geld in die Realwirtschaft fließt, die Löhne steigen und somit auch der Konsum – es geht wieder bergauf.

Doch was macht eine Zentralbank, wenn der Zins sich bereits nahe Null befindet? Die erste Antwort war bisher Quantative Easing, danach kam die Negativzinspolitik.

Beim Quantative Easing wird vereinfacht gesagt Geld von der Zentralbank gedruckt. Dies erhöht die Liquidität (und bekämpft z.B. eine Liquiditätskrise wie 2008), die Inflation (durch Geldentwertung), erhöht Assetpreise und schwächt die eigene Währung. Doch wieso sollten die Banken nun mehr investieren? Die Zinsen, also die Kosten für Fremdkapital waren bereits vorher marginal. Wenn es eine Bank bereits nichts kostet sich Geld zu leihen, um dieses gewinnbringend zu investieren, wozu braucht sie dann noch mehr Geld? Was wäre, wenn die Banken bereits in alle guten Investitionsgelegenheiten investiert hätten oder ihnen einfach das Vertrauen in einen wirtschaftlichen Aufschwung fehlt?

Dieselben Fragen stellen sich bei einer Negativzinspolitik. Nun kostet es die Banken nichts mehr, sich Geld von der Zentralbank zu leihen, sie werden sogar dafür bezahlt. Das bedeutet die Banken können sich einfach Geld von der Notenbank leihen und ohne Risiko Gewinn machen, indem sie einfach nur Geld horten.

Das Hauptargument für den Erfolg von QE ist derzeit die Erholung der Wirtschaft der Vereinigten Staaten nach 2008. Wie dieser Erfolg in einigen Jahren eingestuft wird, bleibt abzuwarten.

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Analyse geschrieben von Marc Zimmermann, Marktanalyst bei DailyFX.de

Japan in der Liquiditätsfalle

@MarcZimermanFX

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