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DAX atmet durch - "kaputt" ist der Markt trotzdem...

DAX atmet durch - "kaputt" ist der Markt trotzdem...

2015-08-25 12:25:00
Jens Klatt, Marktstratege
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(DailyFX.de) – Nach dem „Schwarzen Montag“ und Kursabschlägen von zeitweise rund 8% im deutschen Leitindex lief der DAX am Dienstag mehr als 4% ins Plus, lugte zeitweise sogar zurück über 10.100 Punkte.

Nachdem am Montag viel Porzellan zerschlagen wurde, beginnen nun die Aufräumarbeiten. Und diese schauen so aus, dass die chinesische Notenabnk ihren Leitzins um 0,25% senkte und zudem die Mindestreserveanforderungen für Banken um 50 Basispunkte reduzierte, sprich: man reduzierte die Anforderungen für das Geld was Banken als Sicherheit bei der chinesischen Zentralbank zu hinterlegen haben um dem Markt Liquidität zur Verfügung zu stellen.

Was anderes blieb der chinesischen Regierung bzw. Notenabnk aber auch nicht übrig, hatte der chinesische Aktienindex Shanghai Comosite in der Nacht erneut mehr als 7% nachgegeben und ist unter 3.000 Punkte gefallen.

Nachdem staatliche Interventionen bereits am Montag am Markt nicht beobachtet werden konnten und diese am Dienstag ebenfalls ausblieben, hätte man sich ohne jegliche Intervention, ob erfolgsversprechend oder nicht, früher oder später sicherlich ob der Untätigkeit erklären müssen.

Deutlich geworden ist am Montag auf jeden Fall eines: die globalen Finanzmärkte sind in meinen Augen „kaputt“.

Die stark austrocknende Liquidität, die kaum noch eine ordnungsgemäße Zusammenführung von Angebot und Nachfrage am Aktienmarkt gewährleistet ist den aggressiven Interventionen der globalen Notenbanken, allen voran der FED, EZB, BoJ und PBoC geschuldet und wird ergänzt um Hochfrequenz-Algorithmen, die, statt dem Markt Liquidität zuzuführen, sich in turbulenten Zeiten verabschieden und die Aktienmärkte liquiditätstechnisch löchrig und fragil wie einen Schweizer Käse zurücklassen.

Ehrlich gesprochen ist in meinen Augen nicht auszudenken, was für Turbulenzen drohen, wenn die Blasen an den durch die Notenbanken stark manipulierten US-amerikanischen oder europäischen Anleihemärkten platzen. Einen Vorgeschmack haben wir hier bereits in der ersten Hälfte 2015 gesehen.

Und ausgehend von einer nun offensichtlich die Kontrolle verlierenden chinesischen Notenbank ist es für mich nur eine Frage der Zeit, wann die Marktteilnehmer sich die Frage stellen, ob die FED, EZB oder Bank of Japan (BoJ) bei ihrem geldpolitischen und Zins-manipulierenden Exzess tatsächlich noch alles unter Kontrolle haben.

Aktuell kann man an diversen Stellen lesen, dass es sich nur um eine (heftige) Gegenbewegung zurück in den realwirtschaftlich angemessenen Bereich handelt, allen voran in China. Und ich bin diesbezüglich 100% d’accord.

Nur, hieraus zu schließen, dass es zu keinem Crash kommen wird, halte ich für grobfahrlässig!

Das billige Notenbankgeld hat zu einem regelrechten Exzess in Hinsicht auf Fremdkapital-basierte Investements geführt, an er New York Stock Exchange sah man Anfang Juli noch den historisch höchsten Fremdkapitaleinsatz auf welchem man Aktien-Engagements an der NYSE getätigt hat:

DAX atmet durch - "kaputt" ist der Markt trotzdem...

Quelle: http://www.advisorperspectives.com/dshort/updates/NYSE-Margin-Debt-and-the-SPX.php

Wenn sich dieser Hebel auflöst, hat man solange kein Problem, wie ausreichend Liquidität bzw. Nachfrage verfügbar ist um einen Abwärtsbewegung abzufangen.

Wie oben aber bereits aufgezeigt, findet sich am Markt aber nicht ausreichend Liquidität. Und genau hier liegt das Potential für einen Crash.

Oder anders: genauso wie sich die Entwicklungen an den Aktien- oder Anleihemärkten in den letzten Jahren von den realwirtschaftlichen Entwicklungen auf der Oberseite abgekoppelt haben, genauso schnell kann eine Auflösung obigen Hebels dazu führen, dass sich die Entwicklung am Aktienmarkt auf der Unterseite vom realwirtschaftlichen IST-Wert entfernt was sich anders auch als "Crash" bezeichnen lassen würde...

Zurück zum DAX:

Kurzfristig ist im DAX erst einmal zu erwarten, dass sich die Lage in deutschen Aktien wieder entspannt. Ein Tagesschluss oberhalb von 10.100 Punkten macht zum Wochenschluss einen Rücklauf in Richtung 10.650 Punkten denkbar, erst unterhalb des Jahrestiefs aus 2014, also unter 8.300 Punkten würde sich das übergeordnete Bild deutlicher eintrüben.

DAX Tageschart

Chart erstellt mit FXCMs Trading Station II / Marketscope

BITTE BEACHTEN SIE: Die Tatsache, dass ich in meiner Intraday-Analyse Schwankungen von 1.000 Punkten thematisiere illustriert, dass im derzeitigen Marktumfeld ein ganz besonderer Fokus auf der Positionsgröße und in diesem Zusammenhang auf dem EFFEKTIVEN HEBEL (Details HIER) liegen sollte. Reduzieren Sie diesen, wenn Sie sich bei Trade-Engagements unsicher fühlen, bleiben Sie lieber an der Seitenlinie stehen und warten Sie auf eine Beruhigung des Marktes.

Wie ist Ihre Einschätzung hierzu? Diskutieren Sie Ihr DAX-Trading mit mir und dem deutschen DailyFX-Team und der deutschen DailyFX-Trading-Community in unserem DAX Talk!

Analyse geschrieben von Jens Klatt, Chefanalyst von DailyFX.de

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@JensKlattFX

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