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Intervention der PBoC mit Schweizer Wirtschaft als Leidtragender und EUR/CHF zurück in Richtung 1,0000?

Intervention der PBoC mit Schweizer Wirtschaft als Leidtragender und EUR/CHF zurück in Richtung 1,0000?

2015-08-18 09:00:00
Jens Klatt, Marktstratege
Teile:

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EUR/CHF; SNB; Intervention; Parität

(DailyFX.de) – Die letzte Woche bot einiges an Volatilität an den globalen Devisenmärkten, zumindest im Bezug auf die chinesische Leitwährung Yuan Renminbi.

Die chinesische Notenbank intervenierte so stark wie zuletzt vor rund 20 Jahren und reduzierte den Referenzsatz des Yuan um deutlich mehr als 4%. Die chinesische Notenbank trat somit in den globalen Währungskrieg ein, bei welchem die Devise lautet "Der Schwächste gewinnt".

Intervention der PBoC mit Schweizer Wirtschaft als Leidtragender und EUR/CHF zurück in Richtung 1,0000?

Quelle: DailyFX Research | Tradingview

Über Umwege komme ich zu dem Schluss, dass diese überfällige Intervention der PBoC durch die konjunkturelle Abkühlung im Reich der Mitte, langfristig wohl negativ auf die Schweizer Wirtschaft durchschlagen wird.

Tatsache ist, dass die Schweizer Notenbank SNB derzeit verstärkt versucht, mit Aussicht auf eine Stabilisierung des Schweizer Exports den EUR/CHF zurück in Richtung und möglichst über 1,1000 zu schieben. Ausgehend von der erneut aufflammenden Euro-Schuldenkrise und den Sorgen rund um einen Austritt Griechenlands aus dem Euro (umgangssprachlich auch mit "Grexit" bezeichnet), sind viele Milliarden Euro in den als sicheren Hafen geltenden Schweizer Franken geflossen.

Die eidgenössische Zentralbank konnte den Euro nur mit Mühe über der Marke von 1,0300 CHF halten.

Durch Andeutungen seitens diverser Schweizer Notenbanker im Notfall am Markt zu intervenieren, den CHF zu stabilisieren und einer gleichzeitig stattfindenden Auflösung von Carry Trades (Anmerkung: der Euro ist infolge der ultralockeren Notenbank-Politik der EZB zu einem Finanzierungsvehikel von Carry Trades verkommen, diese werden in Zeiten finazieller Unsicherheit, derzeit besonders begünstigt durch China, rückabgewickelt) kam es nun in wenigen Wochen im EUR/CHF zu einem Rücklauf in Richtung 1,1000, wovon der Schweizer Export hat profitieren können.

EUR/CHF Tageschart

Chart erstellt mit FXCMs Trading Station II / Marketscope

Doch langfristig ist nicht davon auszugehen, dass diese Entwicklung anhalten wird. Sehr wahrscheinlich ist, dass sich der Euro zum Schweizer Franken in den kommenden 12 bis 18 Monaten wieder in Richtung der Parität bewegen wird.

Als Grund ist hier an allererster Stelle eine sich weiter stark expansiv zeigende EZB zu nennen. Diese wird alles dafür tun um den Euro auf breiter Front so schwach wie möglich zu halten, sehr wahrscheinlich sogar noch einmal im Bezug auf ihr Anleiheaufkaufprogramm, welches noch mindestens bis September 2016 läuft und ein monatliches Volumen von 60 Milliarden Euro umfasst, nachladen statt auf die Bremse zu treten.

Intervention der PBoC mit Schweizer Wirtschaft als Leidtragender und EUR/CHF zurück in Richtung 1,0000?

Quelle: Bloomberg | Holger Zschäpitz/Schuldensuehner (Twitter)

Begünstigt wird meine Einschätzung nun auch durch die Maßnahmen der Chinesen letzte Woche, die, wie oben erwähnt, in den gloaben Währungskrieg eingestiegen sind und wo die Schwächung des Yuan negative Auswirkungen auf die europäische Export-Wirtschaft haben wird. Seitens der EZB wird man diesen Schritt seitens der Chinesen eher als Anreiz sehen das geldpolitische Gaspedal noch einmal kräftiger durchzutreten und den Euro noch einmal signifikanter im globalen Währungsuniversum zu schwächen.

Genügend "Bang" hat man hier auf jeden Fall, schaut man sich doch nur einmal die letzten Handelsbilanzzahlen aus der Euro-Zone an. Diese zeigen mit 24,6 Milliarden Euro im Juni auf den höchsten Handelsbilanzüberschuss seit Bestehen des Euros hin.

Intervention der PBoC mit Schweizer Wirtschaft als Leidtragender und EUR/CHF zurück in Richtung 1,0000?

Quelle: Reuters | Jamie MacGeever

Leidtragender dürfte vor diesem Hintergrund die Schweiz sein. Bereits im Januar hatte man mit der Aussicht auf ein breitangelegtes EZB-QE-Programm den Weg frei gemacht, die eingeführte Währungsgrenze von 1,2000 im EUR/CHF aufgehoben und für massive Turbulenzen an den globalen Devisenmärkten gesorgt. Zwar wird ein solcher Schritt nun nicht erneut nötig, eine Währungsgrenze zum Euro gibt es ja nicht mehr. Aber mit einer erneut aggressiv expansiv auftretenden europäischen Zentralbank, wird man seitens der SNB kaum eine andere Möglichkeit haben als erneut aus dem Weg zu treten, diese gewähren zu lassen und die resultierenden, negativen Auswirkungen für den Schweizer Export bzw. Unternehmen hinzunehmen.

Durch den heißgelaufenen Schweizer Immobiliensektor ist der Spielraum im Bezug auf geldpolitische Lockerungen seitens der SNB eher klein, möchte man ein Platzen der potentiellen Immobilienblase vermeiden. Außerdem verharrt der Anteil von Fremdwährungsreserven an der Schweizer Notenbankbilanz im Bereich seiner Höchststände von mehr als 500 Milliarden CHF, was immerhin rund 90% des Schweizer BIPs entspricht und den Spielraum der Notenbank wohl ebenfalls beschränkt.

Intervention der PBoC mit Schweizer Wirtschaft als Leidtragender und EUR/CHF zurück in Richtung 1,0000?

Quelle. Deutsche Wirtschaftsnachrichten

Analyse geschrieben von Jens Klatt, Chefanalyst von DailyFX.de

Intervention der PBoC mit Schweizer Wirtschaft als Leidtragender und EUR/CHF zurück in Richtung 1,0000?

@JensKlattFX

Intervention der PBoC mit Schweizer Wirtschaft als Leidtragender und EUR/CHF zurück in Richtung 1,0000?

instructor@dailyfx.com

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