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DAX stürzt ab - China mit erneuter Intervention, Gefahr eines globalen Finanz-Tsunamis wächst

DAX stürzt ab - China mit erneuter Intervention, Gefahr eines globalen Finanz-Tsunamis wächst

2015-08-12 12:00:00
Jens Klatt, Marktstratege
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(DailyFX.de) – Der DAX befand sich auch am Dienstag im Sturzflug, verlor mehr als 2% und fiel zeitweise unter die psychologisch wichtige 11.000er Marke.

Der Grund war erneut in China zu suchen. Hatte am Dienstag die chinesische Notenbank bereits mit einer Intervention am Devisenmarkt überrascht und durch die Reduktion seines Referenzsatzes von 1,9% den chinesischen Yuan stark abwerten lassen, folgte am Mittwoch der zweite Streich, dieses Mal in einer Größenordnung von 1,6%.

Zwar hatte man seitens Peking am Dienstag noch darauf hingewiesen, dass es sich um einen einmaligen Schritt gehandelt hat, doch durfte bereits gestern bezweifelt werden, dass diese Aussage tatsächlich ernstzunehmen ist (für weitere Details schaue man auch HIER und HIER).

Tatsache ist nämlich, dass China im globalen Währungskrieg deutlich hinterher hinkt, besonders der japanische Yen, der australische Dollar und auch der Euro zum US-Dollar seit 2013 massiv abgewertet haben.

DAX stürzt ab - China mit erneuter Intervention, Gefahr eines globalen Finanz-Tsunamis wächst

Quelle: DailyFX Research mit TradingView

Ähnlich stellt sich das Bild im Schwellenländer-Währungsbereich dar, auch hier hat der chinesische Yuan massiven Nachholbedarf, in den letzten 10 Jahren bis zu 40% gegenüber Brasilianischem Real (-35%), Russischem Rubel (ca. -40%), Indischer Rupie („nur“ rund 5%) und Co. aufgewertet.

Sollte die Intention der chinesischen Regierung bei der Abwertung des chinesischen Yuan demnach tatsächlich sein den Export zu stabilisieren und hierdurch die wirtschaftliche Abkühlung des Reichs der Mitte der letzten Jahre in den Griff zu bekommen, sollte man sich auf weitere Schritte der chinesischen Regierung vorbereiten.

Und klar ist dann auch: die sich infolgedessen beschleunigenden Kapitalabflüsse aus China haben zügig das Potential sich zu einem globalen Finanz-Tsunami aufzutürmen.

Denn: über Jahre hinweg hat China massive Kapitalzuflüsse aus dem Ausland gesehen, global hat man sich auf breiter Front aggressiv am chinesischen Carry Trade beteiligt, sprich: man hat sich billiges Geld in den USA, Japan oder Europa geliehen und dieses ins Rendite-bringende China transferiert. Die Größe dieses „Carry Trades“ genau zu beziffern ist nahezu unmöglich, auch ausgehend vom vermutlich genutzten Hebel um die Rendite noch einmal zu steigern.

Jedoch reicht ein Blick auf einige Positionierungen diverser Unternehmen in China allein um zu sehen, was hier für eine Umschichtung stattfinden könnte: diese belaufen sich laut einer Schätzung der Deutschen Bank bereits auf rund 500 Milliarden US-Dollar...

Kehrt sich diese Entwicklung nun um und setzt ein sogenanntes De-Leveraging ein (werden gehebelte Positionen hier also reduziert), dann besteht hier zügig das Potential ähnliche Verwerfungen an den Aktienmärkten zu sehen zu bekommen wie zu Zeiten der Finanzkrise und Lehman Brothers in 2008.

Die Abschläge im DAX am Dienstag und Mittwoch können also erst der Anfang eines nun doch sehr turbulent und heiß werdenden Sommers gewesen sein.

Hält die Abwärtsdynamik im DAX an und verliert den Kampf um die 11.000 Punkte Marke ist der nächste Halt um 10.650 (Juli-Tief) nicht weit und bei einem Unterschreiten hier stehten wir zügig bei 10.100 Punkten.

DAX Tageschart

Chart erstellt mit FXCMs Trading Station II / Marketscope

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Analyse geschrieben von Jens Klatt, Chefanalyst von DailyFX.de

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@JensKlattFX

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