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Griechenland hofft auf Wiederaufnahme der Schuldenverhandlungen - wird die EU mitmachen?

Griechenland hofft auf Wiederaufnahme der Schuldenverhandlungen - wird die EU mitmachen?

2015-07-06 09:07:00
Ilya Spivak, Head Strategist, APAC
Teile:

Anknüpfungspunkte:

  • Euro gibt nach und Yen steigt, da Griechenlands Referendum Bedingungen des Schuldendeals der EU ablehnt
  • EU könnte sich gegen die Wiederaufnahme von Verhandlungen stellen, was “Grexit” ermöglicht
  • Folgen Sie allen Nachrichten zur Krise in Griechenland via Real Time News Feed

Der Euro war im Overnight-Handel leistungsschwach, nachdem Griechenland im Referendum am Sonntag den Deal für einen Tausch von Reformen gegen weitere Finanzierungshilfe ablehnte, den die Gläubiger angeboten hatten. Das endgültige Abstimmungsresultat zeigte, dass 61,3 Prozent der Bevölkerung "Nein" stimmten und die Haltung von Premierminister Alexis Tsipras unterstützten, während 38,7 Prozent dem von der EU geforderten Plan zustimmten.

Obwohl das Ergebnis nicht unbedingt bedeutet, dass Griechenland aus der Eurozone austritt, scheint ein solches Szenario nun wahrscheinlicher. Dies förderte die Risikoaversion in allen Finanzmärkten. Der sentimentabhängige Australische Dollar und der New Zealand Dollar kamen zu Handelsbeginn unter Druck (obwohl diese Verluste seither wieder wettgemacht wurden), während der auf Sicherheit ausgerichtete Japanische Yen allgemein höher tradet.

Vorausschauend wird der ruhige Wirtschaftskalender in der europäischen Handelszeit den Fokus der Investoren kaum von Themen zu Griechenland abwenden, da die Märkte auf die Reaktion der EU auf die Nachrichten vom Wochenende warten. Der griechische Finanzminister Yannis Varoufakis – lange ein Dorn im Auge des Lagers der Kreditgeber – trat zurück, und dies ist wohl als Geste dafür zu deuten, dass nun neue Verhandlungen aufgenommen werden können, da Herr Tsipras sich im Amt bestätigt fühlt.

Die EU Offiziellen ihrerseits bereiten sich auf ein Gipfeltreffen zu diesem Thema morgen vor. In der Zwischenzeit deuten die Nachrichten an, dass der Präsident der Europakommission Jean-Claude Juncker heute noch mit dem Präsident des Europarats Donald Tusk sowie dem Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem und EZB Präsident Mario Draghi eine Telekonferenz halten wird.

Ab dann ist die Bereitschaft der EU, auf griechische Anfragen zu antworten, kritisch. Falls nun die Verhandlungen wieder aufgenommen werden, könnte dies als Belohnung für die Unnachgiebigkeit Athens gewertet werden. Dies ist ein Präzedenzfall, den die EU nicht schaffen möchte, vor allem, da sich Spaniens Podemos Parei, ähnlich der Syriza, sich auf die bald bevorstehenden Wahlen vorbereitet. Da nun die meisten Schulden Griechenlands von nicht-privaten Institutionen finanziert werden, scheint die Ansteckungsgefahr eines Bankrotts geringer zu sein. Brüssel könnte sich entscheiden, Griechenland treiben zu lassen, und die darauffolgende wirtschaftliche Not könnte für jegliche Möchtegern-Imitatoren als abschreckendes Beispiel benutzt werden.

Per Saldo wird kurzfristig wohl nichts klarer werden, denn die politischen Entscheidungsträger werden noch ihre Optionen abwägen. Die S&P 500 Index Futures deuten jedoch stark nach unten und warnen davor, dass die Risikoaversion in den kommenden Stunden weiterhin ein Hauptthema sein wird.

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