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DAX: EZB feuert keine geldpolitische Salve ab – doch stützt den deutschen Aktienmarkt

DAX: EZB feuert keine geldpolitische Salve ab – doch stützt den deutschen Aktienmarkt

2015-06-03 15:14:00
Niall Delventhal, Marktanalyst
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(DailyFX.de) Wider Erwarten wurden die Marktteilnehmer heute durch die EZB von der scheinbar unlösbaren und kräftezehrenden Griechenland-Krise abgelenkt. Vor den auftürmenden Risiken eines Grexits schloss man heute die Augen.

Aktionäre haben heute am Tag der Verkündung der geldpolitischen Lagebeurteilung der EZB wieder Mut geschöpft. EZB-Chef Mario Draghi eliminierte in seiner Pressekonferenz am europäischen Aktienmarkt die Befürchtungen eines früheren Aus für das Anleihekaufprogramm. Die EZB manifestierte die Bereitschaft den geldpolitisch expansiven Kurs beizubehalten und die Stützungskäufe bis September 2016 zu bieten. Den DAX schob diese Bestätigung kurz wieder über die 11.500er-Marke.

Der Währungshüter bot keine Hinweise auf ein kürzeres Zeitfenster des Quantitative Easing Programms oder ein Drosseln des Tempos der Anleihekäufe. An ihren letzten Wirtschaftswachstumsprognosen für 2015 (+1,5%) und 2016 (+1,9%) hielt die EZB für die Eurozone fest, lediglich geringfügig fiel die BIP-Einschätzung für 2017 von +2,1% auf 2% zurück. Die Inflation wird laut den Erwartungen der EZB auch in den kommenden Monaten gering ausfallen, erst zum Ende des Jahres soll die Teuerung wieder anziehen (Prognose für 2015: +0,3% ) und in 2016 (+1,5%) und 2017 (+1,8%) den Anstieg fortsetzen. In der Inflation bliebe laut Mario Draghi „noch viel zu tun“.

DAX: EZB feuert keine geldpolitische Salve ab – doch stützt den deutschen Aktienmarkt

Diese Inflationserwartungen bieten für die EZB einen triftigen Grund an ihrer höchst akkommodierenden Geldpolitik festzuhalten und damit weiterhin für längere Zeit Liquidität in den Aktienmarkt zu spülen. Der Anstieg in der Bilanz der EZB trifft auf kein Störfeuer. Im kommenden Jahr wird die Bilanzsumme im Ringen gegen die niedrige Inflation und Konjunkturflaute vom letzten Stand von 2,4 Billionen Euro wieder über 3 Billionen Euro schießen.

An den Zinsen schraubte die EZB nicht. An die Nullzinspolitik der EZB wird man sich gewöhnen müssen. Aufgrund des fehlenden konventionellen Spielraums in den Leitzinssätzen verkündeten die Notenbanker im Januar das außergewöhnliche Anleihekaufprogramm.

Auch der US-Arbeitsmarkt bot positive Signale und Zeichen eines wirtschaftlichen Aufschwungs im zweiten Quartal. Die Privatwirtschaft in den USA verzeichnete im Mai laut dem Arbeitsmarkt-Dienstleister ADP ein Plus von 201.000 Stellen nach 165.000 im Vormonat und liefert eine positive Indikation für den anstehenden Arbeitsmarktbericht des U.S. Bureau of Labor Statistics am Freitag.

DAX: EZB feuert keine geldpolitische Salve ab – doch stützt den deutschen Aktienmarkt

Trotz des heutigen Anstiegs im DAX wurde der Sorgenberg des Griechenland-Dramas kein weiteres Stück abgetragen. Solange keine starke Einigung zwischen Griechenland und den Kreditgebern erfolgt, bleibt die Stabilität gefährdet.

Sollte das deutsche Börsenbarometer wieder unter 11.400 Punkte fallen, wäre eine folgende Attacke des Mai-Tiefs um 11.160 Punkte vorstellbar. Im Falle eines Bruchs könnten aufkommende Korrektursorgen den DAX unter die runde Marke von 11.000 Punkten drängen und Richtung 10.500 Zähler fallen lassen. Oberhalb des Mai-Tiefs um 11.160 Punkte bleibe ich jedoch nach wie vor optimistisch gestimmt.

DAX: EZB feuert keine geldpolitische Salve ab – doch stützt den deutschen Aktienmarkt

Analyse geschrieben von Niall Delventhal, Marktanalyst von DailyFX.de

Um Niall Delventhal zu kontaktieren, sende man eine E-Mail an instructor@dailyfx.com

Folgen Sie Niall Delventhal auf Twitter: @NiallDelventhal

DAX: EZB feuert keine geldpolitische Salve ab – doch stützt den deutschen Aktienmarkt

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