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DAX im Truthahn-Lebkuchen-Delirium - eher früher als später wirds ein böses Erwachen geben...

DAX im Truthahn-Lebkuchen-Delirium - eher früher als später wirds ein böses Erwachen geben...

Jens Klatt, Marktstratege

(DailyFX.de)Der DAX kennt kein Halten. Der deutsche Leitindex fliegt nach der Zinssenkung der chinesischen Notenbank und den Andeutungen Mario Draghis, dass zu tun, was man tun muss am Freitag regelrecht in Richtung 9.900 Punkten, legte zum Wochenstart erneut mehr als ein halbes Prozent zu. Unterstützt wurde dieser Gipfelsturm durch gute Daten zum ifo Geschäftsklima. Diese stiegen im November von 103,2 auf 104,7 das erste Mal seit sechs Monaten und deuten auf ein deutsches Bruttoinlandsprodukt-Wachstum von 1,3%.

DAX im Truthahn-Lebkuchen-Delirium - eher früher als später wirds ein böses Erwachen geben...

Quelle: DailyFX Wirtschaftsdatenkalender

Was kann man sich also mehr wünschen als voll auf Anschlag geöffnete Geldschleusen der EZB und günstigere Konjunkturausblicke? Eigentlich nicht viel. Doch das böse Erwachen wird kommen. Nicht unbedingt zum Ende des Jahres, wo die Devise „Friede, Freude, Lebkuchen“ lautet, die Volatilität bzw. Unsicherheit noch weiter fallen dürfte und der ein oder andere Fondsmanager versuchen dürfte durch klassisches Window Dressing sein Portfolio auzuhübschen. Doch die Parallelen zu Beginn diesen Jahres sind frappierend. Kaum jemand scheint sich zu erinnern, doch die Gefahr verstärkter Kursschwankungen und Kurseinbrüchen bspw. initiiert durch Turbulenzen in Schwellenländer ist verstärkt gegeben.

Zu Beginn diesen Jahres sorgte der Ausblick auf einen restriktiveren Kurs der FED und einer deutlichen Konjunktureintrübung in China für starke Kapitalabflüsse aus Schwellenländern. Der restriktive Kurs der FED und bevorstehende Zinsanhebungen sind nahezu beschlossene Sache (vorausgesetzt der sich abzeichnende strenge Winter in den USA mündet nicht im nächsten Höhenrausch durch die Aussicht auf ein QE4...).

Was ist also mit China? In meinen Augen ist die Kommunikation der (unnötigen) Zinssenkung klar: „Houston, China hat ein Problem“. Offensichtlich ist, dass sich die realwirtschaftlichen Effekte sich in Grenzen halten dürften. Somit findet die Zinssenkung ihre Motivation potentiell in sich abzeichnenden Liquiditätsengpässen am chinesischen Grau-Kreditmarkt oder dem Preisverfall in chinesischen Immobilien (Details: http://bit.ly/1zRwj4Y)

Sobald diese Entwicklung am Markt beginnt eine Rolle zu spielen und die Marktteilnehmer aus ihrem „Truthahn- und Lebkuchen-Delirium“ im Januar erwachen, feststellen, dass die Blasenbildung an den globalen Finanzmärkten initiiert durch die globale Notenbankpolitik potentiell ein Problem darstellt, zudem die geopolitischen Brandherde nicht gelöscht sind, wirds turbulent.

Aus Alternativlosigkeit wird es keinen richtigen Crash in Aktien geben. Doch der DAX wird unsanft fallen, die 17% Kurszuwächse der letzten fünf, sechs Wochen dürften in kürzester Zeit wieder abgegeben werden, der DAX schnell in Richtung 8.000 Punkten fallen. Die Sägezahn-Struktur und Seitwärtsphase auf hohem Niveau wird also anhalten. Signifikante Läufe über 10.000 Punkten sind nicht zu erwarten.

DAX Tageschart

Chart erstellt mit FXCMs Trading Station II / Marketscope

Analyse geschrieben von Jens Klatt, Chefanalyst von DailyFX.de

Um Jens Klatt zu kontaktieren, sende man eine E-Mail an instructor@dailyfx.com

Folgen Sie Jens Klatt auf Twitter: @JensKlattFX

DAX im Truthahn-Lebkuchen-Delirium - eher früher als später wirds ein böses Erwachen geben...

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